LESERERFAHRUNGEN (Archivversion)

Etwas sensibel ist sie schon, die RD, aber welcher Zweitakter ist das nicht? Dafür ist der Preis für eine Gebrauchte meist sensationell niedrig und der Fahrspaß, glaubt man den Besitzern, immens hoch.

Meine RD 250 mit 30 PS habe ich 1975 für 3500 Mark und 25 Mark für das Freilegen des sechsten Gangs gekauft. Die Yamaha wurde in den nächsten beiden Jahren bei einigen Zuvi-Veranstaltungen eingesetzt. An solchen Wochenenden kamen locker 1000 Kilometer zusammen - und das ohne Probleme. Im letzten Jahr mit der RD hatte ich zwei Motorschäden zu beklagen, beidesmal war die Ölpumpe schuld: Einmal riß der Bowdenzug, das andere Mal verabschiedete sich ein Arretierungsstift. 1979 verkaufte ich die 250er mit Kilometerstand 48 000 für 1000 Mark.Alfons Strieker, VerlIch kaufte meine RD 250 1975 neu zum Friedenspreis von 3875 Mark - einen neuen Helm gab’s gratis dazu. Natürlich hat die RD in diesen 22 Jahren einige Änderungen erfahren, hier nur die wichtigsten: Cockpitverkleidung, Höckersitzbank, M-Lenker, zurückverlegte Fußrasten, Bronze-Schwingenlager, Kegelrollenlager im Lenkkopf und Federbeine der RD 400. Von der Ölpumpe habe ich stets die Finger gelassen und lediglich die Einstellung überprüft, auf bisher 60 000 Kilometern benötigte ich so nur einen einzigen neuen Kolben. Einige Schwachpunkte gibt’s allerdings schon: So verlangt zum Beispiel die Elektrik mit ihren lustig baumelnden Sicherungen nach Nachbesserung. Mit der Verarbeitungsqualität kann man ansonsten aber zufrieden sein. Auch die Verbräuche sind okay: Benzin zwischen 4,5 und 6,5 Liter, ein Liter Öl reicht, je nach Fahrweise, für 400 bis 1000 Kilometer.Gerd Freitag, BerlinDas Los hat entschieden: Die 100 Mark erhält Gerd Freitag aus BerlinAuf der Veterama 1995 habe ich mir eine 1977er RD 250, Typ 1A2, in gutem äußerlichen Zustand für 600 Mark zugelegt. Nach der ersten Probefahrt traten dann etliche Mängel auf: Tank gerissen, Kapitalschaden der Lichtmaschine und hintere Scheibenbremse blockiert. Nach dem Beheben dieser Mängel wurde die Maschine für den Weg zur Arbeit sowie für Wochenend- und Urlaubsfahrten genutzt. Nachteile auf längeren Strecken sind der hohe Spritkonsum (rund sechs Liter) und die knüppelharte Hinterradfederung. Dafür springt die RD stets gut an und ist sehr zuverlässig. Dieser Zufallskauf hat mir schon viel Freude bereitet.Jèrome Kummer, L-SchweichMeine RD 250, Typ 352, schob ich 1984 für 100 Mark aus einem Schuppen. Nachdem ich Neuteile für zirka 700 Mark verbaut hatte, war sie fast wieder in makellosem Originalzustand. Die RD ist ein robustes und zuverlässiges Motorrad - der Motor ist bei richtiger Behandlung praktisch nicht totzukriegen. Man sollte jedoch lange Autobahnfahrten vermeiden, da hier gern schon mal ein Loch im Kolben entsteht. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der Zündung und besonders der Ölpumpe, da sich der Führungsbolzen für die Verstellung verabschieden kann. Die Gummiringe zwischen den Mitnehmerscheiben der Kupplung kann man getrost entfernen, dann rutscht die Kupplung nicht mehr an Steigungen unter Vollast. Leider befindet sich meine RD seit Sommer 1995 mit einem Loch im Kolben im vorläufigen Ruhestand - nächstes Jahr werde ich sie voraussichtlich als 350er wieder aufbauen.Lutz Ketelsen, HandewittIm Frühjahr 1993 kaufte ich eine RD 250, Baujahr 1974, mit zirka 20 000 Kilometern. Heute liegt der Kilometerstand bei rund 40 000 - große Probleme gab es zwischendurch keine. Damit lange Freude an dem etwas sensiblen Motor besteht, sollten Zündung, Ölpumpe und Vergasersynchronisation häufig kontrolliert werden. Um sich wenigstens die Kontrolle der Zündung zu sparen, hilft der Einbau einer kontaktlosen Zündung von Piranha. Ersatzteile für die RD sind immer noch erhältlich, aber leider nur zu unverschämt hohen Preisen.Jens Rohloff, TrittauMeine Frau kaufte sich 1992 als ihr erstes Motorrad eine billige RD 250, Baujahr 1977. Nach diversen Motorschäden (Kolbenfresser, Pleuelabriß) habe ich die Ölpumpe entfernt und die Vergaseranschlüsse sorgfältig verschlossen. Der Motor bekommt das Bel-Ray-Öl MC-3 im Verhältnis 1 zu 70 und ist nun zuverlässig und vollgasfest - und das bei einem Verbrauch von sechs Litern. Generell ist die Elektrik recht anfällig, aber bei zwanzig Jahre alten Motorrädern geht eben öfter etwas kaputt, zum Beispiel die Federbeine, die Lichtmaschine oder die Radlager. Ist aber egal, die wehmütigen Erinnerungen heute 40jähriger und der Fahrspaß mit der spritzigen RD machen’s wett. So hat sich ein richtiger RD-Virus entwickelt, und ich kaufte mir 1995 ebenfalls eine RD - die 400er.Christian Rolfs, Emden

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