Leitplanken-Unterfahrschutz: Report (Archivversion)

Die Geschwister Monika (42 Jahre) und
Andreas Schwill (41 Jahre) gründeten nach jahrelanger Vorarbeit den Verein MEHRSi. MOTORRAD sprach mit beiden.

Was hat Sie zu Ihrem Engagement veranlasst?
Monika: Wir sind in der Eifel groß geworden und
haben in all den Jahren Freunde bei tödlichen Motorradunfällen verloren. Solche Erlebnisse kennen viele, wir
wollten dann selbst etwas für mehr Sicherheit tun.
Andreas: Ein Freund von mir ist an einem Stützpfosten
gestorben, da war ich nur eine Kurve zurück, konnte ihn aber nicht mehr reanimieren. Und das war nicht der einzige Unfall an Leitplanken, den ich miterlebt habe.
Wie kam es zur Strategie von MEHRSi?
Andreas: Wir haben uns gewundert, warum sich in
einem hoch technisierten Land Kollisionen mit Stützpfosten nicht verhindern lassen. Passend dazu kam das Rheinische Straßenbauamt mit seinem selbst entwickelten Unterfahrschutz als Pilotprojekt auf den Plan.
Monika: Die Lösung des Problems lag nun auf einem silbernen Tablett. Wir sind dann auf den Amtsleiter, Helmut Nikolaus, zugegangen, um partnerschaftlich die flächendeckende Nachrüstung von Unterfahrschutz zu realisieren.
Welche Ziele verfolgt MEHRSi heute?
Monika: Wir sind eine Ein-Themen-Baustelle: Beseitigung der Todesfalle Stützpfosten. Weniger Leitplanken heißt das Ziel, und da, wo sie nötig sind, aber Motorradfahrer gefährden, muss der Unterfahrschutz her. Wer heute noch mit Styropor-Ummantelungen hantiert, der hat den Schuss nicht gehört.
Andreas: Unser Ziel war es von Anfang an, das Thema Unterfahrschutz über die Landesgrenzen von Nordrhein-Westfalen hinweg bekannt zu machen. Sein flächendeckender Einsatz kann nur gemeinsam mit allen daran Beteiligten erfolgen, MEHRSi versteht sich daher als Koordinationsplattform. Über 450 Mitglieder in nur zehn Monaten, das sollte für eine hohe Durchschlagskraft stehen.
Wie verwendet MEHRSi die Spenden und Mitgliedsbeiträge?
Monika: Alle Info-Materialien werden von separaten Sponsoren bezahlt. An den 17-Stunden-Arbeitstag haben wir uns gewöhnt, beantworten täglich rund 70 E-Mails.
Andreas: Alles Geld geht eins zu eins
in Unterfahrschutz. Wir haben keinen Hauptamtlichen, zahlen noch nicht einmal Aufwandsentschädigungen. MEHRSi steht für konkrete Nachrüstaktionen, aber nur, wenn die zuständige Behörde etwas dazugibt: Wir wollen die Straßenbauämter nicht komplett aus ihrer Verantwortung entlassen.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote