Lesererfahrungen (Archivversion)

So eine Suzuki GT 750 ist mit den heutigen Motorrädern eigentlich nicht zu vergleichen: Sie hat ein schlechteres Fahrwerk, meist einen größeren Durst und verlangt nach etwas mehr Zuwendung. Dafür ist sie aber ein absoluter Hingucker - und ein Sammlerstück.

Mittlerweile bin ich im Besitz von vier Wasserbüffeln, alle Modell 1976. Bei regelmäßiger Zündungs- und Vergaserkontrolle laufen die Motoren absolut problemlos. Der viel geschmähte Benzinverbrauch beträgt bei den 1976er Modellen zirka sieben Liter, bei Dauervollgas rund neun Liter. Der Auspuff muß gummigelagert werden, zudem dürfen die Krümmerschrauben nicht fest angezogen sein (aber sichern) - ansonsten sind Schwingungsrisse in der Auspuffanlage die Folge. Tip an interessierte Käufer: bei aufgebohrten Zylindern auf korrekte Bearbeitung der Schlitzkanten achten. Bei nicht abgerundeten Kanten sind erhöhter Verschleiß der Kolbenringe bis zum Bruch die Folge. Karl Gerhards, WittlichMeine GT 750 L, Baujahr 1974, befand sich in einem jämmerlichen Zustand, als ich sie 1996 für 1400 Mark kaufte. Ein US-Import ohne Sitzbank, Scheinwerfer und Hauptständer, aber dafür mit Beulen und Pinsellackierung. Um die fehlenden Teile zu besorgen, waren etliche Telefonate mit Gebrauchtteilehändlern nötig. Mein Tip: Vor dem GT-Kauf in den Wasserbüffelclub eintreten, denn da gibt’s genug Leute, die Teile verkaufen oder auch nur einen Rat geben können. Nach den üblichen Restaurationsarbeiten am Fahrgestell entschloß ich mich, den Motor nicht zu zerlegen, da er noch gute Kompressionswerte aufwies und keine auffälligen mechanischen Geräusche von sich gab. Bis jetzt hat meine GT 750 rund 51500 Meilen drauf, was immerhin 83000 Kilometern entspricht und so bestätigt, daß der Motor ziemlich robust ist. Probleme mit dem Fahrwerk habe ich nicht, da ich ein recht gemütlicher Fahrer bin, aber ich kann mir schon vorstellen, daß ein Liebhaber hoher Geschwindigkeiten nach so mancher Kurve sein Herz in der Hosentasche wiederfindet.Andreas Heine, SüpplingenIch habe meinen Büffel letztes Jahr mit 29000 Kilometern gekauft. Die anschließende Restaurationszeit betrug sechs Monate - die Kosten für Telefon und Sprit habe ich zum Glück gar nicht erst aufgeschrieben -, heute ist der Zustand ziemlich original. Die Motorvibrationen killen einfach alles: von der Halterung des Wasserkühlers bis zu meiner Armbanduhr. Naja, und daß ein Büffel sehr viel zu saufen braucht, muß ich ja wohl nicht extra erwähnen.Jürgen Prummer, DornhahnIch konnte 1990 die einzige GT 750, die in der ehemaligen DDR lief, mit einem leichten Unfallschaden erwerben. Der Vorbesitzer hatte in akribischer Kleinarbeit eine Drei-in-drei-Resonanzanlage passend zum getunten Motor mit geänderten Steuerzeiten gebaut. Der Rahmen war an mehreren Stellen verstärkt worden. Das Ding ging wie die Hölle, statt 7000 drehte sie an die 9000/min. Auf dem Rollenprüfstand fanden sich dann auch über 80 PS am Hinterrad. 1992 und 1993 fuhr ich damit einige Rennen bei Moto aktiv in der 600er Viertaktklasse mit. Leistungsmäßig kein Problem, aber die Bodenfreiheit ist einfach zu gering. Verbrauch unter Rennbedingungen: 22 Liter. Mit meinen verschiedenen GT 750 habe ich bisher insgesamt rund 300000 Kilometer zurückgelegt.Martin Krause, BerlinLogo SchraubertipDa der vierseitige Brief von Leser Krause für MOTORRAD sehr hilfreich war, bekommt er die 100 MarkMeine GT 750 J, Baujahr 1976, erwarb ich mit 15000 Meilen während eines Urlaubs in Kalifornien. Wegen eines Sturzschadens (Gabelholm krumm, Tank verbeult) betrug der Preis nur 200 Dollar. Die Gesamtkosten inklusive Transport beliefen sich auf zirka 3500 Mark, das für die Vollabnahme benötigte Datenblatt wurde mir von Suzuki kostenlos zugefaxt. Der durchzugsstarke Motor machte mir sehr viel Spaß, bis mich bei 22000 und noch einmal bei 25000 Meilen ein Kolbenfresser - schuld war wahrscheinlich der nicht originale Luftfilter - viel Zeit und Geld kostete. Mittlerweile, mit der zweiten Übergröße bestückt und mit 26000 Meilen auf dem Tacho, meldet sich die Kurbelwelle mit lautem Klackern zu Wort. Ich bin’s jetzt leid: suche kompletten Motor, Angebote bitte unter Telefon 06152/55042.Wolfgang Steiner, Büttelborn

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