Präsentation KTM-Offroad-Modelle 2010

2010 will KTM mit überarbeiteten Offroad-Modellen weiter mächtig Staub aufwirbeln. MOTORRAD nahm ersten Kontakt mit den neuen Maschinen auf.

Foto: Hersteller
Okay, der ganz große Knall blieb bei der Präsentation der neuen KTM-Offroad-Bikes des Jahrgangs 2010 aus. Die bei den Crossern erwartete Abkehr vom direkt angelenkten Federbein kommt wohl, aber erst später. Auch die Einspritzung lässt an den Motoren der österreichischen Erd-Geschosse vorerst auf sich warten. Aber keine Angst, die Männer um Joachim ?Jochi" Sauer, seines Zeichens Produktverantwortlicher im Offroad-Segment, haben für den Zwo-Zehner-Jahrgang an vielen Details gefeilt. Die kleinen Zweitakt-Enduros EXC 125/200 erhielten einen Rahmen mit 0,5 Grad steilerem Lenkkopfwinkel, während bei den großen Viertaktern EXC 400/450/530 die Rahmenrohre zehn Millimeter tiefer am Lenkkopf angeschweißt sind. Dies hat zur Folge, dass sich der vordere Bereich des Motorrads und somit der Schwerpunkt etwas absenkt, was dem Handling entgegenkommt.
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Unhandlich waren die KTM bisher auch nicht gerade, nun wuselt es sich noch einen Tick leichter über den anspruchsvollen Endurokurs im italienischen Hinterland. Unter Zug und bei attackierendem Fahrer witschen die Orangenen flink und zielgenau durchs Unterholz, werden Trial-Sektionen völlig mühelos genommen. Lässt allerdings die Kondition ein wenig nach, und wandert der Körper auf der Sitzbank zu weit nach hinten, dann kippt die frappierende Handlichkeit in Nervosität um. Das Vorderrad verspringt des öfteren, sucht sich seinen eigenen Weg, statt den Wünschen des Fahrers zu folgen. Und das trotz der hervorragenden Gabeln, mit denen die Test-EXC ausgestattet waren. Überhaupt gefielen an allen KTM-Maschinen die sensibel ansprechenden WP-Federelemente.

 

Die entscheidende Neuerung bei den großen Viertaktern ist sicher das Sechsganggetriebe. Die Gänge decken einen ähnlichen Übersetzungsbereich ab wie die alte Fünfgang-Box, es steht nun also öfter der genau passende Gang zur Verfügung. Kolbenringe mit einer Nitritbeschichtung sollen länger halten, während ein überarbeiteter Steuerkettenspanner die Laufruhe etwas erhöht. Insgesamt also nur moderate Änderungen an den Motoren, bei den Preisen freundlicherweise keine. So kosten EXC 400/450/530 genauso viel wie letztes Jahr, nämlich 8495/8645/8945 Euro zuzüglich Nebenkosten.
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Die neuen KTM-Crosser

Auch bei den Motocrossern stand für 2010 nur Feinschliff auf dem Programm. Die SX-F 450 erhielt statt des Vier- ein Fünfganggetriebe, Kolben und Kupplungskorb wurden im Hinblick auf höhere Lebensdauer überarbeitet. Etwas mehr Veränderungen flossen ins Chassis ein. Auch die SX-F 450 bekam die Rahmenrohre zehn Millimeter tiefer am Lenkkopf angeschweißt, um das Handling weiter zu verbessern.

Ein neues, sogar patentiertes Detail findet sich an der unteren Gabelbrücke: Bohrungen in der gefrästen Brücke sollen die Steifigkeit gezielt verringern und außerdem verhindern, dass bei zu fest angezogenen Klemmschrauben die Gabelrohre gequetscht werden. Und die Airbox ist nun besser gegen Staub und Dreck abgedichtet.

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