Kurztest Suzuki Bandit S 1230 Big (Archivversion) Bohrmaschine

Vorbeugen ist bekanntlich besser als bohren. Ausnahme: die aufgebohrte Suzuki Bandit S 1230 Big - da hilft Vorbeugen auch im nachhinein.

»Ihr werdet euren Spaß mit der Bandit haben«, verspricht Michael Klein von der Firma MAB aus Itzehoe - und er sollte Recht behalten. Schon das Design der Shadow Hunter, so der Zweitname der Bandit, gefällt. Teilpolierte Räder, die polierte Schwinge, Stahlflexleitungen und die dunkel getöhnte MRA-Spoilerscheibe sind zwar nur nette Gimmicks, heben diese Bandit aber wirkungsvoll aus der Masse hervor.Doch zwischen Spaß und Ernst verläuft im vorlliegenden Fall nur ein äußerst schmaler Grat: Wer über reichlich Erfahrung mit starken Big Bikes verfügt, wen weder irre Beschleunigung noch brachialer Leistungseinsatz schrecken, der grinst sich eins auf der 151 PS starken Bandit. Allen anderen wird der schwarze Räuber nur Angst einjagen und einmal mehr die durchaus berechtigte Frage nach dem Sinn solcher Tuningmaßnahmen provozieren.Kernstück der Big-Bandit ist der auf 1231 Kubikzentimeter aufgebohrte Serienmotor. Doch 74 Kubikzentimeter mehr Hubraum erbringen niemals 50 PS Mehrleistung, und tatsächlich wurde auch der Zylinderkopf kräftig bearbeitet. Die Verdichtung stieg von 9,5 auf 12,5, Nockenwellen von Megacycle lassen die Ventile ordentlich tanzen. Die Gemischaufbereitung für die optimierten Brennräume übernehmen jetzt 40er statt der serienmäßigen 36er Vergaser.Damit nicht nur mehr Frischgas in die vier luft/ölgekühlten Zylinder hineinströmt, sondern auch entsprechend viel verbranntes Altgas austreten kann, fertigte Michael Klein bildschöne 40 Millimeter dicke Krümmer aus hauchdünnem Titanrohr, die in einen umgebauten Endschalldämpfer einer Yamaha YZF 1000 münden. Neben den hervorragenden Leistungseigenschaften spricht noch ein weiteres Argument für die Titan-Krümmer - deren kunstvoll-blauviolette Färbung.In der Praxis wirkt sich die MAB-Motorbehandlung folgendermaßen aus: erster Gang - hoch das Rad, zweiter Gang - hoch das Rad, dritter Gang - hoch das Rad. Dabei reichen in der kürzesten Übersetzungsstufe bereits läpische 2000/min aus, um das Vorderrad gen Himmel schnalzen zu lassen.Mal davon abgesehen, daß die Shadow Hunter bei voll aufgerissenen Gashahn gnadenlos überpowert ist, schlägt sie sich fahrwerksseitig insgesamt recht ordentlich. Hier entspricht alles dem Original, selbst bei über 240 km/h liegt die MAB-Suzuki ruhig auf der Bahn und bietet durch die hohe Spoilerscheibe ausreichend Schutz vor stürmischen Störeinflüssen.Störend wirkt sich allerdings das Leistungsloch zwischen 5000 und 6000/min aus. Beim Dahinrollen in diesem Bereich will der Kraftprotz das Gas nicht so richtig annehmen, wodurch sich die gemessenen Durchzugswerten trotz der Mehrleistung kaum von denen einer 98 PS starken Serien-Bandit unterscheiden. Dieses Leistungsloch, das eine ebenfalls von MAB gefertigte, nur 3,5 Kilogramm leichte Racing-Auspuffanlage eliminiert, soll durch eine verbesserte Vergaserabstimmung in Zukunft auch bei der leisen TÜV-Anlage der Vergangenheit angehören.

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