197 Bilder

Modell-Rückblick: 50 Jahre Yamaha Sag mir Kando, Kando, Kando

Zu Zeiten, da selbst Dosensuppe nicht mehr ohne werbend-philosophische Würze auskommt, tun sich japanische Anbieter mit wohltuender Tiefe hervor: Kando sollen wir fühlen, wenn wir eine Yamaha kaufen. Das ist, natürlich, Japanisch und meint gleichzeitiges Empfinden großer Befriedigung sowie intensiver Anregung. Umreißt jedoch keineswegs, was glückliche Paare „danach“ durchrieselt, sondern eine ebenso offene wie bewusste Lebenseinstellung.

Anzeige
Foto: Yamaha

Kando – kein schlechtes Leitmotiv für einen Hersteller, der sich in die Rolle des ewigen Zweiten einfinden musste. Honda gegen Yamaha. Eine Auseinandersetzung, wie sie bereichernder fürs Motorrad nicht denkbar wäre, wie sie historisch keine Parallele kennt. Bisweilen mit beinahe militärischem Vokabular gewürzt, inzwischen länger während als der Dreißigjährige Krieg. Aber Vorsicht: David gegen Goliath läuft anders. Yamaha ist selbst ein Riese und hätte sich – allemal in Boomjahren und allemal in asiatischen Märkten – als Vize zurücklehnen können. Wer japanische Ingenieure und Manager kennt, weiß, dass derartiger Defätismus unweigerlich in der Selbstentleibung mündet. Besser sein, vorne liegen, das zählt.

Weil es mit Stückzahlen nicht zu schaffen war, zauberte Yamaha Kando aus dem Hut und entwickelte Ikonen zuhauf. Gestützt vom Vertrauen in die eigene Stärke, wie kaum ein anderer japanischer Hersteller inspiriert von der Leidenschaft des Motorradfahrens, hat Yamaha eben diese Leidenschaft in immer neue und entzückende Winkel geführt. Mal wurde mit einfachen Mitteln das Fernreise-Gerät XT 500 realisiert, mal mit brutalen Showeffekten das Machobike Vmax, dann als Aushängeschild japanischer Ingenieurskunst die R1 und schließlich das Kando-Bike an sich, die MT-01.

Anzeige

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel