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Honda CB 250 K.

Kultbike Honda CB 250 K Ein richtig guter Bummler

Wer Anfang der 70er bei den populären Viertellitern vorne liegen wollte, besaß eine Suzuki, Kawasaki oder Yamaha. Wem der Sinn dagegen nach dauerhafter, dennoch flotter Fortbewegung stand, der widersetzte sich dem Trend zum spitzen Zweitakter und kaufte einfach eine Honda CB 250 K.

Wilde Zeiten, auch für Hersteller: Eben war Honda noch bejubelt worden, weil man Viertaktern ­Literleistungen von über 100 PS abrang und diese mit guter Alltagstauglichkeit kombinierte, da ging Suzuki 1966 in der wichtigen Viertelliterklasse auf die Überholspur. 29 PS drückte die T 20 angeblich, und richtig ernst wurde die Sache, als der Widersacher – aus mittlerweile vergrößertem Händlernetz – ab 1969 die über 30 PS starke T 250 verkaufte. Anfang der 70er zückten auch Yamaha und Kawasaki scharfe Zweitaktklingen, und gegen diese Übermacht halfen keine Drehzahlorgien. Gefühlt verabschiedete sich die Honda CB 250 K ins Touringsegment.

Ein Todesurteil? Mitnichten, denn der Weltmarktführer kam locker ohne jugendliche Heiß­sporne aus. Zudem war die Viertakt-250er noch lange keine Standuhr. Mit ihrer Präsentation auf der Londoner Earls Court Show Ende 1967 hatte sie eine Design-Ära beendet, die unschlüssig zwischen nordamerikanischen und fernöstlichen Idealen schwankte. Die Honda CB 250 K dagegen baute auf herb sachliche Formensprache.

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Honda CB 250 K kann richtig gut bummeln

Ihr pragmatisch konstruierter Gegenläufer-Twin weicht ebenfalls von dem ihrer Vorgängerin, der CB 72, ab. Er besitzt nun einen Primärtrieb mit Zahnrädern statt Kette, fünf statt vier Gänge und lässt sich von Gleichdruck- statt einfachen Schiebervergasern beatmen. 26 PS bei 10.150/min standen beim Modell K0 auf dem deutschen Datenblatt, ab 1970 bei der K1 gar 30 bei 10.500. Allerdings verraten Verbesserungen an Nockenwelle, Ölpumpe und Steuerkettenspanner, dass auch eine Honda mit Fehlern auf die Welt kommen kann. So ganz ausgeräumt waren vor allem die ­Nockenwellenprobleme selbst bei der K4 von 1972 noch nicht, die sich serienmäßig mit einer Scheibenbremse schmückt und ab dem Folgejahr in die 27-PS-Klasse einrückte. Standesgemäßes Handling und ordentliche Stabilität prägen den Fahrbetrieb, vernünftige Zubehör-Federbeine machen die Honda CB 250 K schneller.

Der Motor wird richtig fix, wenn man seine Drehzahl nie unter 7500/min fallen lässt. Und wer auch den roten Bereich nicht scheut, kann versuchen, noch schneller als Ernst „Klacks“ Leverkus um den Nürburgring zu krachen: Der MOTORRAD-Tester legte 1972 auf der Honda seine bis dahin schnellste 250er-Runde hin. Geht doch. Aber das Tollste ist, dass die Honda CB 250 K richtig gut bummeln kann und schon unter 3000 Touren im großen Gang brav anzieht. Mit der Nachfolgerin CB 250 G übrigens bewies Honda ganz große Stärke und merzte alle bekannten Fehler aus. Eine Trochoid- statt Kolbenpumpe sorgt für kräftigen Schmiermittel-Durchsatz, auch an der nun in drei statt zwei Lagern rotierenden Nockenwelle. Geänderte Steuerzeiten verbreitern das nutzbare Leistungsangebot, ein Sechsganggetriebe verschafft dabei noch mehr Spielraum. Die beste CB 250. Die schwerste leider auch.

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Foto: Stefan Wolf
Honda CB 250 K.
Honda CB 250 K.

Technische Daten Honda CB 250 K

Honda CB 250 K (Modell K4)

Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, 249 cm³, 20 kW (27 PS) bei 10.150/min, 21 Nm bei 9500/min, Fünfganggetriebe, Einschleifenrahmen aus Stahlrohr mit gegabeltem Unterzug, Gewicht vollgetankt 170 kg, Reifen vorn 3.00 x 18, hinten 3.25 x 18, Tankinhalt 12 Liter, Höchstgeschwindigkeit (lang liegend) 141 km/h, 0–100 km/h in 7,7 sek.

Foto: Stefan Wolf
Honda CB 250 K.
Honda CB 250 K.

Szene

Die CB 250-Modelle der Serien K0 bis K4 gelten als Inbegriffe der Boomzeit und stehen gleichzeitig für eine höchst erfolgreiche Honda-Epoche. Viele Lehrlinge und Studenten träumten zwar von der CB 750, fuhren aber die versicherungsgünstige Honda CB 250 K. Dementsprechend zählt diese auch heute zu den häufigsten Youngtimern mit entsprechend moderaten Preisen. Selbst gute Exemplare gehen ab 1800 Euro weg, die 250 G liegt gelegentlich noch darunter. ­Allerdings verlangen die K-Moto­ren oft eine Zylinderkopfrevision. Die Ersatzteilsituation ist recht entspannt.

Foto: Archiv
Man muss sie nicht am schönsten finden, und die Leichteste ist sie sowieso nicht. Dafür die Robusteste überhaupt: CB 250 G von 1974.
Man muss sie nicht am schönsten finden, und die Leichteste ist sie sowieso nicht. Dafür die Robusteste überhaupt: CB 250 G von 1974.

Weitere Infos

Noch erhältlich sind die Reparaturanleitungen Honda CB 250/350 K0 bis K4 sowie Honda CB 250 und 350 G aus dem Bucheli-Verlag, Preis jeweils 39,90 Euro. Zum tieferen Verständnis der Marke dient die Autobio­grafie „Honda über Honda“ ihres Gründers Soichiro Honda – leider nur noch im Antiquariat.

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