Lesererfahrungen (Archivversion)

Engagierte Mille-Treiber: So viele Zuschriften zu einem Langstreckentest bekam die Redaktion selten. Fazit: ein tolles Motorrad. Der Service aber könnte besser sein

Bis zum heutigen Datum bin ich mit der Mille 23300 Kilometer gefahren und habe keinerlei Schwächen festgestellt. Der Motor hat ordentlich Dampf, das Fahrwerk ist saugeil. Die Bremsen sind okay. Ich fühle mich auf diesem Krad sehr wohl. Auf den Rennstrecken von Oschersleben und Assen war sie eine ebenso treue Begleiterin wie im Schwarzwald-Urlaub. Wenn die Mille jetzt noch Kaffee kochen könnte, wäre sie perfekt.Bernd Volker, BraunschweigIm Dezember 1998 mit 128 PS bestellt, gingen bis zur Zulassung im Februar 1999 zwölf PS für die Homologation drauf. Kundenfang nennt man so was wohl. Trotzdem: Ob auf der Rennstrecke oder im Urlaub, die Mille taugt für beides. Die Originalbremsbeläge vorne habe ich gegen SBK 3 von Carbone Lorraine getauscht, in die Gabel kam dünneres Öl, das Originalfederbein machte einem von Öhlins Platz. Ein immer mal wieder auftauchendes Ärgernis sind die Undichtigkeiten des Kühlwasserkreislaufs. Die Schlauchschellen taugen nichts. In Zolder hätte ich meine Mille deshalb fast im Kies versenkt. Sonst aber ist sie ein echtes Spaßgerät, problemlos und zuverlässig. Und so werde ich sie noch eine ganze Weile fahren.Rüdiger Stenkamp, BorkenAls ich im Herbst 1999 den Kaufvertrag unterschrieb, war ich mir nicht ganz sicher, was mich erwarten würde. Doch bis heute lief die Mille ohne Probleme, war natürlich auch in der Werkstatt, aber nur zum Kundendienst. Positiv bin ich überrascht vom Benzinverbrauch zwischen 5,5 und 7,2 Litern. Die Verarbeitung ist super und vom Design brauchen wir bei den Italienern gar nicht sprechen.Andreas Fricke, CalwMeine RSV kaufte ich im April 1999 im Neuzustand. Nach 1200 Kilometern wurde eine Shark-Doppelrohranlage montiert, auf der Rennstrecke wird diese gegen ein Sebring-Racingrohr getauscht. Nach 2000 Kilometern ersetzte ich das Eprom und es wurden Sturzpads von GSMG montiert. Da ich meine Mille oft auf der Rennstrecke fahre, tauschte ich die Bremsleitungen gegen Stahlflexleitungen von Lukas und die Beläge gegen Sintermetallbeläge. Die Handpumpe wurde durch eine 19er-Brembo ersetzt, hinten fahre ich ein 43er-Kettenblatt, die Fußrasten kommen aus dem Zubehör. Meine Reifenerfahrungen: Michelin Pilot Race oder Pilot Sport sowie Bridgestone BT 56 SS sind maßgeschneidert für dieses Bike. Mein Fazit: die Mille würde ich sofort wieder kaufen.Armin Kramer, RadolfzellIm Dezember 1998 erwarb ich eine RSV mille als Neufahrzeug. Schon auf der Probefahrt begeisterte mich das präzise Handling dieser schön verarbeiteten Maschine. Im Laufe der 35000 Kilometer wurde ein Kettensatz erneuert, bei 15500 Kilometern ein Akrapovic-Slip-On-Schalldämpfer und Spiegler-Gussscheiben mit passenden Belägen montiert. Zusammen mit einem Satz Stahlflexleitungen stellt die Anlage mich dann auch auf der Rennstrecke zufrieden. Das Originaleprom wurde durch eins von Dynotec ersetzt. Zusammen mit dem offenen Lufteinlass und dem offenen Schalldämpfer dürfte so etwas Leistung und Drehmoment hinzugekommen sein. Zu bemängeln ist die laxe Garantieabwicklung des Herstellers. Im Dezember 1999 schrieb mich Aprilia an, um das Motorrad kostenlos durchzusehen. Fein, dachte ich, springt sowieso schlecht an. Das Lenkkopflager wurde erneuert, eine Umrüstung an der Drosselklappe vorgenommen, neue Zündkerzen eingeschraubt. Beim Abholtermin sprang sie gar nicht mehr an. Es dauerte von Mitte Dezember bis Mitte März, bis die Ersatzteile (Anlasserspindel, Kabel ) eintrafen. Dann wurde vom Händler ein Kostenanteil von 270 Mark berechnet. Ich fühle mich geneppt. Fazit: Motorrad gut, Service mit unendlichem Verbesserungspotenzial.Jörg Richterich, DüsseldorfIch fahre seit Februar 1999 die RSV mille und habe bis heute 19500 Kilometer abgespult. Das Teil geht sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke richtig gut. Bei 8000 Kilometern musste das Lenkkopflager raus, außerdem rutschte die Kupplung. Der Wechsel auf Mineralöl brachte Besserung, die Entdrosselung 125 PS und der Wechsel auf ein 43er-Kettenblatt mehr Spritzigkeit. Fazit: Bei mir kommt nur noch ein V-Twin in die Garage.Andreas Gaudeck, Schwedt/OderHier ein kleine Zusammenfassung meiner Erfahrungen mit der Mille. Ein wirklich klasse Moped, das auch für mich als 1,90 Meter großer Mensch bequem und komfortabel ist. Auf den letzten 10000 Kilometern durch die Alpen, auf der Landstraße und durch Berlin wirkte die RSV wie ein Chamäleon, das sich den unterschiedlichsten Gegebenheiten anpasste – bis ich auf dem Sachsenring im Omega abgestiegen bin. Verkleidung und Ölbehälter defekt. Letzterer kostet 600 Mark. Nach zwei Wochen Wartezeit habe ich ihn schweißen lassen. Auf die Verkleidungsteile warte ich seit einigen Wochen vergeblich. Eine Nachfrage bei Aprilia blieb ebenfalls unbeantwortet. Fazit: geniales Moped, richtig schlechte Dienstleistung.Olaf Nißler per E-mailMeine RSV, ein 1998er-Modell, habe ich mit 6000 Kilometern gebraucht gekauft. Inzwischen hat sie fast 15000 Kilometer runter. Nach Jahren mit zuverlässiger, aber langweiliger japanischer Einheitsware wollte ich etwas Gutes und Besonderes. Ich habe den Kauf nicht bereut. Das Fahrwerk ist eine Wucht, der Motor geht ab 4500/min richtig gut und macht mit seinen charaktervollen Vibrationen unheimlich Spaß. Nur bummeln mag sie nicht so recht, unter 3500/min ruckelt der Motor und die Sitzhaltung ist bei langsamer Fahrweise doch recht sportlich. Das Entdrosseln bringt vor allem einen Drehmomentzuwachs im mittleren Drehzahlbereich. Ab 5000/min geht der Motor viel besser. Ein 16er-Ritzel macht die Mille spritziger und landstraßentauglicher.Thomas Kuzel, per E-mailNach 5500 Kilometern mit einer 1999er Mille bin ich sehr zufrieden. Der Motor (offene Version) hängt einfach super am Gas, das Fahrwerk ist durch nichts zu erschüttern. Im Vergleich zur Ducati 916 finde ich sie sogar richtig handlich. Zu bemängeln habe ich nur die schwachen Bremsen und die zu lange Übersetzung, aber dafür gibt’s ja den Zubehörhandel. Tauschen würde ich dieses Motorrad nur gegen eine mille R.Markus Pütz, per E-mail

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote