Lesererfahrungen (Archivversion)

Der Ölverbrauch ist deutlich zu hoch, die Werkstätten sind mit der VN-15 manchmal überfordert, und die Ersatzteilpreise sind deftig - darüber sind sich fast alle Leser einig. Und noch etwas sagen alle: Der Motor ist eine Wucht.

Mit meiner 1992 neu gekauften VN-15 SE habe ich bisher 49 000 Kilometer ohne größere Probleme zurückgelegt. In der Gespannschmiede Stern ließ ich als Einzelanfertigung eine Anhängezugvorrichtung mit Hänger anfertigen. Durch die hohe Belastung im Hängerbetrieb mußte bei 23 985 Kilometern die Kupplung erneuert werden. Da ständig die Speichen brachen, wechselte ich hinten zum Gußrad. Folgende Schäden traten auf: 24 000 Kilometer - Bremslichtschalter und Bremszylinder defekt; 41 461 Kilometer - Gebläseschalter weggefault; 47 000 Kilometer - Bremslichtschalter defekt; 48 000 Kilometer - Kühlerbefestigung weggerissen. Nervig ist der hohe Ölverbrauch von 0,5 bis 0,6 Liter. Die Verarbeitung ist sauber.Peter Bretschneider, KitscherBrief 2Ich erwarb 1990 eine auf 50 PS reduzierte VN-15 für 13 800 Mark. Breits zu Beginn betrug der Ölverbrauch 0,8 bis ein Liter auf 1000 Kilometer. Die Dunlop-Serienbereifung rutschte bei feuchter Fahrbahn schnell weg. Der Vorderreifen hielt nur 9000 Kilometer, hinten dagegen 12 000 bis 13 000. In engen Kurven setzte links die Fußraste auf, rechts wurde eine Auspuffschelle weggeschliffen. Bei Temperaturen unter zehn Grad plus sprang die Maschine nicht mehr an. Nach 10 000 Kilometern waren das hintere Schutzblech und das Nummernschild durchgerissen. Die bei 68 000 Kilometern eingebaute Original-Kupplung hielt nur 10 0000 Kilometer. Bei 73 000 Kilometern war eine Motorüberholung für 3000 Mark fällig. Aufgrund der unfähigen und unzuverlässigen Werkstätten war dies nach fast 89 000 Kilometern meine erste und letzte Kawasaki.Markus Kurzer, NürnbergBrief 3Meine VN-15 SE, Baujahr 1988, kaufte ich 1990 mit 6500 Kilometern und führte folgende Umbauten durch: flacherer Lenker, Stahlflex-Leitungen für Bremse und Kupplung, vorverlegte Rasten von HM (paßgenau, saubere Verarbeitung, preiswert), Bank umgepolstert, Sissybarkissen entfernt. Der Ölverbrauch nach 60 000 Kilometern beträgt einen Liter auf 1000 Kilometer. Metzeler ME 88 Marathon hielt als 150er 5000 Kilometer, als 170er 16 000 Kilometer. Ein 155er Michelin-Autoreifen hielt 19 000 Kilometer. Vorn schafft der Marathon Front 16 000 Kilometer, der Michelin 100/90 zirka 18 000. Bei 56 000 Kilometern mußten zwei neue Bremsscheiben montiert werden. Negativ: schlechte Federbeine, zu kleiner Tank, Auspuff setzt im Soziusbetrieb in Kurven hart auf, Bremsen könnten besser sein, Ersatzteilpreise zu hoch. Positiv: Motor mit Bärenkräften, pflegeleicht, bedingungslos zuverlässig, fünf Liter Verbrauch (bei schärferer Gangart 6,5 Liter).Eric van der Heijden, Uetendorf, SchweizBrief 4, 100 Mark-TipFür meine neue VN-15 SE bezahlte ich im Frühjahr 1989 nur 11 900 Mark. Folgende Accessoires kaufte ich ein: Sturzbügel, Chrom-Kühlergrill, Original-Sissybar, Alu-Gepäckträger, VN 750-Fußrasten, Alarmanlage, Lederrolle und -Satteltaschen, AME-Tankgemälde. 1991 waren die Batterie und die Seitenständerfeder am Ende, rostende Schrauben wurden durch V2A-Teile ersetzt. 1992 war die Tachowelle defekt und 1994 der Auspuff fertig. Ein Satz Bremsscheiben mußte getauscht werden. Der Ölverbrauch nach rund 60 000 Kilometern liegt bei bis zu einem Liter. Der Original-Motorradheber ist eine gute Anschaffung, denn die VN verträgt es nicht, auf dem Seitenständer zu überwintern, weil die Schwimmernadeln gern haken.Thomas Kaemper, LüdenscheidBrief 5Meine 1994 neu gekauftes Moped tauften wir Berta, weil es so »schlank« aussieht. Den linken Fuß braucht man eigentlich nur zum Anfahren. Wenn man sich an die Schaukelei gewöhnt hat, ist die Tourentauglichkeit ganz gut. Außer zwei Inspektionen, einem Kabelbruch und einem eingerissenen Schutzblech hatte ich auf 14 000 Kilometern noch keinen Werkstattaufenthalt.Michael Keller, Offenbach

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