Kultbike Triumph Trident 900 Stark, imposant und absoluter Kult

Mit der Trident 900 fädelte Triumph vor gut 20 Jahren auf die Erfolgsspur ein und ließ die hauseigenen Vierzylinder-Flaggschiffe blass aussehen.

Foto: Schwab
Ab 1991: der nackte Triumph Triple, Typ T 300, 249 Kilogramm schwer, 100 PS stark und 14 890 Mark teuer.
Ab 1991: der nackte Triumph Triple, Typ T 300, 249 Kilogramm schwer, 100 PS stark und 14 890 Mark teuer.

Man schrieb das Jahr 1991, die Japaner hatten den Markt fest im Griff und so gut wie alle Nischen besetzt. Viele europäische Hersteller bissen sich an der Qualität und Preisgestaltung aus Fernost die Zähne aus und hinkten mit schwachen Marktanteilen den japanischen Giganten hinterher. Und jetzt wollten ausgerechnet die Engländer den Markt auf den Kopf stellen?

Natürlich hoffte so mancher Briten-Fan darauf, dass Triumph nahtlos eine modernisierte Trident 750 aufleben ließe, um der Welt endlich zu demonstrieren, dass man im Königreich sehr wohl die besten Motorräder bauen kann. Doch ganz ehrlich: Was Anfang der 90er-Jahre von den Montagebändern im hochmodernen Triumph-Werk in Hinckley vom Band purzelte, haute die Motorrad-Gemeinde nicht gerade aus den Stiefeln. Sehr vierzylindrig, sehr japanisch, sehr klotzig und schwer, musste man einen weiteren Motorrad-Flop von der Insel befürchten.

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Wäre da 1991 nicht die günstigste und einfachste Baureihe, die Trident 750/900, in den Verkaufsräumen gestanden. Gut zehn Kilogramm leichter als die uniformen Vierzylinder, mit unverwechselbar heiserem Fauchen, kernigem Motorlauf und schmaler Silhouette, konnte der neue Triple am ehesten überzeugen. Zum Beispiel MOTORRAD-Redakteur Fred Siemer, der nach dem ersten Test (MOTORRAD 21/1991) den 900er-Dreizylinder zu seinem „Lieblings-Dickschiff“ erklärte.

Bei allen Kritikpunkten an Bremsen und Fahrwerk der ersten Serie war es das Motorenkonzept, mit dem Triumph den Japanern ein Schnippchen schlagen sollte. Nicht nur der Tradition, sondern in erster Linie dem Misserfolg geschuldet, verschwanden die Vierzylinder langsam, aber sicher aus dem Triumph-Katalog und wurden durch immer neue erfolgreiche Triple-Baureihen ersetzt.

Heute, also gut 20 Jahre nach dem Sturm auf die japanische Festung, hat sich das Motorenkonzept der alten Trident 900 endgültig durchgesetzt und Triumph zu einer der erfolgreichsten europäischen Motorradmarken gemacht. Und nicht nur das. Selbst Yamaha, in den 80er-Jahren mit der XS 750 ebenfalls mit einem Triple auf dem Markt, stellt für 2014 eine komplett neue Dreizylinder-Baureihe auf die Räder. Was den Erfolg der englischen Triples auch in Zukunft nicht schmälern wird. Im Gegenteil, der Triple steht damit mehr als je zuvor im Rampenlicht.

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Foto: Schmieder
Bis 1976: die letzte klassische Triumph Trident 750 Typ T 160, 230 kg schwer, 58 PS stark.
Bis 1976: die letzte klassische Triumph Trident 750 Typ T 160, 230 kg schwer, 58 PS stark.

Daten & Wissen

Daten: Dreizylinder-Viertakt-Reihenmotor, 885 cm³, 74 kW (100 PS) bei 9500/min, 81 Nm bei 6500/min, Sechsganggetriebe, Zentralrohrrahmen aus Stahlrohr, Gewicht vollgetankt 249 kg, Reifen vorn 120/70 ZR 17, hinten 160/60 ZR 17, Tankinhalt 25 Liter, Höchstgeschwindigkeit 215 km/h, 0-100 km/h in 4,3 sek.

Literatur: Erster Test der Trident 900 in MOTORRAD 21/1991, Gebrauchtkaufberatung in MOTORRAD 20/1997. Heft-Nachbestellung Tel. 01 80/ 5 35 40 50-24 42.

Marktsituation: Von den 563 Trident 900, die in Deutschland zwischen 1991 und 1998 verkauft wurden, sind die meisten in festen Händen echter Triple-Liebhaber. Der Markt an gebrauchten Tridents ist zwar nicht üppig bestückt, doch dafür sind die angebotenen Exemplare meist unverbastelte Original-Maschinen mit zum Teil deutlich unter 50000 Kilometern. Die Preise bewegen sich von unter 1000 Euro für schwere Korrosionsbaustellen bis zu sehr gepflegten Liebhaberfahrzeugen um 3000 bis 3500 Euro.

CLUB/IG/INTERNET:
www.t300.de/forum/
http://www.sprinter-forum.net/
http://www.t5net.de/

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