Master Enduro 2003 Die Party des Jahres

Wenn Europas Offroad-Tester zur großen Sause laden, muss man mit jeder Überraschung rechnen – willkommen zum Master Enduro 2003, dem ultimativen Shootout der Enduroszene.

Foto: Jahn
Master Enduro 2003
Master Enduro 2003

Sekt oder Selters? Solange noch Sprit im Tank ist und sich die Stollen im Boden festkrallen, stellt sich diese Frage für Enduristen nicht. Dann genügt zum Feiern Mineralwasser, die gute Laune kommt schließlich beim Fahren. Na ja, wenn schon die Getränke so spartanisch ausfallen, dann sollte es bei der Test-Party des Jahres wenigstens sonst an nichts fehlen. So lud die spanische Zeitschrift Motociclismo nicht nur acht Testpiloten aus ganz Europa sowie aus Mexiko ein, sondern sorgte vor allem für eine fast unüberschaubare Anzahl attraktiver Tanzpartnerinnen. Insgesamt 18 Sportenduros – von der zierlichen 125er-Zweitakter-Elfe bis hin zur 650er-Viertakt-Wallküre – lockten zum dirty dancing im Unterholz. Beim Master Enduro 2003 traten praktisch alle Modelle - in drei überschaubare Gruppe eingeteilt - gegeneinander an, um schließlich im Finale die Enduro des Jahres zu küren. Welche ist die schnellste im Gelände? Das allein war hier die entscheidende Frage.
So ganz nebenbei wollte natürlich auch noch jede Redaktion mit ihrem Fahrer ganz vorn dabei sein und im Finale der drei besten – Bikes und Fahrer – antreten. MOTORRAD schickte deshalb als Gastfahrer Bert von Zitzewitz ins Rennen. Als zehnfacher deutscher Enduro-Meister und Vize-Enduro-Weltmeister gelang ihm schon beim letztjährigen Master Enduro unter katastrophalen Witterungsbedienungen der Einzug ins Finale.
Heuer verlegten die Spanier diesen wohl einmaligen Test-Event weiter in den Süden. Optimales Wetter und konstante Streckenbedingungen sorgten für vergleichbare Rundenzeiten und beste Partylaune. Auch die übrigen Rahmenbedingungen boten ein äußerst professionelles Bild: Die meisten Hersteller und Importeure reisten mit eigenem Renn-Truck an, um ihre Maschinen auf dieses Kräftemessen vorzubereiten. Teilweise absolvierten die Werks-Mannschaften sogar Testfahrten, um die Fahrwerke auf die herrschenden Streckenverhältnisse abzustimmen. Der Veranstalter sorgte indes nicht nur für eine Waage vor Ort, selbst ein Leistungsprüfstand stand zur Verfügung. Dafür wurde übrigens kurzerhand ein Betonfundament in den staubigen Boden gegossen. So vorbereitet konnte die Party steigen.
Vier Tage dauerte das staubige Fest, vier Mal von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang galt es, den Sekunden nachjagen und die optimalen Linie durchs Dickicht finden. Der finale Sektkorken knallte schließlich nach dem Abschlussrennen, das für die vielleicht größte Überraschung dieses Events sorgte. Das Ergebnis verblüffte selbst ausgebuffte Test-Profis und bot genügend Gesprächsstoff, so dass die Party auch noch nach Sonnenuntergang an der Hotelbar weiter ging.

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