Konzeptvergleich Tourer (Archivversion) Von Zwergen und Riesen

Zwischen Gullivers Reisen und Münchhausens Abenteuern: mit acht Reisedampfern unterschiedlicher Gattung unterwegs durch die Zwergstaaten Europas. Am Anfang fehlte noch ein Motorrad, am Ende wurde alles gut. Fast wie im Märchen.

Sieben wackere Burschen stritten trefflich darüber, welches ihrer Stahlrösser sie am besten und behütetsten durch die Lande trüge. »Meines sattelt am meisten«, sagte der eine. »Meines schützt mich besser vor Wind und Wetter als jedes andere«, ein anderer. »Dafür folgt meines dem kleinsten Zupfer am Zügel«, sprach der Dritte. Und so zankten sie weiter hitzig über das beste Zweirad für die große Tour.
Bis ihnen nach dem achten Bier der Weise erschien. Das war der Wirt, der wollte endlich Feierabend machen. Und so sprach er, während er die letzte Runde zapfte, zu den sieben Gesellen: »Ihr habt wohl die besten Tourer hier. Doch über den Bergen, bei den italienischen Zwergen, da entsteht ein Motorrad, das vielleicht noch zehnmal besser ist als jedes hier.« Er meinte die nagelneue Moto Guzzi Norge 1200 GTL. Sollte eine Guzzi der wahre Reise-Riese sein? Weil sie ab Werk elektrisch verstellbare Scheibe, Heizgriffe und Navi an Bord hat?
Das wollten die sieben Burschen sofort herausfinden, sattelten am nächsten Morgen ihre sieben Sachen und ritten los. Denn auf der anderen Seite der Alpen würden sie nicht allein den neuesten Italo-
Tourer finden, sondern Länder, die so klein sein sollen, dass das erste Motorrad schon wieder rausfährt, wenn das letzte noch gar nicht reingefahren ist...
Ganz so war es nicht, aber es hat schon etwas Märchenhaftes, wenn der Hof der MOTORRAD-Redaktion voller schöner Tourenmotorräder steht. Wenn Monaco, San Marino und Liechtenstein als Ziel auserkoren sind, drei der insgesamt fünf europäischen Zwergstaaten. Dafür stehen sieben charakterstarke Vertreter der Touring-Gilde parat, jeweils exemplarisch für eine spezielle Tourer-Spezies. Denn letztlich geht es um die Frage, welches Reisekonzept in der Praxis besonders gut funktioniert.
Die elegante BMW F 800 ST repräsentiert die neue Mitte unter den Sporttourern, ihre Markenschwester R 1200 GS die Übermutter aller Reise-Enduros. Für amerikanische Variante des Tourens steht die Harley Road King, mit breitem Ledersattel und fettem, nun auf 1584 cm3 vergrößertem sowie auf 78 PS erstarktem V2. Drahtig-sehnig, geradezu athletisch wirkt daneben die Honda CB 1300 S. Der Allrounder nimmt optisch Anleihen an der CB 1100 R, dem Superbike der frühen 80er Jahre.
Dagegen ist die Gold Wing das Bekenntnis zu purem Luxus auf zwei Rädern. Sechszylinder-Boxer-Motor, satte 411 Kilogramm Startgewicht und 25000 Euro Kaufpreis. Ein Komplett-Paket: zwei Zimmer, Küche, Bad. Traditionell segelt das Mutterschiff in einer eigenen Galaxie. 133 Kilogramm leichter, verkörpert die Moto Guzzi Norge 1200 GTL den europäischen Vollwert-Tourer: reichhaltig ausgestattet wie bekömmlich. Doch zunächst gilt es, das italienische Tourer-Flaggschiff direkt im Werk abzuholen. Liegt ja auf dem Weg.
Tja, und dann ist Toleranz gefragt. Gestandene Motorradfahrer sollen Roller fahren? Roller! Nun, der gar nicht zwergenhafte Suzuki Burgman 650 ist immerhin die Gold Wing unter den Scootern. Dafür sorgen der nominell 56 PS starke 650er-Reihentwin, 279 Kilogramm Gewicht und feiste
Ausrüstung – siehe die Ausstattungstabelle auf Seite 45.
Größe ist immer relativ. Oder? Immerhin ist die Yamaha FJR 1300 ein ebenso potentes wie reisetaugliches Big Bike, erwiesenermaßen erfolgreich und elegant. Der Power-Tourer hat eine große Fan-Gemeinde.
Nichts wie raus, zur letzten großen Motorradreise des Jahres. Acht Uhr morgens, Nebel steigt über dem Neckar auf. Volltanken und dann freies Blasen über die A 81. Was für ein gigantischer Sonnenaufgang! Der Himmel glüht orangerot, als habe ihn jemand angezündet. Eineinviertel Stunden, dutzende dösige Dauer-Linksfahrer und 140 Kilometer später liegt der Bodensee zur Rechten, ruhig und glatt wie ein Spiegel. Schroff erheben sich die Silhouetten der Alpengipfel dahinter.
Das »Führungs-Trio« aus FJR 1300, CB 1300 und F 800 ST läuft zur Kaffeepause
in Konstanz ein. Keine fünf Minuten später brummen bereits Burgman und Harley als Schlusslicht der Gruppe auf den Parkplatz. Überraschung. Wo doch die Harley gerade mal 165 Sachen läuft. Noch langsamer ist allein der Roller. Aber mit dem anfänglichen Belächeln ist es schnell vorbei. Spätestens auf Landstraßen klebt der Suzuki dauerhaft in den Rückspiegeln. Lästig wie eine Schmeißfliege.
In der Schweiz mit ihrem strikten 120er-Tempolimit ist der Burgman erst recht nicht abzuhängen. Speed cameras an jeder Ecke. Die Eidgenossen nehmen es übergenau. Und streichen ganz ungeniert die volle Jahresgebühr von 40 Fränkli pro Vignette ein, selbst wenn man das Schoki-und-Nummernkonto-Land nur ein einziges Mal passiert. Da sind die Österreicher um Lichtjahre weiter. Genau zwischen
jenen beiden Alpenstaaten liegt Liechtenstein. Wir lassen es noch links liegen. Erst mal die Guzzi abholen.
»Heiiidi, Heiiiidi, deine Welt sind die Beeeeherge...« schallt es krächzend aus den Lautsprechern. Nicht aus denen der Gold Wing, die spielen sauberen Pop
und Rock aus dem Radio mit dutzenden Schaltern. Nein, Raststätte Heidiland, der Name ist Programm. Auf der Flucht vor Geißen-Peter und Plastik-Zicklein, vermutlich »made in Taiwan«, spurtet das Septett wie von der Tarantel gestochen auf die
Beschleunigungsspur. Und wieder bleibt der Burgman tapfer dran, vor allem wenn Pilot Dani die Automatik deaktiviert und manuell die sechs Gänge per Tiptronic durchschaltet.
Was folgt, ist Wohlfühl-Programm pur. Komfortabel untergebracht, könnte man mit allen Kandidaten endlos weiterfahren. Zwar ist der Windschutz auf der kaum verhüllten CB dürf-
tiger als unter Tourern üblich. Oder der Kniewinkel auf der
F 800 ST im direkten Vergleich etwas spitz. Wirklich störend aber sind die derben Vibrationen des BMW-Paralleltwins im mittleren Drehzahlbereich, vor allem bei Fahrt mit konstanter Geschwindigkeit. Was zum Teufel bewirkt eigentlich das Ausgleichspleuel zwischen den Zylindern?
In der Laufkultur patzt auch die überaus beliebte GS ein wenig. Just bei Tachoanzeige 130 kribbelt’s heftig in Griff-
gummis, Fußrasten und Tankverblendung. Der Ausgleichswelle zum Trotz. Jammern auf hohem Niveau? Vielleicht. Am Splügenpass hat das ewige Geradeausfahren ein Ende. Wild entschlossen stürzt sich
die Meute ins Alpenkarussell. Eng und mitunter schlecht einsehbar sind die Kehren. Wohl dem, der hier ein handliches Motorrad unterm Hintern hat.
Insbesondere die beiden BMW-Piloten
Stefan und Rainer sind nun voll in ihrem Element. Und wenn sie zehnmal in Berlin gebaut sind, die Bayern-Bikes sind für die Alpen geschaffen. Die F 800 ST ist mit Abstand das leichteste Motorrad der Gruppe, 225 Kilogramm inklusive Gepäcksystem. Gefolgt von der GS mit ihren 252 Kilogramm. Deutschland light. Keine Frage, der hohe und breite Lenker der Reise-
Enduro verbessert ihr Handling, ein Hebelarm zum Begreifen. Kein anderes Motorrad nimmt Lenkimpulse wie Kurskorrekturen so dankbar an. Oder wendet mal eben auf dem Handteller. Erhaben und aufrecht thront der GS-Reiter auf seinem Motorrad-Gebirge. Absolut souverän.
Allerdings irritieren beide BMW mit heftigen Lastwechselreaktionen, deshalb Kurven am besten unter Zug umrunden. Und das ABS sollte die Vorderbremse nicht so früh lösen, bloß weil eben mal das Hinterrad
minimal den Bodenkontakt verliert. Dafür lassen sich F und R unheimlich schräg bewegen. Ganz im Gegensatz zur Harley, die schon schrabbelt, wenn man nur an eine Kurve denkt. Außerdem gibt sich die Sieben-Zentner-Fuhre in lang gezogenen, schnellen Biegungen ein wenig schwammig, bleibt aber gutmütig. Wie ein Wasserbett mit Gegenwind. In Amerika fährt man weicher, entkoppelter. Handling ist, wenn man trotzdem ankommt. Der
Faden zur Gruppe reißt ab. Na und?
Norbert lächelt. Permanent.
Es wirkt immer ein wenig, als käme hier die US-Higway-Police. Cool und gelassen. Wenn auch gerade auf falschem Terrain. Macht nichts, Feeling und Sound stimmen. Endlich. Erst der 2007er-Jahrgang klingt so, wie es die Optik verheißt. Satt und dumpf. Da ist der butterweich am Gas hängende Twin Cam 96 ein echter Schritt nach vorn. Leistungsmäßig ohnehin.
Erstaunlich: In engen Ecken ist nicht etwa der behände Burgman die Tempobremse. Auf Bilderbuch-Asphalt distanziert der »Zwerg Rase« Gold Wing und Harley locker. Wobei der 650er null Gefühl fürs Vorderrad vermittelt, ähnlich wie die GS. Doch im Gegensatz
zu der kommt der Scooter auf schlechtem Geläuf mächtig aus dem Tritt. Seine Gabel stuckert, die Rädchen finden jedes Schlagloch. Noch früher als der Roller setzt jedoch die FJR auf Pässen auf. Die ausgewogene Yamaha kann ihr hohes Gewicht von 292 Kilogramm nicht kaschieren. Sie ist kein Handlingwunder, braucht energischen Druck am Lenker, um abzukippen.
Mandello del Lario. Der Ort am Comer See atmet Geschichte, sein Name klingt wie ein Versprechen. Eines, das sich heute nicht mehr erfüllen wird. Denn Guzzi hat die Norge nicht fertig. Offenbar warten
die Wichtel im Werk noch immer auf
die Heinzelmännchen. Aber morgen früh kommt sie, ganz bestimmt, »isse gar keine Probleme«. Na dann. Kopf hoch, wird schon werden.
Wird es nicht. »Der Himmel in Europa ist«, erzählt der zweite Daniel im Bunde, »wenn die Deutschen arbeiten, die Franzosen kochen, die Schweizer organisieren, die Briten die Polizisten stellen und die
Italiener die Liebhaber.« Und die Hölle? »Die Deutschen stellen die Polizisten, die Schweizer die Liebhaber, die Briten kochen, während die Franzosen arbeiten. Und die Italiener organisieren...« Also lassen wir Sven am nächsten Morgen als Nachhut
zurück und fahren nur mit sieben Maschinen an die Côte d’Azur, bei wolkenlosem Himmel über den Col St. Jean.
Überdimensionale Felsen in den Gebirgsbächen sehen aus, als hätten Riesen gekegelt. Zuerst führen sanft geschwungene Bögen, dann verknäuelte Asphaltspa-ghetti dem Mikrokosmos von Monaco entgegen. Eine Welt wie aus dem Märchen. Lamborghinis, Ferraris, Rolls Royce erwarten uns. Aber auch Menschenschlangen an Bushaltestellen im dichtest besiedel-ten unabhängigen Staat der Erde: 34000
Monegassen leben auf nur 1,95 Quadratkilometern. Weltbekannt wie winzig.
Hochhäuser und Autos drängen sich im Stadtstaat dicht an dicht. Geldadel, Neureiche und Normalsterbliche wuseln herum. Mittendrin: durchgeknallte oder
lebensmüde Rollerpiloten. Ans Durchschlängeln der 50er-Fahrer wagt Dani auf dem übergewichtigen 650er-Burgman nicht zu denken. Obwohl der Roller auf Knopfdruck elektrisch beide Ohren, pardon: Spiegel, anlegt. Genauso fährt er die Scheibe stufenlos hoch und runter. Wie Norge und FJR.
Allein, wen beeindruckt das im Yacht-Hafen von Monte Carlo, dem Tummelplatz der Eitelkeiten? Regiert wirklich Geld die Welt? Das könnte man fast meinen im Fürstentum. Lieber weiter gen Italien. Tiefe Schneisen hat die Autostrada durch Genua geschlagen. Links und rechts der gewundenen Autobahn leuchten die Lichter der Stadt.
Noch einmal schlafen, dann verzaubert uns die Traumwelt der Cinque Terre. Nun ist auch Sven auf der Norge dabei, nach zwei Tagen des Wartens hat eine gute Fee seinen Wunsch erhört. Die Touren-Guzzi überzeugt durch ein elegantes Design und den vollsten, basslastigsten Sound der Achter-Bande. Auf der Ansaug- wie Auspuffseite. An der reichhaltigen Ausstattung lässt nur die Ausführung im Detail zu wünschen übrig. Da liegt das LCD-Feld des Bordcomputers zu tief im Blickfeld, versteckt sich das Handrad zur hydraulischen Anpassung der Federbasis schwer zugänglich hinter einer Plastikblende. Den Adler schießt der von der Verkleidung verhüllte Ölpeilstab ab. Wer konstruiert so was?
Zumindest zeugen gekröpfte Reifenventile von Blick für Bodenhaftung. Für Letztere sorgen auch die famosen Metzeler Roadtec Z6 auf den Guzzi-Felgen. Gut so, denn Grip kennen die schmierigen Sträßchen der Cinque Terre nur vom Hörensagen. Vorsichtig tragen wir die Tourer ums Eck. Der eine oder andere harmlose Rutscher gehört dazu. Noch mal glatt, äh gut gegangen. Gar nicht gelegen kommt jetzt der harte Leistungseinsatz der Yamaha aus dem Schiebebetrieb heraus. Genau wie ihr schwergängiger Gasgriff und Kupplungshebel. Da zeigt sich der aktuelle Jahrgang eher verschlimmbessert.
Egal, denn immer wieder fällt der Blick aus der Höhe auf den azurblauen Ozean. Zwischen Himmel und Meer liegen an diesem gerade mal zwölf Kilo-
meter langen Küstenabschnitt eine wild gezackte Uferlinie und steile Hügelketten. Undurchdringlich dicht stehen die Wälder, wie verwunschen. Goldgelb prangt der Adlerfarn zwischen Pinien, Esskastanien sind allgegenwärtig. In den Olivenhainen sind Netze ausgelegt, die Ernte hat begonnen.
Der Herbst ist nicht die schlechteste Zeit zum Reisen wie zum Speisen. Trüffel und Steinpilze haben Saison. Zeitlos dagegen gibt sich der charismatische Guzzi-V2.
Vibriert archaisch wie eh und je. Seine Ventile klappern regelrecht. Sven beklagt, etwas weit weg vom Lenker und entrückt vom Vorderrad zu sitzen. Schade, die hohe Güte und Stabilität ihrer direkten Konkurrentin, der BMW R 1200 RT, erreicht die Norge nicht. Zumal ihr Federbein hohe Zuladung schlecht verdaut.
Dafür hat sich der »große« Daniel verliebt. In die Gold Wing. Ob das am satten Schub aus 1,8 Liter Hubraum oder am unnachahmlichen Sechszylinder-Sound liegt? Gedämpft säuselnd, erinnert der Six-Pack an Porsche-Motoren. Beim Hochdrehen erotisert das Fauchen. Leider weiß Daniel: »Der goldene Flügel ist silbern und braucht die platine Kreditkarte.«
Einmal in Fahrt lässt sich der perfekt austarierte Brummer erfreulich gut dirigieren. Tiefer Schwerpunkt und niedrige Sitzhöhe machen’s möglich. Trotzdem gilt es, das Acht-Zentner-Eisen, das größer ist
als ein Smart, durch Haarnadelkurven zu zirkeln. Wer lässt sich schon von früh
aufsetzenden Fußrasten aus der Ruhe bringen? Pah, Gold Swing.
Dem 1300er-Kraftwerk der CB merkt man an, dass er die Krönung von Hondas ruhmreicher Vierzylinder-Historie darstellt. Kräftig wie ein Sumo-Ringer und agil wie ein Samurai hängt der Four geschmeidig am Gas: Das bildschöne, gediegene Motorrad vereint alles, was die Japaner im Allgemeinen und Honda im Besonderen auszeichnet: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Pure Kraft und Herrlichkeit strömt aus den turmhohen, Zylindern und dem Kurbelgehäuse im Dampfkessel-Format. Feinperlige Vibrationen sind das Einzige, was man dem Motor vorwerfen kann.
Und dem einfach toll abgestimmten Fahrwerk die altbackenen Reifen. Michelin Macadam sind ja so out. Sie haften mau, schmieren unvermittelt weg und quittieren den Griff zur perfekten ABS-Bremse mit übermäßigem Aufstellmoment. Ansonsten durcheilt die CB Kurven aller Radien hochpräzise, kaum etwas bringt sie aus der Ruhe. Kupplung, Getriebe, Schalter, Instrumente, Sitzposition, alles so, wie es sein muss. Außer der Reichweite vielleicht. Denn nach Burgman und Harley läuft die Honda als nächste trocken.
Trocken? Flotten von U-Booten, Fregatten und Frachtschiffen im Hafen von
La Spezia erinnern daran, dass der italienische Stiefel als Halbinsel im Mittelmeer badet. Wie riesige Arme greifen Kräne nach den Wolken. Es trübt sich ein, also schnell den Rücken des Apennin über-queren. Mitten durch den Stau rund um Bologna bahnt sich der Achter mit Steuermann seinen Weg. San Marino rückt näher.
Die älteste existierende Republik der Welt, mit 60,57 Quadratkilometer nicht mal halb so groß wie die Stadt Bonn, thront wie ein Adlerhorst an den steilen Hängen des 756 Meter hohen Monte Titano. Gut 30000 Menschen leben in dem komplett von Italien umschlossenen Land – so geht es Monaco mit Frankreich. Durch den Dunst zunächst kaum zu erkennen, beeindruckt die Hauptstadt, sie heißt ebenfalls San Marino, mit ihrem pittoresken Panorama. Von der wehrhaften, zinnenbewehrten Burganlage genießen wir dem weiten Blick ins hügelige Hinterland.
Dem Feinschmecker-Programm, reichhaltigen Platten von Meeresfrüchten in Misano an der Adria, folgt pures Kilometerfressen auf der Bahn, Modena–Milano. Zur Belohnung passieren wir kurz darauf Bilderbuch-Landschaften im Hochgebirge. In den Tälern leuchtet das Laub in buntesten Farben an den Bäumen, an den Hängen stehen goldgefärbte Lärchen vor sattgrünen Wiesen und tiefblauem Himmel.
Indian Summer in den Alpen. 20 Grad
auf dem San Bernardino. Am 30. Oktober. Erste Klimakapriolen? Finale!
Denn nun gilt’s, es geht schnurstracks gen Liechtenstein. Fast schon ein Riese unter den Zwergen: 160 Quadratkilometer groß und bis auf 2599 Meter Meereshöhe reichend. Seine 35000 Einwohner sprechen Deutsch, das macht’s uns einfach. Wir überqueren die Brücke über den jungen Rhein und sind drin. In dem Land mit dem höchsten Bruttosozialprodukt pro Kopf weltweit: 80900 Euro.
Und so kommen wir um viele Erfahrungen reicher zurück. Letztlich geht es um den Geist hinter den Maschinen. Nun, wer ist der richtige Reisedampfer? Tourentauglich sind alle acht, besonders souverän jedoch der Power-Tourer Yamaha FJR 1300, die Reise-Enduro BMW R 1200 GS und der Luxusdampfer Honda Gold Wing. Jede auf ihre ganz spezielle Weise. Und das ist wahrlich kein Märchen.

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