Lesermotorrad: KTS-Eigenbau (Archivversion) Total normal

Ein typisches Benzingespräch gab den Ausschlag. Beim Wintertreffen 1973 im Hof unter der sächsischen Augustusburg waren sich Elektromonteur Günter Koch, sein Bruder Jürgen, Kfz-Ingenieur, und Werkstatt-Besitzer Augi Burmeister einig: Sie wollten das DDR-Pedant eines Büffel-Motorrads bauen, ähnlich dem gigantischen Eigenbau-Projekt von Friedel Münchs Mammut. Gesagt, getan. Nach einem Jahr Improvisation - gewußt wie - und Materialbeschaffung - gewußt woher - sowie Unmengen Nachtschichten präsentierte das Trio beim nächsten Wintertreffen im Burghof die KTS, die Kombination Trabant-Simson. Herz der DDR-Initiative war ein Trabant-Automotor mit 26 PS, den das Trio in das modifizierte Fahrwerk einer Simson 425 S transplantiert hatte. Die KTS schaffe sogar die Zulassungshürde und bis zum Jahr 1991 - vornehmlich im Gespannbetrieb - locker 280 000 Kilometer. Der heute 61jährige Besitzer Günter Koch aus Raben Steinfeld bei Schwerin fuhr damit täglich zur Arbeit, in den Urlaub und zu allen motorsportlichen Ereignissen im gesamten Ostblock.

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