Modellgeschichte: Yamaha XV 250 (Archivversion)

Modellgeschichte
Die Yamaha XV 250 stand schon bei ihrer Markteinführung 1989 im Schatten der größeren, populäreren 535-Virago-Schwester. Auf Letzterer machten tausende Fahrschüler ihre ersten »Motorrad-Gehversuche«, und viele von ihnen blieben nach bestandener Prüfung und anschließendem Gang zum Motorradhändler gleich auf ihr sitzen. Die 5780 Mark teure, kleine Virago mit ihrem
eigenständigen, langhubigen 60-Grad-V-Motor fand indes nicht so unproblematisch Käufer. Obwohl immerhin 1500 Mark günstiger und rund 40 Kilogramm leichter, sagte die optisch an die 535er angelehnte XV 250 den meisten Light-Chopper-Fans nicht so zu. Dabei lässt sich die kleine Virago durch das geringe Gewicht, einen ergonomischen Lenker sowie den für Chopper vergleichsweise kurzen Radstand von 1388 Millimetern spielerisch und handlich um die Kurven zirkeln.
Rund 600 Stück der versicherungsgünstigeren 17-PS-Version (Typ 3LW) und lediglich 80 der 22-PS-Version (Typ 3LS) konnte Yamaha im Einführungsjahr 1989 verkaufen. Von der leistungsstärkeren, mit anderen Nockenwellen ausgestatteten 3LS gelangten in den fünf Jahren, in denen sie angeboten wurde, laut Hersteller insgesamt nur 261 Fahrzeuge auf den deutschen Markt. Die 3LW
verkaufte sich insgesamt über 7000-mal, wovon heute noch über 6000 Exemplare zugelassen sind.
Technische Änderungen gab es in der Bauzeit nur wenige. 1995 wurde der nun mit dem Zusatz
»S« versehenen XV 250 eine gesteppte Sitzbank verpasst, die Bremszange vorn erhielt zwei statt nur einen Kolben, und die zugehörige Bremsscheibe runde statt Langloch-Bohrungen. Außerdem änderte Yamaha die Kupplungsdruckstange zugunsten einer leichteren Betätigung. Ab 1999 hieß die 3LW intern VG012 bis zu ihrer endgültigen Ablösung durch das neue Viertelliter-Cruiser-Modell XVS 250 Drag Star, das 2001 erschien.

MArktsituation
Beim Händler ist die XV 250 ein eher seltener Gast. Die Nachfrage ist gering, das Angebot ebenfalls, und große Gewinne sind für den Händler in dieser Preisklasse beim Verkauf sowieso nicht zu erwarten. Dennoch sind ab und zu welche im Laden zu finden, wenn Händler ein Exemplar in Zahlung nehmen. Wesentlich größer ist das Angebot auf dem privaten Gebrauchtmarkt. In Anzeigenblättern sowie auf Internet-Märkten sind regelmäßig Angebote zu finden. Einige Offerten liegen deutlich über 2000 Euro. Doch selbst, wenn es sich um jüngere Baujahre ab 1998 mit sehr geringen Laufleistungen handelt, lassen die sich kaum
verkaufen. Die Schmerzgrenze liegt bei 1500 Euro, und rund um diesen Preis scharen sich viele Angebote. Für das Geld bekommt man ein Fahrzeug mit 10000 bis 15000 Kilometern in gutem Pflegezustand. Bei mehr Kilometern oder deutlichen Gebrauchsspuren muss sich der Verkäufer nicht wundern, wenn er in Richtung 1000-Euro-Marke gedrückt wird. Vergleichsweise selten findet man Exemplare bis Baujahr 1993 unter 1000 Euro, die ebenfalls unter 20000 Kilometer gelaufen sind.


Tipps
Viel Chrom prangt an der kleinen XV. Am Glanz und einer kratzfreien Oberfläche des Edelmetalls lässt sich sehr schön der Gesamtzustand des Motorrads ablesen. Sind außerdem alle Verschleißteile erneuert und liegt ein Scheckheft vor, ist wenig Stress von der robusten Yamaha zu erwarten.


Test in MOtorrad*
9/1996 (VT), 24/1994 (T), 7/1993 (T), 3/1990 (T), 15/1989 (VT), 5/1989 (T).
VT=Vergleichstest, T=Test; *Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229

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