Master Enduro 2005 Spitzenkandidatur

31 Maschinen bewarben sich um den Titel der besten Sportenduro des Jahrgangs 2005. Die Wahlmänner: neun Testfahrer der wichtigsten Motorradzeitschriften der Welt.

Foto: Jahn

Ein guter Fahrer gewinnt mit jedem Motorrad. Ein Spruch, oft und gern zitiert in den Fahrerlagern dieser Welt. Wenn’s so einfach wäre, könnten wir die ganze Testerei ja gleich komplett einstellen. Die Praxis sieht aber anders aus. Sicherlich zählt gerade im Offroad-Sport der Fahrer mehr als das Motorrad. Aber deshalb macht eine Spitzenmaschine einen Looser noch lange nicht zum Sieger. Andererseits – auch das ist eigentlich jedem bewusst – ist ein Sieg ohne gutes Material illusorisch, beim Kampf gegen die Uhr gibt meist das Motorrad und dessen richtige Abstimmung den Ausschlag über Sieg oder Niederlage. Und gute Maschinen machen den Durchschnittspiloten ebenfalls schneller.
Jeder braucht, jeder will also das Top-Motorrad. Doch wie lässt sich die Spreu vom Weizen trennen? Das sollen Vergleichstests leisten, die beschränken sich jedoch zwangsläufig auf wenige Maschinen. So wurde schließlich die Idee des Master Enduro geboren, zu dem sich möglichst das komplette Motorradfeld stellt. Veranstaltet wird es alljährlich von den spanischen Kollegen von Motociclismo, für den Test des Jahrgangs 2005 trafen sich in dem Offroad-Park in Igualada (Infos unter www.parcmotor.com) professionelle Testfahrer neun internationaler Zeitschriften. Bereit standen 31 aktuelle Sportenduros, wobei alle wichtigen Marken vertreten waren, nachdem 2005 erstmals Husqvarna wieder teilnahm. Husaberg hat sich nach den mäßigen Resultaten der vergangenen Jahre von der Veranstaltung zurückgezogen.
Für MOTORRAD war mit gewohnter Souveränität Stammtester Didi Lacher am Start. Leider verging dem guten Didi das Lachen, nachdem er auf einer glibbrigen Steilabfahrt mit dem Bremshebel an einem Bäumchen hängen geblieben war, was einen kapitalen Salto sowie eine angeknackste Rippe zur Folge hatte. Aber was einen Crosser nicht
umbringt, macht ihn nur noch härter. Solche und andere Unwägbarkeiten lassen sich eben nicht ausschließen. So hat auch der Wettergott immer einen gewissen Einfluss auf die Veranstaltung, die sich über eine Woche hinzieht. Alle Maschinen gehen im Serien-
zustand an den Start und müssen vorher eine Abnahme passieren. Zeit zum Herausfiltern einer individuellen Abstimmung gibt es nicht. Daher reisen die teilnehmenden Hersteller mit erfahrenen Mechanikern, manchmal sogar mit eigenen Testfahrern an, um eine
möglichst universelle Grundabstimmung zu finden. Was nicht immer gelingt, wie die TM-Testmaschinen mit teilweise missglückter Gabeleinstellung zeigen sollten.

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