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Neuheiten: BMW F 800 GS und F 700 GS BMW erneuert GS-Modelle F 800 und F 700

Erst verpasst BMW seiner Einsteiger-800er die Bezeichnung F 650 GS, nun heißt sie F 700 GS. Was soll das? Die Antwort hierauf und was Sie über kürzere Schnäbel, geänderte Schalter und Neuerungen an den GS-Modellen F 700 GS und F 800 GS wissen sollten, lesen Sie hier.

Das gab es eigentlich noch nie: Ein Hersteller entwickelt einen 798 Kubik starken Motor und bezeichnet das Fahrzeug dann als 650er. Das ist vergleichsweise so, als würde die NASA mit ihrem Space-Shuttle für Inlandsflüge werben…

Als BMW vor fünf Jahren zwei GS-Modelle mit identischem 800er-Twin präsentierte, richtete sich das „große“ Modell mit längeren Federwegen und höherer Motorleistung an Kunden, die gern mal abseits geteerter Wege unterwegs sein wollten. Das kleine Schwesterlein, mit einfacherem Fahrwerk, niedriger Sitzhöhe und reduzierter Ausstattung, war preisgünstiger und sollte vor allem Neueinsteiger anlocken. Aus Furcht, Neulinge würden von so viel Kubik (798 cm³) verängstigt, entschieden ein paar schlaufüchsige Marketingstrategen wahrscheinlich, dem Kind das 650er-Logo aufzudrucken. Ab sofort steht auf dem Einsteigerexemplar 700. Und beide Modelle haben sich aus technischer Sicht mehr angenähert.

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Foto: BMW

Mit dem Modelljahr 2013 verzögern nun beide Maschinen vorn über eine Doppelscheibenbremsanlage mit 300 Millimetern Durchmesser. Das BMW-Zweikanal-ABS ist ab sofort serienmäßig an Bord und soll für mehr Sicherheit sorgen. Und weil man diese Features sowieso schon entwickelt hat, sind eine elektronische Fahrwerks-anpassung (ESA) und die Traktionskontrolle ASC nun auch als Sonderausstattung für beide Mittelklasse-GS-Modelle lieferbar. Ein weiteres Update betrifft das neu gestaltete Cockpit, das nun auch serienmäßig über Kühlwassertemperatur und Kraftstoffstand informiert. Ebenfalls geändert: Die Blinkerbetätigung kommt einem jetzt japanisch vor, denn ab sofort reicht ein Schalter links statt drei verteilt auf beide Lenkerenden. Einige neue Design-Spielereien, die laut BMW „prägnanter und dynamischer“ sein sollen, finden sich ebenfalls an den Maschinen. Am augenscheinlichsten ist dies bei der Kühlerverkleidung und dem Schnabel. Neue Farben und ein paar Gimmicks wie rauchgraue Gläser bei Blinkern und Rücklicht runden das Design-Paket ab.

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Foto: BMW

Die meisten Neuerungen erfuhr die 700er, die zusätzlich zu den erwähnten Updates auch noch 4 PS mehr spendiert bekam. Sie leistet nun 75 PS bei 7300/min (F 800 GS: 85 PS bei 7500/min). Zudem drückt der Motor des Einsteigermodells mit 77 Nm jetzt 2 Nm mehr, wenngleich er zu dieser Höchstleistung erst 1000 Umdrehungen später als sein Vorgänger fähig ist. Um die Mehrleistung besser umzusetzen, wurde die Sekundärübersetzung gekürzt. Was das in der Praxis bringt, kann man frühestens ab Herbst erfahren, denn dann stehen die Maschinen in den Schaufenstern.

War noch was? Ach ja. Die 700er darf ab sofort nur noch Superbenzin tanken und wird auch in einer 48-PS-Version angeboten, die 800er kann ab Werk fahrwerksseitig tiefer gelegt geordert werden. Über Preise schweigt man sich in München derweil noch aus. Dennoch ist eines klar: Die Option, das ABS wegzulassen, besteht nun nicht mehr und treibt den Grundpreis um rund 700 Euro in die Höhe. Die zusätzlichen und nun serienmäßigen Cockpitinfos werden sich die Bayern wahrscheinlich ebenso bezahlen lassen wie die vordere Doppelscheibe bei der 700er. Für die Sicherheit ein Gewinn. Fürs Portemonnaie allerdings ein Verlust.

Daten BMW F 800 GS
Zweizylinder-Reihenmotor, 798 cm³
63 kW (85 PS) bei 7500/min, 83 Nm bei 5750/min,
Gitterrohrrahmen aus Stahl,
43er-USD-Gabel,
Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 300/265 mm,
Federweg v/h 230/215 mm,
Sitzhöhe 880 mm,
Gewicht vollgetankt zirka 226 kg.

Daten BMW F 700 GS
Zweizylinder-Reihenmotor, 798 cm³,
55 kW (75 PS) bei 7300/min, 77 Nm bei 5500/min,
Gitterrohrrahmen aus Stahl,
41er-Telegabel, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 300/265 mm,
Federweg v/h 180/170 mm,
Sitzhöhe 820 mm,
Gewicht vollgetankt zirka 220 kg.

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