LESERERFAHRUNGEN (Archivversion)

Es war kaum anders zu erwarten: 80 Prozent der Leser, die MOTORRAD geschrieben haben, fahren die ZZ-R 1100 mit offener Leistung. Alle erfreuen sich am immensen Schub, die Technik arbeitet im allgemeinen problemlos.

100-Mark-TipMeine ZZ-R 1100 habe ich 1990 neu gekauft, seitdem habe ich mit ihr 33 000 erfreuliche Kilometer zurückgelegt. Das etwas lästige Spiel der Schwinge, die sich bei mancher ZZ-R fünf bis zehn Millimeter (gemessen am Hinterrad) auf und ab bewegen läßt, liegt an einer nicht passenden Klemmung der Lagerachse des Umlenkhebels am Rahmen. Die am Rahmen angeschweißten Alu-Laschen, zwischen die die Achse geklemmt wird, weisen einen zu großen Abstand auf (über ein Millimeter Toleranz). Abhilfe: Hebelei ausbauen, mit Fühlerlehre den Freiraum messen, Toleranz durch Beilegen von Stahlscheiben nach DIN 988 (12x18, 0,5 mm dick) ausgleichen und mit vorgeschriebenem Drehmoment anziehen. Wer Scheiben haben möchte, kann diese kostenlos von mir gegen Einsendung eines frankierten Rückumschlags bekommen. Zum Geduldsspiel kann das Anlassen ausarten, wenn das Motorrad einige Wochen gestanden hat. Da die Benzinpumpe nur bei laufendem Motor arbeitet, lassen sich die Schwimmerkammern nicht manuell fluten. Die Pumpe läßt sich aber anschalten, indem man den Pluspol der Batterie mit dem schwarz/blauen Kabel des Relais, welches an der Werkzeugschale befestigt ist, verbindet.Karlheinz Segebrecht, Telmeskamp 9a, 41379 BrüggenIch fahre meine scheckheftgepflegte 1993er ZZ-R 1100 jetzt rund 18 000 Kilometer. Im Juli diesen Jahres riß auf der Autobahn bei Tempo 200 das Pleuel von der Kurbelwelle ab und durchschlug den Motorblock. Die Werkstatt kalkulierte den Reparaturpreis: 11 500 Mark ohne Lohnkosten. Auf meine Anfrage bei Kawasaki Deutschland wurde mir mitgeteilt, daß ich mit maximal 50 Prozent Kulanz auf den Materialanteil rechnen kann, da die Garantiezeit abgelaufen ist. So rufe ich Kawasaki ein letztes »Let the good times roll« zu.Renato Czock, ErfurtNachdem ein Autofahrer 1991 meine GPZ 600 R in die ewigen Jagdgründe geschickt hatte, kaufte ich meine ZZ-R 1100. Nach einer Saison mit 15 000 Kilometern und »nur« 100 PS war ich die mitleidigen Blicke der »richtigen« ZZ-R-Fahrer leid und ließ meine Kawasaki entdrosseln. Fazit: Warum habe ich das nicht gleich gemacht? 150 PS braucht niemand - aber es ist so geil. Bis zum Herbst 1994 standen dann 56 000 Kilometer auf dem Tacho, dann bat das Getriebe (zweiter und fünfter Gang) um eine Überholung. Dieses Jahr, bei Kilometerstand 73 000, spielten die Einlaßventile nicht mehr mit und wurden getauscht.Günther Hoen, DitzingenIch kaufte meine zweite ZZ-R 1100 gebraucht mit 3000 Kilometern. Jetzt steht der Kilomterzähler auf 50 000 - Probleme gab’s bisher keine. Negativ sind die zu weiche Gabel (behoben mit White-Power-Federn) und die Stabilität bei Topspeed zu bewerten. Eine Wucht aber ist der Motor. Sehr sparsam (fünf Liter auf der Landstraße, sieben bis acht auf der Autobahn). Ab 3000/min steht ordentlich Dampf zur Verfügung, ab 7000/min wird ein wahres Feuerwerk abgebrannt. Auch die Bremsen sind Spitze.Stephan Schenk, UlmDen Fahrwerksschwächen meiner ZZ-R, Modell 1993, rückte ich durch Gabelfedern von White Power und mit einem längeren Federbein zu Leibe. Seither fährt sich die Kawasaki viel handlicher und hat mehr Schräglagenfreiheit. Um dem Motorrad auch äußerlich mehr Sportlichkeit zu verleihen, wurde ein LSL-Heckteil angebaut, sowie eine Vier-in-eins-Anlage von Cobra, eine Deget-Schwinge und eine 6,25-Zoll-Felge montiert. Das Maß aller Dinge waren die Reifen ME Z1 von Metzeler - seither habe ich nicht mehr das Gefühl, einen Eisenhaufen zu bewegen. Dank optimaler Pflege gibt es über meine Dampflok nichts zu meckern, und deshalb will ich mich auch nie von ihr trennen.Herbert Brodoel, Bad Teinach

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