Leistungswettlauf im Motorradbau: Reportage (Archivversion)

Fritz Schwarz, 38, leitet das Team Fritze Tuning und beschäftigt sich intensiv mit der Abstimmung von Hochleistungsmotoren. Er betreut unter anderem das Yamaha Austria Racing Team in der Langstrecken-WM und hat beim MotoGP-Projekt von KTM wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Sind 180 PS oder mehr in einer 1000er mit Straßenzulassung nur zu haben, wenn andere Faktoren darunter leiden?
Grundsätzlich sicher nicht. Die große Hürde ist die Euro-3-Norm. Die macht die Sache extrem schwierig. Beispiel Yamaha R1, mit der wir viel Erfahrung haben:
Da brauche ich nur ein anderes Steuergerät, und schon verbessert sich die Fahrbarkeit immens.
Heißt das, der Kontext zwischen Spitzenleistung und Fahrbarkeit besteht nicht?
Doch natürlich, keine Frage. Aber Euro 3 ist der dickere Batzen.
Nun werden wir mit Euro 3 leben müssen. Was kann man also tun?
Da wird die Sache mit dem Ansprechverhalten und der Leistungsentfaltung zweifellos einfacher, wenn wir an den verbliebenen Stellschrauben drehen. Rund 50 Prozent dessen, was wir durch die Abgasnorm einbüßen, lässt sich durch eine andere Auslegung beispielsweise der Nockenprofile und des Ansaugtrakts wieder hereinholen. Aber das geht eben auf Kosten der Spitzenleistung. Wenn man es mit 165 oder 170 PS gut sein lassen würde, ließe sich sicher einiges machen. Aber eben nicht zu 100 Prozent wie vor Euro 3.
Aber würden 170 PS denn nicht reichen?
Ich rede hier von hohen Spitzenleistungen im Rennsport. In der Stadt, auf der Landstraße, auf der Autobahn? Das ist ja wohl keine Frage. Da rollen doch alle nur im unteren Drehzahlbereich rum.

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