Lesererfahrungen (Archivversion)

Den horrenden Unterhaltskosten, der eingeschränkten Alltagstauglichkeit und den Qualitätsmängeln zum Trotz: Ducati 851/888-Besitzer schwören auf den Sound und den eigenen Charakter ihrer rassigen Italienerin.

Im März 1992 erwarb ich meine Ducati 851. Um vollen Durchzug zu erhalten, montierte ich Bos-Racing-Schalldämpfer und entfernte die Kats. Nun dreht die Duc mit tollem Sound absolut frei und ohne Einbruch hoch. An der Vorderradbremse kamen Spiegler-Stahlflexleitungen zum Einsatz, die große Wirkung zeigen. Bei den Reifen machte ich mit Michelin TX 11/23 die besten Erfahrungen in Sachen Handlichkeit. Nach 26 000 Kilometern versagte der Lichtmaschinenregler den Dienst. Aber mit einem neuen Regler für 350 Mark wummert sie jetzt wieder.Josef Heumann, HerriedenMeine Ducati 888 Strada habe ich 1994 neu gekauft. Es war mein absolutes Traummotorrad. Wie von Euch in mehreren Testberichten beschrieben, sind die Kontrolleuchten im Sonnenlicht kaum abzulesen, und in den Rückspiegeln kann man allenfalls die Überreste verstorbener Insekten auf der eigenen Kombi erkennen. Leider konnte ich die horrenden Inspektionskosten nicht vorher erahnen, aber nichtsdesto trotz begeistert die Ducati mit unnachahmlichen Fahrspaß und einmaligem Sound. Nach nur 8000 Kilometern kann ich über keine Mängel berichten, außer der zurückhaltenden Begeisterung meiner Freundin über den sogenannten Soziusplatz.Tino Frank, LudwigshafenSchon immer haben mich italienische Motorräder interessiert, doch die Gerüchte über ihre Unzuverlässigkeit hatten mich lange zögern lassen. 1991 erwarb ich nach einer begeisternden Probefahrt dann doch meine Ducati 851 SP 3. Die Bremse rüstete ich auf Stahlflexleistungen um. Nach fast vier Jahren und 40 000 Kilometern wurden wir durch einen Diebstahl jäh getrennt. Die bis dahin aufgetretenen Defekte wurden größtenteils auf Garantie behoben. Nachträglicher Einbau einer Entgasungsanlage gegen Dampfblasenbildung, ein Kabelbruch in der Elektrik, ein wegen Vibrationsschäden nachgeschweißter Tank, ein undichter Kühlwasserschlauch sowie ein defektes Drosselklappenpoti - all diese Kleinigkeiten nahm ich gern in Kauf, denn dafür wurde ich mit einem unnachahmlichen und charakterstarken Antrieb belohnt. Meine bisherigen Erfahrungen lassen mich zu der Überzeugung kommen, daß die vermeintliche Unzuverlässigkeit sich durch eine zuvorkommende Behandlung und regelmäßige Wartung auf ein normales Maß reduzieren lassen.Kornelia , Raum KölnAnfang 1995 habe ich mir meine Ducati 851 Baujahr 1991, mit 2500 Kilometern zugelegt. Ein hängengebliebener Gaszug sorgte gleich auf der ersten Ausfahrt für einen Ausrutscher.Nachdem der Spannungsregler einem Hitzekollaps erlegen war, sorgte ich durch Entfernen der Gummimanschette über dem Kühler und der Blende zwischen Tank und Lenkkopf dafür, daß den neuen Regler nicht das gleiche Schicksal ereilt. Am Defekt des Anlasserfreilaufs war die schwache Batterie nicht ganz unbeteiligt. Die Bremse wurde durch eine Kombination von Stahlflexleitungen, schwimmend gelagerte Gußscheiben und Beläge von Ferodo verbessert. Mit Michelin Hi-Sport vollführt die Ducati einen Eiertanz, Metzeler ME Z 1 bringt die Sache wieder ins Lot. Richtig Laune macht eine Termignoni-Tangentiale-Auspuffanlage in Verbindung mit einem neuen Eprom und K&N-Filtern. Kurzum ein Motorrad, das nicht jeder fährt.Joachim Schöpfer, EllweilerMeine Duc 851 kaufte ich im Dezember 1992. Bei der ersten Inspektion bekam sie offene Sil-Moto-Kohlefaserendtöpfe montiert. Die Inspektionskosten belaufen sich alle 5000 Kilometer auf rund 600 Mark. Die Inspektionsintervalle habe ich trotz angeblich empfindlicher Desmodromik mehrmals um das Doppelte überzogen. Die Vorderradbremse ist trotz Stahlflexleitungen eine Katastrophe. Bis auf eine defekte Benzinpumpe, einen durchgebrannten Lichtmaschinenregler und eine dekekte Batterie gab es bis zu heutigen Kilometerstand von 52 000 keine größeren Probleme. Ärgerlich ist die mangelnde Paßgenauigkeit und die daraus herrührenden Scheuerstellen der italienischen Kunststoffteile, daher habe ich meine Ducati auch nach meinen Vorstellungen umgebaut. Die Unterhaltskosten sind zwar recht hoch, aber es war schon immer etwas teurer, etwas Besonderes zu fahren. Ich würde mit jederzeit wieder eine Duc 851 kaufen.Frank Rose, Delbrück

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