MDA-Designpreis für Atsushi Ishiyama (Archivversion) Der Weise

Atsushi Ishiyama bringt Yamaha
in Form. Nicht als hochdotierter Direktor. Ishiyama San ist sein eigner Chef, hat seine eigene Firma, GK
Dynamics. Yamaha-Design, das kommt nicht aus der Firma selbst, das kommt in die Firma hinein. Von Ishiyama eben. Der, befragt, was seine Lieblingskreationen seien, RD 350 und
MT-01 nennt. Und der über Formen und Technik spricht wie ein Philosoph. Etwa wenn er über die Begriffspaare Mensch-Maschine und Seele-Energie meditiert und dabei natürlich das
Motorrad meint, genauer: das Verhältnis Fahrer-Motorrad. Diese Symbiose habe er immer im Kopf, die trage er
in seinem Herzen. Schwärmt er. Um danach von seiner Zusammenarbeit mit den Technikern unwd Marketingleuten von Yamaha zu erzählen, die seine Entwürfe verändern wollten.
Mitunter. Aus Gründen der Ökonomie. »Das ist wie ein Wind, der geht auf und ab, wird stärker und schwächer, aber es ist gut, wenn du dabei Oberwind hast.« Da lacht Ishiyama, der Weise. »Ein Motorrad muss dein Herz bewegen«, sagt er. Auf die Frage,
welche Maschinen auf der Intermot, die seinigen ausgenommen, sein Herz denn bewegt hätten, antwortet Ishiyama kurz und bündig, was selten bei ihm vorkommt: »Keine.«
Die Motorcycle Designers Association (MDA) hat Atsushi Ishiyama
in München mit einem Ehrenpreis
für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Nächstes Jahr wird Yamaha 50, dann bringt MOTORRAD mehr über den Mann, der Yamaha geprägt hat wie vielleicht kein anderer.

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