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Neuheiten: KTM Erlkönige KTM 1190 Adventure R / T und 1190 Super Duke

Zwei Versionen der Adventure und eine Super Duke gehen auf Testfahrt. Mit diesen drei Neulingen will KTM nun ganz besonders ins Auge stechen.

Als die KTM 950 Adventure im Frühjahr 2003 in den Handel kam, lag noch Wüstensand von der Dakar-Rallye in den Winkeln des kompakten V2-Motors - symbolisch ausgedrückt. Das erste Zweizylinder-Motorrad des österreichischen Herstellers entpuppte sich als verkappter Production-Racer für Wüstenrallyes in der Epoche, in der Zweizylinder noch erlaubt waren. Vor allem die S-Version mit je 260 Millimeter Federweg vorn und hinten. Für viele normal groß gewachsene und normal fahrende Menschen stand sie furchteinflößend hoch über den Rädern.

Schon kurz darauf begann die Adventure einen Anpassungsprozess an die Lebenswirklichkeit eines größeren Kundenkreises; die Federwege wurden kürzer, das Motorrad wurde niedriger, zumindest die Normalversion. 2006 gabs mehr Hubraum - 990 statt 950 cm³ -, 2008 schließlich ABS.

Neu gestylt, mit einer optisch leichteren, weniger flächigen Verkleidung und einem größeren Motor auf Basis des 1195ers tut sie jetzt den nächsten Schritt auf dem Weg zur echten Reiseenduro. Die Standardversion verzichtet sogar auf das radikal geländegängige 21-Zoll-Vorderrad, zugunsten des klassenüblichen 19-Zoll-Rades, das für Straßenfahrten besser geeignet ist und für das es die größere Auswahl an Reifen gibt.

Doch KTM wäre nicht KTM und in jedem Segment „ready to race“, wenn parallel nicht auch eine geländegängigere Variante der neuen Adventure entwickelt würde. Die Tester fuhren dem MOTORRAD-Paparazzo auch diese Maschine vors lange Teleobjektiv, und zwar gleich zwei Exemplare mit geringen Unterschieden.

Die Maschine mit den orangenen Handprotektoren trägt ein komplettes Rahmenheck statt Messelektronik sowie einen zusätzlichen Motorschutz. Als profilierte Off-Roader erkennbar sind die beiden am größeren Vorderrad, und freundlicherweise verwendete die Prototypenwerkstatt auch gleich orange lackierte Rahmen, wie sie seit einigen Jahren die R-Modelle eines jeden Typs kenntlich machen.

Obgleich bei allen Adventure-Erlkönigen die Auspuffanlage mit ihrem großen Endschalldämpfer im Finish noch ziemlich grob wirkt, scheint ihre Form bereits endgültig festgelegt zu sein. Das Foto aus leicht erhöhter Perspektive gibt einen Eindruck davon, wie schmal und damit schräglagenfreundlich der Schalldämpfer gestaltet ist. Natürlich kann niemand anhand der Fotos genau bestimmen, wie viel Hubraum ein Motor hat. Fest steht jedoch, dass die Triebwerke aller hier gezeigten Prototypen auf dem Motor des Straßensportlers 1190 RC8 R basieren. Zu erkennen ist dies am integrierten Ölreservoir links vorn am Gehäuse. Im Unterschied dazu besitzen die 990er einen separaten Vorratsbehälter der Trockensumpfschmierung.

Egal welche Hubraum- und Leistungsvariante KTM auch wählen wird, mit dem RC8 R-Motor steht jedenfalls eine ausgereifte Grundkonstruktion zur Verfügung. In jüngster Zeit hat der 75-Grad-V2 durch mehr Schwungmasse, Verbesserungen der Brennraumform und vor allem durch die Doppelzündung enorme Fortschritte in Sachen Drehmoment, Laufkultur und Benzinverbrauch gemacht. Theoretisch wären damit sogar bis zu 175 PS möglich, das wäre aber selbst für den dritten Erlkönig im Bunde, die neue 1190 Super Duke der absolute Overkill. 120 bis 150 PS mit einem, dem jeweiligen Modell angepasstem Drehmomentverlauf werden locker reichen. Schwierigkeiten mit der Zuverlässigkeit des für viel höhere Leistungen ausgelegten Motors sind ebenfalls nicht zu erwarten.

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Foto: bmh-images
KTM 1190 Super Duke: Freie Sicht auf die Radnabe, zumindest von der rechten Seite, bietet die neue Einarmschwinge. Das Federbein ist weiterhin direkt angelenkt.
KTM 1190 Super Duke: Freie Sicht auf die Radnabe, zumindest von der rechten Seite, bietet die neue Einarmschwinge. Das Federbein ist weiterhin direkt angelenkt.

Wie bei den beiden Adventure-Modellen scheint die Form des Super-Duke-Auspuffs dem Serienstand schon recht nahe zu sein. Die bisherigen Doppelschalldämpfer unter der Sitzbank werden ersetzt durch einen Vorschalldämpfer und einen kurzen Endtopf an der rechten Seite. Er ist sehr eng am Hinterrad geführt. Dieser Umstand lenkt den Blick in den Bereich, wo eigentlich der rechte Schwingenarm verlaufen sollte.

Aber wo ist er? Der Blick auf ein größer aufgezogenes zweites Foto von hinten oben bestätigt die Vermutung: Die neue Super Duke, nennen wir sie mangels genauerer Informationen 1190, wird die erste KTM mit Einarmschwinge. Sie ermöglicht mehr Schräglagenfreiheit als mit Zweiarmschwinge und seitlichem Auspufftopf.

Die charakteristische Frontansicht der Super Duke präsentiert sich leicht retuschiert, die Teile der Scheinwerferverkleidung könnten sogar dieselben sein wie beim aktuellen 990er-Modell. Wegen der unterschiedlichen Perspektiven und der Gegenlichtsituation im Foto lässt sich die Form des unlackiertrohen Teils am Prototyp nicht genau erkennen. Aber dass wir einiges erwarten dürfen von KTM, das zeichnet sich sehr deutlich ab.

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