Master Bike 2006 Alles ist möglich

Die Schnellste möge gewinnen: Unter diesem Motto wird beim Master Bike die Spitzensportlerin ihres Jahrgangs gekürt. Und jedes Jahr stehen wieder Überraschungen auf der Tagesordnung.

Foto: Jahn
Es liegt in der Natur von Wettbewerben: Rundum zufrieden sind am Ende allein die stolzen Sieger. Das gilt auch
für das Master Bike, eine Veranstaltung internationaler Motorradzeitschriften, bei der sich in diesem Jahr 16 Fahrer aus elf
Nationen auf der spanischen Rennstrecke von Jerez trafen, um aus drei Kategorien mit insgesamt 13 Supersportlerinnen die diesjährige Königin zu küren.
Wer nicht ganz oben auf dem Treppchen stand, wer auf den Plätzen landete, suchte in der Vergangenheit daher oft nach Gründen und Ausflüchten: Es sei wohl nicht ganz fair zugegangen, und auf diesem Kurs, na ja, da sei die XY ja ohnehin im Vorteil. Außerdem passten die Reifen eben nicht optimal. Und ob denn diese oder jene Maschine wirklich serienmäßig gewesen sei...
Dieses Mal sollte es allerdings ganz anders werden. Denn die Verantwortlichen von »MOTOCICLISMO«, der spanischen MOTORRAD-Schwester und bereits seit dem ersten Shoot-Qut 1998 in Calafat
Organisatorin des Events, feilten Jahr um Jahr am Konzept. Mit Erfolg – die Änderungen für 2006 trafen ins Schwarze.
Ein eindeutiges Indiz dafür: Wohl selten wurden die Ergebnisse so einmütig und mit einem zustimmenden Kopfnicken selbst von den Verlierern hingenommen. Noch nie gab es so wenig heftige Diskussionen wie beim Master Bike 2006. Für dieses eine Mal waren alle einverstanden.
Dabei waren es zwei zentrale Punkte, die den Kritikern den Wind aus den Segeln nahmen. Der erste und wichtigste: Sämt-
liche Motorräder wurden nicht wie bisher von den Importeuren und Herstellern mitgebracht, sondern taufrisch bei spanischen Händlern abgeholt oder direkt in
der Fabrik aus einer großen Charge aus-
gewählt. Eventuellen Modifikationen oder Manipulationen an Motoren oder Federelementen seitens der Hersteller wurde so vorgebeugt. Diese Testexemplare wurden vor dem Event sorgfältig eingefahren. Zudem wachte ein Marshall während des Master Bike vor jeder Box darüber, dass es außer den notwendigen Reifenwechseln (siehe Kasten Seite 25) zu keinerlei Ein-griffen während der Veranstaltung kam. Und nachts standen die Testmotorräder im Parc fermé, um sie vor den Zudringlichkeiten lüsterner Mechaniker zu bewahren.
Zweitens wurde laut Reglement (siehe Kasten Seite 26) die Wertung der absolut schnellsten Rundenzeit durch die Durchschnittszeit der sechs schnellsten Fahrer ersetzt. So wird ausgeschlossen, dass eine einzelne Hammerrunde – etwa weil der Pilot taufrische Reifen hatte oder besonders gut mit einem bestimmten Modell klar kam – den Ausschlag gibt.
Apropos Fahrer: Für MOTORRAD ging einer an den Start, der sich beim Master Bike bestens auskennt. Jürgen Fuchs, Ex-GP-Fahrer und langjähriger MOTORRAD-Mitarbeiter, ist sozusagen Jerez-Fachmann. Er liebt und kennt diese wunderschöne Strecke in Andalusien wie kaum ein Zweiter und reiste zuversichtlich in Spaniens Süden. Trotz starker Konkur-
renz in Gestalt von IDM-Titelanwärter Arne Tode, der für die MOTORRAD-Schwes-
terzeitschrift PS startete, sowie dem spanische Superbike-Meisterschaftsanwärter Oriol Fernández, Pilot für Motociclismo, und mehrere ehemalige oder aktuelle nationale Titelträger. Und nun: Vorhang auf für das Master Bike 2006.

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