Motorradneuheiten 2013: KTM Erste Fotos: KTM 1190 Adventure und 1190 Adventure R

+++ UPDATE +++ Kurz vor der Intermot veröffentlicht KTM überraschend die echten Bilder der 1190 Adventure und der 1190 Adventure R. KTM verspricht zwei leistungsstarke Motorräder für Asphalt und Gelände - Gewicht und Preis sollen aber nicht steigen. +++ Update Ende +++

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Foto: KTM

KTM verspricht 150 PS für beiden Modelle und ein Gewicht von 230 (Adventure) beziehungsweise 235 Kilogramm.

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(30.8.) MOTORRAD berichtet weltexklusiv von der neuen Reiseenduro KTM 1190:  KTM baut eine neue Reiseenduro. MOTORRAD durfte auf einem Vorserienexemplar eine erste Proberunde drehen und berichtet.

Der Tag könnte schöner nicht beginnen. Die Sonne lacht, die Straßen winden sich verheißungsvoll. Eine Runde von KTM-Entwicklern übergibt mir stolz den Schlüssel ihrer neuesten Kreation: Ein Vorserienmodell der brandneuen Reiseenduro 1190 Adventure steht bereit. Herz, was willst du mehr?

Voller Begeisterung schildern die Ingenieure, was sie in die Maschine eingebaut haben: vier Fahrprogramme für den Motor, elektronisch einstellbares Fahrwerk, Integral-ABS, Traktionskontrolle, eine höhenverstellbare Sitzbank und Verkleidungsscheibe, ein integriertes Gepäcksystem … Es soll den zukünftigen KTM-Tourern an nichts fehlen.

Angetrieben wird auch die Adventure von dem aufwendig überarbeiteten V2-Motor des Renners RC8 R. Neue Zylinderköpfe, Nockenwellen und Einlasskanäle verbessern die Fahrbarkeit des einst recht raubauzigen Motors. Im Gegensatz zu der eher für den klassischen KTM-Kunden ausgelegten -Adventure R (siehe MOTORRAD 18/2012) trägt die für den größeren Interessentenkreis ausgelegte Adventure vorne ein 19-Zoll-Rad. Der Reisetauglichkeit dienen eine zweigeteilte und in der Höhe verstellbare Sitzbank sowie eine großflächige Verkleidungsscheibe, die ebenfalls justierbar ist. Und der auf beiden Versionen verbaute 24-Liter-Tank soll eine große Reichweite sicherstellen.

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Schon beim Aufsteigen fühlt man sich auf der Adventure zu Hause. Die kleineren Räder und die niedrigere Sitzbank sorgen für ein behütetes Fahr- und Ampelstehgefühl. Rangieren lässt sich die vollgetankt nur etwa 230 Kilogramm leichte 1200er wunderbar. Und die Sitzposition gefällt mir mit meinen 173 Zentimetern sehr gut. Beruhigend, dass die Tankform auch viel Größeren Raum gibt, die Sitzbankkante nach hinten noch genügend Platz lässt. Lenker und Armaturen liegen gut in der Hand, die Fußras-ten passen perfekt.

Großes Aha-Erlebnis: Wie bei der R-Version schiebt der Motor aus dem Stand wie ein Ochse. Wenn er auch erst ab gut 2000/min richtig rund läuft, wirkt er doch im Vergleich zu den bisherigen 990ern wie verwandelt. Vorbei die nervöse Gasannahme, das nervige Hacken, die viel zu starke Bremswirkung beim Gasschließen. Dieser V2 glänzt mit besten Manieren. Sanft geht er ans Gas, liefert bei Teillast ohne Ruckeln seine Leistung, um bei Vollgas abzugehen wie Schmidts Katze. Auch die Adventure hat satte 150 PS, zwei Pferde mehr als die bisherige Bestmarke der Ducati Multistrada 1200. Apropos: Mit dem Ducati-Motor hat der KTM-Antrieb fast nichts zu tun. Er läuft weicher, druckvoller, vor allem in der Mitte. Sonor bollert die KTM aus dem dicken Auspufftopf, der für die Serie schöner und wertiger ausgeführt werden soll.

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Für das neu gestaltete Cockpit werden alle KTM-Fahrer dankbar sein. Endlich ist die Zeit des oft versagenden Digital-Cockpits vorbei. Die analog angezeigte Drehzahl ist auf einen Blick erkennbar, lediglich die -Geschwindigkeit wird etwas zaghaft dokumentiert. Links informiert ein zweites -Display über alles Mögliche. Von der Außentemperatur bis hin zur Feder- und Dämpferabstimmung kann sich der Fahrer in diversen Menüebenen alles anzeigen lassen. Beim Fahren selbst sollte er seinen Spieltrieb aber zügeln. Die KTM geht dermaßen ab, dass man schnell im Wald steht, wenn man nicht aufpasst.

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Für die Sicherheit sorgen feinste Elektronik von Bosch und ein LED-Tagfahrlicht. Das Integral-ABS mit einer speziell programmierbaren Offroad-Funktion überzeugt sowohl auf der Straße als auch auf Schotterpisten. Nie hätte man - so der erste Eindruck nach einer kurzen Testsession auf Schotter - einer solchen Maschine eine derart vehemente Verzögerung zugetraut. Da hat Bosch einen großen Wurf getan.

Genauso wie mit der Traktionskontrolle. So sanft und sicher, wie sie regelt, hat man es noch nie erfahren. Auch die elektronisch einstellbaren Federelemente überzeugen, die sich in allen Funktionen, aber mit vorprogrammierten Einstellungen anpassen lassen. Da muss sich niemand verzetteln.

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st die KTM reisetauglich? Vom Motor her, dem bisher größten Manko, auf jeden Fall. Federung und Dämpfung bieten ebenfalls viel Fahrkomfort. Die neue Sitzbank? Kein Vergleich mit den bisherigen KTMs. Und die Verkleidung? Sie ist nicht zu schmal und, ähnlich wie bei der Ducati Multistrada, weit zum Fahrer hin gezogen. So kann die anströmende Luft ohne starke Wirbel über den Helm geleitet werden.

Zum Schluss gebe ich der KTM die Sporen. Was geht? Ziemlich viel, dank toller Handlichkeit und Lenkpräzision. Wann geht es los? Ab März. Preis? Ziemlich konkurrenzfähig. Konkurrenz? Warm anziehen.

Techische Daten

75-Grad-Zweizylinder-V-Motor, 1195 cm³, 110 kW (150 PS) bei 10 000/min, Stahlrohrrahmen, Telegabel, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 300/265 mm, Integral-ABS, TC, Tagfahrlicht, Sitzhöhe 840 bis 860 mm, Gewicht vollgetankt ca. 230 kg, Tankinhalt 24 Liter, Preis: k. A.

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