Lesererfahrungen (Archivversion)

Sechs Bandit-Fahrer, eine Meinung: trotz diverser Mängel ein Motorrad, das sein Geld wert ist.

Meine auf Mariah getaufte Bandit ist seit über 30000 Kilometern treu an meiner Seite. Es macht einfach Spaß, sie zu fahren. Die Handlichkeit ist exzellent, der Zweipersonenbetrieb gut, die Tourenqualitäten sind bestechend. Auf Autobahnetappen mit Vollgas beträgt der Spritverbrauch 7,7 Liter, auf Landstraßen 5,8. Zunächst fuhr ich die 34-PS-Version und war auch damals mit den Fahrleistungen zufrieden. Mariah hat einen Motorschutzbügel und ein Koffer-/Trägersystem von Hepco & Becker - beides relativ paßgenau und einfach zu montieren. Als störend empfinde ich, daß nach jeder Regenfahrt die Blinker unter Wasser stehen und die Instrumente von innen beschlagen. Desweiteren klemmt das Lenk-/Zündschloß (trotz Schmierung), auch korrodieren einige Schraubverbindungen bereits heftig. Außerdem geht die Gabel beim harten Bremsen zu schnell auf Anschlag. Doch das Gute an Mariah überwiegt deutlich.Stefan Henrici, GilchingSeit dem 8. März 1996 fahre ich eine GSF 600. Mit dem Fahrwerk bin ich sehr zufrieden, bis auf Reifen und Sitzbank. Drum habe ich die Sitzbank gegen einen Variohöcker der Firma Gimbel ausgetauscht, wodurch auch die Sitzhöhe verringert wurde. Durch die Umbereifung von Bridgestone auf Metzeler wurde die Bandit ab 140 km/h ruhiger.Jürgen Schwarz, Eimersdorf Ich habe meine Bandit im März 1995 gekauft. Nach 2000 Kilometern fiel mir die lasche Gabel auf. Also: Gabel aufgeschraubt und längere Distanzhülsen eingesetzt. Zwischen 5000 und 10000 Kilometern bemerkte ich, daß der Lack im vorderen Bereich des Rahmens abblättert. Im Winter traten dann immer öfter Zündprobleme auf. Der Motor lief nur noch auf drei Zylindern, bis gar nichts mehr ging. Wurde aber auf Garantie behoben. Ansonsten lief die Kiste ganz gut, bis mir Ostern 1996 ein Auto die Vorfahrt nahm. Jetzt fahre ich Triumph.Alex Kemmann, OlfenDie Bandit paart Handlichkeit mit fast narrensicherem Fahrverhalten, bietet auch mit 34 PS erstaunlich gute Fahrleistungen, und die Sitzposition läßt selbst mich (1,96 Meter) mehrere Stunden im Sattel durchstehen. Nachteilig aufgefallen ist das extrem nervige Kaltstartverhalten. Berichte über ein schwächliches Federbein kann ich nicht bestätigen, allerdings neigt die Gabel schnell zum Durchschlagen. Für mich hat sich die Bandit sowohl als sportliche Maschine als auch auf Touren bewährt.M. Hilgenfeld, GräfelfingIch fahre eine »S«-Bandit, also mit Halbschale, die mir bis jetzt viel Freude bereitet hat. Sie ist ein leicht zu fahrendes Motorrad, das stets gutmütig reagiert. Nachteile aus meiner Sicht: Die Verkleidung erzeugt heftige Windgeräusche, die auch durch Anbau einer Scheibe von MRA nicht beseitigt werden konnten. Dann die Motorvibrationen bei 5000 Umdrehungen, die leider auch im häufig gefahrenen Bereich bei 100 km/h im letzten Gang auftreten. Der teigige Druckpunkt der Vorderradbremse wurde durch Verwendung von Stahlflex-Bremsleitungen behoben. Was mich stört, ist das Kleben der Kupplungsbeläge nach längerer Standzeit, das weder durch Einstellarbeiten noch durch Synthetiköl behoben werden konnte. Erstaunlich ist die Elastizität des Motors. Die Verarbeitung würde ich als durchschnittlich bezeichnen. Alles in allem überwiegen aber die Vorteile der Bandit.Hans Meier, StuttgartMeine Bandit hat zwar noch keine 5000 Kilometer auf dem Buckel, trotzdem habe ich ein paar Tips. Wichtig für Banditen, die etwas herzhafter am Gasgriff drehen: Die Bridgestone-Gummis runter und Metzeler ME Z1 drauf. Vorn 110 - wie gehabt, hinten 160 statt 150. Diese Bereifung vermittelt viel mehr Gefühl für die Straße. Haftung, Zielgenauigkeit und Stabilität fallen um Klassen besser aus. Stahlflexbremsleitungen sind ebenfalls ein Muß. Jungs und Mädels bis 57 Kilo Gesamtgewicht dürften keine Probleme mit der Fahrstabilität bekommen, wenn sie das Serienfederbein auf Position vier oder fünf einstellen. Solo kann man auf holprigen Sträßchen noch flott durch enge Kurvenpassagen preschen, ohne abgeworfen zu werden. Kleine Leute sollten den Lenker etwas zum Tank drehen, damit er näher am Körper liegt - gerade auf längeren Touren angenehmer für Schultern und Handgelenke. Außerdem empfiehlt es sich, die Sitzbank abzupolstern, sie ist danach immer noch bequem genug. Mein Eindruck nach einer 450 Kilometer langen Probefahrt mit der GSF 1200: Die 600er ist die bessere Bandit, gerade auf engen Straßen.Thilo Schatz, Pfullingen

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