Laverda 1000 SFC Modell 2003 (V) (Archivversion) Laverda - Aufstieg und Fall

Die Familie Laverda stammte ursprünglich aus einem Weiler gleichen Namens am Fuß der Dolomiten, rund 60 Kilometer nordwestlich von Venedig. 1873 gründete Pietro Laverda im nahe gelegene Breganze eine Landmaschinenfabrik. Aufs Zweirad kam die Firma nach dem Zweiten Weltkrieg, als der motorradbegeisterte Franceso Laverda einen 75ccm-Einzylinder-Viertakter konstruierte. Es folgten viele kleinvolumige Modelle, in den sechziger Jahren auch einige Roller.Größere Motorräder baute Laverda ab 1968. Der große Durchbruch kam in den 70er Jahren mit dem 72 PS starken und 220 km/h schnellen Supersportler 750 SFC, dessen zahlreiche Erfolge bei Langstreckenrennen ihn bald zu einem Mythos machten.1976 wurde seine Produktion eingestellt, die folgenden 1000er- und 1200er-Zweizylinder erreichten seine Popularität aber nicht. Für Aufsehen sorgte 1977 die wassergekühlten 1000er V6 mit Kardan, die allerdings nur einen einzigen Auftritt hatte: Bei den 24 Stunden von Bol d«Or 1978 schaffte sie auf der Mistral-Geraden 265 km/h. Weil das Reglement im folgenden Jahr nur maximal vier Zylinder erlaubte, verschwand Laverdas ehrgeiziger Sechszylinder in der Versenkung.Im geschäftlichen Bereich fanden Kooperationen mit Husqvarna (ab 1975) und Zündapp (ab 1977) durch den Verkauf beziehungsweise Zusammenbruch dieser Firmen Anfang der 80er Jahre ein Ende. Dann ging es steil bergab. Die Produktion eines Geländewagens, der die Firma retten sollte, erwies sich als finanzielles Desaster. 1984 verkaufte die Familie Laverda die Landmaschinenfabrik, das Motorradwerk dümpelte vor sich hin. Fünf Modelle wurde 1986 noch produziert: Die 600er Atlas, die 1000 SFC und drei kleine Zweizylinder für den italienischen Markt. Laverda wechselte schließlich mehrmals den Besitzer;1993 übernahm eine Gruppe von regionalen Industriellen unter der Führung von Francesco Tognon die Marke. Sie verlegten die Produktion in eine Industriehalle in nahen Zané und versuchten mit 650er- und 750er-Zweizylindern wie der Ghost einen Neustart.Doch zunächst mangelte es den Motorrädern an Qualität, dann kam es zwischen den Gesellschafter zum Streit; die Firma schien wie gelähmt.. Ein letzter gelungener Auftritt gelang 1999 auf dem Pariser Salon mit der Lynx 650 mit Suzuki-Motor; sie ging aber nicht mehr in Produktion. Im Herbst 2000 schließlich übernahm die Aprilia-Gruppe die Marke.

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