Lesererfahrungen Honda VFR 750 R (Archivversion)

Auch wenn die als Rennmotorrad konzipierte RC 30 im Alltagsbetrieb doch einige Schwächen an den Tag legt, so ist ihr Wesen als reine Fahrmaschine über jeden Zweifel erhaben.

Im April 1996 habe ich mir eine VFR 750 R mit 1993er Erstzulassung für 12000 Mark gekauft. Die Laufleistung betrug laut Vorbesitzer 25000 Kilometer. Der Motor war kurz vorher von Honda auf Kulanz überholt worden. Aufgrund thermischer Probleme wurden neben der Innenverkleidung und dem Thermostat auch einer der zwei Kühlerventilatoren entfernt. Als weitere Extras habe ich noch eine Frischluftvergaserschale und Moriwaki-Krümmer mit einem modifizierten Originalendschalldämpfer montiert, da der Moriwaki-Endschalldämpfer selbst für Radaufreunde eine Zumutung ist. Des weiteren kommen zum Einsatz: die HRC-Höhenverstellung für das Federbein, ein Vorderrad aus der VFR 400 R, ein PVM-Hinterrad in der Größe 6 x 17 Zoll, Stahlflexbremsleitungen und Bremsscheiben von der CBR 1000. Ein zusätzlich montierter HRC-Vergaserkit in Verbindung mit einem K&N-Plattenluftfilter sorgt für ein deutliches Leistungsplus.Ich fahre die RC 30 ausschließlich auf der Rennstrecke, wo sie durch die gleichmäßige Leistungsentfaltung des Motors und das gutmütige Fahrverhalten begeistert. Nach zwei Jahren und rund 20000 Kilometern habe ich keinen nennenswerten Defekt gehabt. Fazit: ein faszinierendes Motorrad mit Charakter.Robert Heilbert,Bergisch GladbachIm Frühjahr 1990 kaufte ich meine erste RC 30, nicht ahnend, was sich im Laufe der Zeit daraus entwickeln würde. Bis heute habe ich dann noch weitere vier gebraucht gekauft. Die wichtigsten Änderungen, die ich nur jedem RC 30-Fahrer empfehlen kann, sind der Einbau von größeren Kühlern, dem Vergaserkit mit Frischluftschale und der Auspuffumbau von Gaidosch. Außerdem sollten die Serienräder gegen Räder der Größe 3,5X17 und 5,5X17 getauscht werden. Als Ersatz für die stets rubbelnden Serienbremsscheiben empfehlen sich die Gußscheiben von Spiegler in Verbindung mit Stahlflex- oder Kevlar-Bremsleitungen.Nach rund 40000 Kilometern, davon 90 Prozent auf der Rennstrecke, bleibt nur zu sagen: Auch wenn sich mit montiertem leisem Auspuff bereits moderne 600er über uns hermachen, würde ich mich unter normalen Umständen nicht von meinen RC 30 trennen. Mit ihrem sagenhaften Sound, dem Gemisch aus Ansauggeräusch und dem V4-Sound aus dem offenen Auspuff bleibt sie einfach einzigartig.Rainer Kopp, ButzbachIm Dezember 1995 kaufte ich mir meine VFR 750 R bei einem freien Importeur. Die RC 30 ist für mich das Motorrad schlechthin. Der momentane Kilometerstand beträgt 31000. Bis auf verzogene vordere Bremsscheiben bei Kilometer 6000 gab es keine Probleme. Die Maschine befindet sich mit Ausnahme einiger HRC-Teile (Vergaserkit und Frischluftschale, Kühler oben und unten, Fahrwerk und Auspuff) im Originalzustand. Auf den Serienfelgen haben sich in bezug auf Fahrverhalten und Laufleistung die Reifen Metzeler ME Z 1 Racing für vorne und Metzeler ME Z 2 für hinten bewährt. Die thermischen Probleme lassen sich durch den Ausbau des Wasserthermostats auch ohne Kitkühler mildern. Die Ventilatoren schalte ich manuell bei einem Ansteigen der Wassertemperatur auf über 70 Grad Celsius zu.Die RC 30 ist so schnell, wie ich es will, und so sicher, wie ich es brauche. Und der Auspuffsound...himmlisch.Bernd Salomon, GelsenkirchenMeine RC 30, Baujahr 1991, hat derzeit rund 9000 Kilometer abgespult und ist noch immer ein Begeisterung hervorrufendes Motorrad. Wobei sie nicht als Alltags-Bike taugt. Die lange Übersetzung des ersten Gangs und die thermische Empfindlichkeit des Motors lassen einen Gebrauch im Stadtverkehr fast nicht zu. Die RC 30 ist eben eine Fahrmaschine, die auf die Landstraße beziehungsweise auf die Rennstrecke gehört und nur dort ihr wahres Potential ausspielen kann.Probleme gab es bisher nur mit rubbelnden Bremsscheiben. Da die Originalscheiben rund 800 Mark pro Stück kosten, greift man besser zu Gußscheiben aus dem Zubehör. Die Änderung der Sekundärübersetzung auf 15/42 läßt im Straßenverkehr mehr Freude aufkommen.Beim Gebrauchtkauf ist Vorsicht geboten. Da die meisten RC 30 für Rennzwecke mit anderen Verkleidungsteilen und Felgen bestückt wurden, können die zum Verkauf montierten einwandfreien Originalteile einen falschen Gesamtzustand vortäuschen. Also zur Besichtigung besser jemanden mitnehmen, der sich auskennt. Ansonsten treten bei entsprechender Wartung keine Probleme auf.Richard Tschernitsch, Wien

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