Modellgeschichte: SUZUKI DR 650 R DAKAR (Archivversion)

Modellgeschichte
Die 1990 erschienene DR 650 R Dakar gleicht ihrer Vorgängerin DR 600 R Dakar auf den ersten Blick fast wie ein Ei dem anderen – wäre
da nicht der verräterische 650er-Schriftzug
auf der Sitzbank. Und die Scheibenbremse im Hinterrad ist ebenfalls neu – zuvor wurde getrommelt. Wer noch genauer hinsieht, erkennt die zusätzliche Ölkühlung des Zylinderkopfs für verbesserte thermische Verhältnisse, wenn es mal heiß hergeht. Unverändert übernommen wurden die funktionelle Cockpitverkleidung,
die ordentlichen Windschutz bietet, das verwindungssteife Vorderradschutzblech, die Gabel-, Bremsscheiben- und Handprotektoren, die bequeme, rutschfest beschichtete Sitzbank, der praktische Gepäckträger sowie der große, stabile Motorschutz aus Aluminium.
Parallel zur DR 650 R Dakar war die DR 650 RS (Typ SP 42 B) mit rahmenfester Verkleidung, Doppelauspuff und drei Millimeter dickerem Standrohrdurchmesser erhältlich. 1991 kam außerdem die DR 650 RSE (Typ SP 43 B) mit
E-Starter hinzu. 1992 wurde aus der DR 650 R Dakar vom Typ SP 41 B der Typ SP 44 B mit kleinerem 17-Liter-Tank und vielen weiteren Änderungen. Der Verwirrung nicht genug, folgte 1994 die mit E-Starter versehene DR 650 RE (Typ SP 45 B) und schließlich 1996 die DR 650 SE vom Typ SP 46 B mit komplett neuem Triebwerk. Für den vorliegenden Gebrauchtkauf bleiben wir bei der Urvariante, der DR 650 R Dakar der Jahre 1990 und 1991, da dieses Modell einerseits zu den preisgünstigsten Gebrauchten der DR-Serie zählt und andererseits mit die beste Geländeeignung aufweist.

Kaufempfehlung
Die Motortechnik der DR 650 R Dakar gilt als
absolut solide und zuverlässig. Laufleistungen von weit über 40000 Kilometern ohne die
geringsten Probleme sind keine Seltenheit. Wie bei praktisch allen großvolumigen Einzylindern muss spätestens bei 60000 bis 70000 Kilometern mit einer Motorüberholung gerechnet werden. Bei der Gelegenheit sind meist Kolben, Ventile und teilweise die Kupplung fällig, außerdem die häufig verschlissene Getriebe-Zahnradpaarung des fünften Gangs. Dieser Defekt lässt sich recht gut bei einer Probefahrt
feststellen. Dringen beim Fahren im Fünften ungewöhnlich heulende Geräusche aus dem Motor, liegt das mit ziemlicher Sicherheit an
den maladen Oberflächen der betreffenden Zahnradpaarung.
Sollte im Stand beim Gasgeben ein ebenfalls
untypisch hart klopfendes Geräusch zu hören sein, könnte es sich um einen Pleuellagerschaden handeln. Und den zu reparieren kostet viele hundert Euro, weil der komplette Motor zerlegt werden muss. Deshalb besser Finger weg von Suzukis, die solche Klopfzeichen geben.

Tipps
Besonders zu empfehlen sind Dakar-Modelle, die bereits mit strafferen Gabelfedern und einem einstellbaren Federbein aus dem Zubehör ausgestattet sind. Wenn dann auch noch die rostanfällige Schwinge samt Umlenkhebeleien und vielleicht sogar der Rahmen vom Vorgänger kunststoffbeschichtet wurden, lohnt es sich
zuzugreifen. Und was den nicht vorhandenen
E-Starter anbelangt: Wenn die DR nicht spätestens nach dem dritten Tritt auf den Kickstarter anspringt, stimmt was mit der Vergasereinstellung nicht. Doch die lässt sich glücklicherweise justieren. Erfahrungswerte dazu und zu weiteren Themen rund um die DR 650 R Dakar und den Schwestermodellen finden sich im Internet unter www.dr-650.de.

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