Lesererfahrungen (Archivversion)

Die Sitzbank ist zu schmal, die Federung zu weich, der Steuerkettenspanner zu schwach und die Verarbeitung teilweise mäßig. Eine Aufgabe erfüllt das Funbike aber hundertprozentig: Es macht Spaß.

Brief 1Ende 1992 kaufte ich mir eine KLE 500 für nur 7999 Mark. Der konkurrenzlos niedrige Preis war neben dem gelungenen Design der Hauptkaufgrund. Im Zweimannbetrieb oder bei starker Beladung neigt die Vorderradbremse zum Fading. Durch Entfernen des Bremsscheibenprotektors kann man dem Problem allerdings entgegenwirken. Die Sitzbank ist zu hart gepolstert und die Lackqualität sehr schlecht. Der Auspuff setzt speziell an den Krümmern schnell Rost an. Die Schaltung agiert manchmal etwas hakelig. Die Zuverlässigkeit ist vorbildlich, die KLE springt stets auf den ersten Knopfdruck an, auch bei minus zehn Grad.Frank Herbort, MeisenheimBrief 2, 100 Mark-TipIch fahre seit 1992 eine neu gekaufte KLE mit 50 PS. Nach 10 000 Kilometern rissen die Stehbolzen der Krümmerbefestigung aus. Nach gut 15 000 Kilometern machte der Steuerkettenspanner schlapp (typisch Kawasaki), die Steuerkette war nach 43 000 Kilometern austauschreif. Bis heute (Kilometerstand 77 000) riß zweimal der Kupplungszug. Die Vorderradbremse quietschte am Anfang gar schrecklich, aber mit Dunlopad-Bremsbelägen gewöhnte sie sich das ab. Die Dunlop Trailmax-Reifen halten vorn 15 000, hinten 6000 Kilometer, die Haftung ist unter allen Bedingungen super. Pirelli MT 50 halten genauso lang, greifen aber bei Nässe und tieferen Temperaturen nicht so gut. Der Durst ist recht groß - acht Liter oder noch mehr. Dem tiefen Eintauchen der Gabel half ich mit einem um zirka zwei Zentimeter höheren Ölstand in den Holmen ab, das ist preisgünstiger als Nachrüstfedern. Der Original-Kettensatz hält zirka 20 000 Kilometer, ist mit rund 300 Mark aber recht teuer. Nachrüstsätze halten nicht ganz so lang, sind aber ungleich billiger. Gegen die Wasserflecken auf der rechten Schwingenseite half ich mir folgendermaßen: Einen Bremssattel-Entlüftungsnippel in die Kondenswasserbohrung des Auspuffs einpassen, darüber einen hitzefesten Schlauch ziehen und diesen mit Kabelbindern am Hitzeschutz des Fußrastenträgers befestigen.Jens Stockmann, MeckenbeurenBrief 3Meine erste KLE kaufte ich 1992. Obwohl ich mit dem Motorrad zufrieden war, kaufte ich ein Jahr später eine Honda VFR. Das erwies sich als Fehler, und so erstand ich 1994 meine zweite KLE. Mit einem etwas breiteren Lenker, einer Stahlflex-Bremsleitung und einem Dynojet-Vergaserkit sind auch zu zweit durchaus sportliche Touren möglich. Mit der Technik hatte ich während 40 000 Kilometern nie Probleme. Der einzige Nachteil ist die geringe Bodenfreiheit und die Breite des Motors. Bereits bei Solofahrten setzen die Fußrasten, die Alu-Schutzplatte und der Seitenständer auf. Die Ölwanne mußte ich ersetzen, da sich die Alu-Schutzplatte im Gelände als zu schwach erwies. Ansonsten ist die KLE ein sehr zuverlässiges Allround-Motorrad mit einzigartigem Fahrspaß.Reto Zemp, Thalwil, SchweizBrief 4Ein paar Wochen nach dem Neukauf im Februar 1993 gab es an meiner KLE auf dem Brenner einen größeren Getriebeschaden mit ausgebrochenen Zahnrädern und zerstückelten Distanzscheiben und -Ringen. Ursache war eine fehlende Zahnrad-Buchse des sechsten Gangs. Eine Schwachstelle des Motors ist der Steuerkettenspanner, der Austausch gegen eine verbesserte Version ist dringend anzuraten. Die Sitzbank ist ebenso ein Ärgernis, sie ist viel zu dünn gepolstert und schnell durchgesessen. Die Gabel verwindet sich beim starken Bremsen so stark, daß das Schutzblech streift. Die Bremsklötze waren schon nach 10 000 Kilometern am Ende. Durch die Längsnut am Kerzenstecker dringt Schmutz ein, der beim Herausschrauben der Kerzen in den Zylinder fällt, deshalb vorher gründlich ausblasen. Ich habe die Längsnut mit Silikon gefüllt. Der Ruckdämpfer in der Hinterradnabe zeigt nach mittlerweile 15 000 Kilometern Auflösungserscheinungen. Das Motorrad ist sehr zuverlässig und wartungsarm.Peter Seitz, Pommelsbrunn Brief 5Meine KLE, Baujahr 1992, hat bis heute 35 000 Kilometer ohne größere Schäden zurückgelegt und sich auf Urlaubsreisen als sehr tourentauglich erwiesen. Man sollte allerdings vorher die Sitzbank von Götz abpolstern lassen (107 Mark) und eine Tourenscheibe von JF montieren (zirka 140 Mark). Die Originalbereifung Dunlop Trailmax hielt vorn 15 000, hinten 10 000 Kilometer, ist aber nicht so gut wie Metzeler Enduro 4, die der KLE ein besseres Handling verleihen und länger halten. Der Steuerkettenspanner gab nach 15 000 Kilometern den Geist auf. Nachdem zwei weitere jeweils nur 5000 Kilometer hielten, stellte ich fest, daß die Feder zu schwach ausgelegt ist. In einem Modellbau-Fachgeschäft besorgte ich einen um 0,1 Millimeter stärkeren Federdraht und wickelte eine neue Feder, die nun schon 6000 Kilometer problemlos hält. Nach 20 000 Kilometern habe ich das Fahrwerk mit White Power-Federbein und -Gabelfedern ausgerüstet. Die Teile sind ihr Geld wert. Mit einem flachen Cross-Lenker verbesserte sich das Handling.Mario Sack, HeuchelheimBrief 6Mit dem Handling, der Straßenlage, der entspannten Sitzposition und dem kräftigen, drehfreudigen Motor bin ich sehr zufrieden. Wegen der zu harten Sitzbank, des zu kleinen Tanks und des hohen Benzinverbrauchs muß auf längeren Touren aber nach 150 Kilometern eine Pause mit Tankstopp eingelegt werden. Ich habe die Sitzbank neu polstern lassen und den Original-Kawasaki-Tankschutzbügel montiert. Der kostet zirka 80 Mark, andere Hersteller verlangen das Doppelte. Mit Wirth-Gabelfedern und 0,5 bar Luft schlägt die Gabel beim Bremsen nicht mehr durch. Zum Schutz des völlig freiliegenden Federbeins habe ich einen Gummilappen der Größe zwölf mal zwölf Zentimeter mit zwei Blindnieten im Radkasten befestigt. Wer in die Alpen will, sollte sich die »Schweiz-Bedüsung« einbauen, sonst gibt es ab 1800 Höhenmetern Probleme mit der Gasannahme. Auf kurvenreichen Strecken ist die KLE jedem Superbike überlegen.Thilo Waitz, NeubergBrief 7Bei meiner KLE, Baujahr 1994, war nach 10 000 Kilometern die Originalbereifung abgefahren. Ich rüstete auf Dunlop Trailmax D 604 um, die noch besser haften als die Originalreifen. Nach 12 000 Kilometern lockerten sich die Krümmerschrauben des Auspuffs. Dieser hat auch schon leichten Rostansatz. Mit Sozia oder Gepäck sind die Federelemente zu weich. Deswegen rüstete ich vorn und hinten auf White Power-Federn um. Für flottere Fahrweise kann ich auch eine Stahlflexleitung und Dunlopad Sintermetall-Bremsbeläge empfehlen. Der Steuerkettenspanner ist nicht ausreichend dimensioniert und hält nur zirka 20 000 Kilometer. Abhilfe kann der Einbau des Kettenspanners der KLR 600 bringen.Andreas Gramsel, Traiskirchen, Österreich

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