Master Crosss 2004 (Archivversion) Überflieger gesucht

Acht Journalisten der wichtigsten Magazine Europas testen 24 Crosser des
Jahrgangs 2004. Welche Maschine kann ihre Konkurrenten in den drei Hubraum-Kategorien überflügeln, welche wird Gesamtsieger des Master Cross 2004?

Spanien ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Deutschland sowieso nicht. Wettermäßig gesehen. Daher können solch kuriose Begebenheiten passieren, dass es hier zu Lande selbst in den Wintermonaten auf ausgetrockneten Crosspisten staubt, während die internationale Fachpresse sich im strömenden Regen zum Master Cross
auf einer völlig abgesoffenen Strecke im spanischen Talavera trifft. So geschehen Ende letzten Jahres, als die spanischen Kollegen von Motociclismo befreundete Magazine zum alljährlichen Master Cross auf die Iberische Halbinsel eingeladen hatten. Knietiefer Schlamm, nicht Rinnsale, nein, Sturzbäche mitten auf den Geraden, glibbrige, unbezwingbare Auf- und Abfahrten, es ist ein Jammer. Eine der herrlichsten Motocross-
Arenen in Europa, der ungeheure Organisationsaufwand – und nun steht die Veranstaltung auf der Kippe. Lediglich Berufsoptimist Didi Lacher sieht den Silberstreif
am Horizont, aber der kommt zu spät.
Pepe, Chef des Organisationskomitees, fällt nach endlosen Diskussionen eine
unumgängliche Entscheidung: Der ganze Tross muss kurzerhand im Eiltempo auf eine nahe gelegene Trainingspiste umziehen. Sicher, das grandiose Grand-Prix-Flair von
Talavera ist perdu, aber egal. Immerhin ist die Strecke trocken und griffig.
Alle Maschinen waren bereits für vergleichbare Voraussetzungen von Bridgestone
auf M 401/402 umbereift worden. Das Testprocedere ist alljährlich das Gleiche: Nach dem freien Training folgt mit jedem Motorrad eine Aufwärmrunde, dann zwei Runden auf Zeit, von der nur die bessere gewertet wird. Für die Wertung haben sich die Spanier ein kompliziertes Berechnungsverfahren ausgedacht. Doch klar ist: Die wesentliche Rolle spielt die Bestzeit des jeweiligen Motorrads, außerdem die durchschnittliche Zeit. Des Weiteren wird die Zahl der Fahrer berücksichtigt, die ihre persönliche Bestzeit mit dieser Maschine schafften. Und schließlich zählt auch die durchschnittliche Benotung, für die jeder Fahrer jede Maschine in rund zwanzig Kriterien beurteilen musste. Viel Arbeit, viel Aufwand, aber trotz aller Widrigkeiten einmal mehr eine fantastische Veranstaltung.

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