Marktsituation (Archivversion)

Marktsituation
Händler haben wenig Interesse am Ankauf des Ein-Liter-Sportlers, schließlich müssten sie beim Wiederverkauf Gewährleistung bieten – bei einer mehr als zehn Jahre alten Maschine durchaus riskant. Deshalb werden gebrauchte FZR überwiegend privat gehandelt. Und beim Privatverkauf weichen die geforderten Preise teilweise erheblich von einer realistischen
Einschätzung ab. Speziell aufwendige Streetfighter-Umbauten, in die der Besitzer zweifelsohne einmal viel Geld investiert hat, stehen sich die Reifen platt, wenn sie deutlich über 4000 Euro kosten sollen. Anders sieht es aus, wenn kleinere Umbauten wie etwa ein Superbike-Lenker oder ein schlanker Auspuff die Yamaha zieren, da sich solche Teile eher wertsteigernd auswirken.
Ab 1500 Euro ist eine FZR 1000 zu bekommen, für diesen Preis darf der Käufer allerdings nicht allzu viel erwarten. Und selbst Fahrzeuge um die 2500 Euro haben selten weniger als 50000 Kilometer auf dem Buckel, samt entsprechender Gebrauchsspuren. Die ersten Genesis-
Modelle von 1987/88 (Typ 2 LA) sind zwar rar, genießen jedoch keinen Kultstatus und erzielen daher keine Liebhaberpreise. Die Mehrzahl der Angebote sind Exup-Modelle (Typ 3 LE) der Baujahre 1989 bis 1992. In diesen besten Verkaufsjahren der FZR setzte Yamaha in Deutschland insgesamt rund 7500 Stück ab. Liebevoll behandelte Exemplare mit Laufleistungen unter 30000 Kilometern liegen bei rund 3000 Euro, Modelle mit Erstzulassung ab 1995 erzielen kaum einen höheren Preis als 4000 Euro,
Originalzustand vorausgesetzt.

Besichtigung
»...Originalzustand, top gepflegt, erste Hand, Garagenmotorrad, Reifen und Kettensatz neu...« – treffen diese Angaben auf gebrauchte FZR tatsächlich zu, wird’s spannend. Denn solche Offerten gibt’s nicht häufig. Zwar sind heute noch über 8000 Exemplare auf deutschen Straßen unterwegs, und nicht wenige davon werden auf dem Gebrauchtmarkt angeboten, doch zahlreiche Exemplare sind aufgrund mittelmäßigen Pflegezustands mit Sturzspuren oder eigenwilligen, nachträglichen Lackierungen nur wenig attraktiv. Wie bei vielen in die Tage
gekommenen Hochleistungs-Sportmaschinen setzen auch der FZR starke Vibrationen auf Dauer zu. Kleinere Risse an den Aufhängungspunkten der Verkleidung sind unschön, aber genau wie kleinere Kratzer und sonstige Gebrauchsspuren in Anbetracht des Alters normal. Bei großen Rissen und Kratzern ist dagegen Vorsicht geboten, denn sie weisen vermutlich auf einen Sturz hin.
Der Motor gibt nur selten Anlass zur Sorge.
Allerdings haben sich die vom Hersteller
empfohlenen Intervalle zur Ventilspielkontrolle
von 42000 Kilometern als zu groß erwiesen.
Erfahrungswerte zeigten, dass speziell die Einlassventile nach 30000 Kilometern häufig kaum noch Spiel besitzen. Viele Besitzer lassen die Ventile daher lieber alle 24000 Kilometer überprüfen, was beim Wiederverkauf durch Unterlagen belegt werden können sollte. Modelle mit Laufleistungen über 40000 Kilometer leiden
gelegentlich durch defekte Kolben und Ringe unter erhöhtem Ölverbrauch. Ein deutliches Zeichen dafür ist blauer Dunst aus dem Auspuff bei Lastwechseln. Außerdem sollten keine auffälligen mechanischen Geräusche im Stand und während der Fahrt vernehmbar sein. Probleme sind jedoch die Ausnahme, denn bei regelmäßiger Wartung verträgt der Motor Laufleistungen über 100000 Kilometer.

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