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Modellpräsentation Yamaha YZF-R3 Einstiegssportlerin

Wer hätte das noch vor Kurzem gedacht? Es gibt einen Sportmotorrad-Markt rund um die 40 PS. Einen ziemlich großen sogar, und er wächst weiter. Da kommt die neue Yamaha YZF-R3 gerade recht. Mit einem brandneuen Zweizylinder, 321 Kubikzentimetern und 42 PS. Das hört sich spannend an.

Hätte man bei Yamaha vorher gewusst, was da noch kommen würde, hätte man die R1 vermutlich R10 genannt. Doch es konnte natürlich anno 1998 noch niemand ahnen, dass sie die Urmutter einer ganzen Supersport-Dynastie werden würde. Und bei der R6 war es dann zu spät. Oder hätte man die Erstgeborene nach üblicher Hubraum-Arithmetik R0,6 nennen sollen? Und den jüngsten Spross R0,3? Das hört sich albern an. Da klingt Yamaha YZF-R3 schon deutlich besser.

Mittlerweile ist das allerdings ein Name, der verpflichtet. Die Yamaha YZF-R3 ist das Bindeglied zwischen der YZF-R 125 und der YZF-R6 – so sieht Yamaha das. So etwas wird man nicht so nebenbei. Doch an einer Tatsache lässt der ­Yamaha-Pressetext auch keinen Zweifel: So nebenbei ist die neue Einstiegssportlerin auch nicht entstanden.

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Yamaha spendiert der YZF-R3 einen komplett neuen Motor

Dafür spricht alleine der Motor der Yamaha YZF-R3 – eine komplette Neukonstruk­tion. Mit zwei Zylindern in Reihe, vier Ventilen pro Zylinder und – Achtung! – einem Hubzapfenversatz von 180 Grad. Nichts mit dem bei Yamaha „Crossplane“ genannten, ungleichmäßigen Hubzapfenversatz, der zuletzt bei den so überzeugenden Yamaha-Motoren wie dem der R1, der MT-07 und MT-09 eingesetzt wurde. Trotzdem spendierten die Techniker dem Motor eine Komfort fördernde Ausgleichswelle – und auch sonst alles, was gut und teuer ist. Leichte, geschmiedete Alu-Kolben zum Beispiel. Oder einen engen Ventilwinkel und in Fallstrom-Manier über den Einlasskanälen angeordnete Drosselklappen. 

Das alles ist vor allem einem spontanen Ansprechverhalten und lebendiger Drehfreude geschuldet und sollte – legt man die jüngsten, quicklebendigen Yamaha-Motoren zugrunde – auch bei der Yamaha YZF-R3 dafür sorgen, dass sie antriebsseitig durchaus Maßstäbe setzen kann. Damit auch Einsteiger mit dem Temperament des neuen Twins nicht überfordert werden, hat Yamaha im Gegenzug eine progressive Drosselklappensteuerung ins­talliert, um das Ansprechverhalten nicht zu giftig zu gestalten.

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Motor leistet 42 PS bei 10.750/min

Unter dem Strich stehen so für den mit 68 Millimetern Bohrung und 44,1 Millimetern Hub eher kurzhubig ausgelegten Motor 42 PS bei 10.750/min und 29,6 Newtonmeter Drehmoment bei 9000/min. Damit landet die Yamaha YZF-R3 ziemlich exakt zwischen der Kawasaki Ninja 300 (39 PS) und dem Einzylinder der KTM RC 390 (44 PS), während die ebenfalls neue Honda CBR 300 R mit 31 PS deutlich an Boden verliert. Ganz Ähnliches gilt für das Gewicht. Die KTM ist mit 164 Kilogramm (MOTORRAD-Messung) fünf Kilo leichter als die Yamaha (169 kg), die Kawa mit 177 Kilogramm aber gleich acht Kilo schwerer.

Kein Wunder also, dass sich die Yamaha YZF-R3 auch fahrwerksseitig im klassenüblichen Rahmen bewegt. Brückenrahmen aus Stahl, eine Schwinge aus dem gleichen Material, ­Tele­gabel (Standrohrdurchmesser 41 Millimeter), Einscheibenbremse (298 Millimeter Durchmesser), Gussfelgen, ein 110er-Reifen vorn und ein 140er hinten. So macht man das in dieser Klasse. Und man spendiert ein ABS. Auch Yamaha, und das muss man extra erwähnen, denn bislang war das im unteren Fahrzeugsegment nicht unbedingt Standard. Der kompakte Schalldämpfer hingegen schon, der stark an das R6-Layout erinnert. Ebenso wie der zentrale Lufteinlass in der Verkleidung, die sportlich-scharf geschnitten ist und der R3 einen markentypischen, erwachsenen Auftritt beschert. Zu haben ist die neue Basis-Sportlerin ab Mai 2015 in den Farben Blau und Schwarz. Über den Preis schweigt sich Yamaha derzeit aus. Rund 5500 Euro verlangen Kawa und KTM, die Honda liegt mit 4795 Euro deutlich darunter. Es wäre nicht erstaunlich, wenn die R3 auch in dieser Hinsicht ziemlich exakt in der Mitte landet.

Foto: Yamaha
Yamaha YZF-R3.
Yamaha YZF-R3.

Technsiche Daten Yamaha YZF-R3

Yamaha YZF-R3

Zweizylinder-Reihenmotor, 321 cm³, 30,9 kW (42 PS) bei 10.750/min, 29,6 Nm bei 9000/min, Brückenrahmen aus Stahl, Telegabel (41 mm), Scheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 298/220 mm, ABS, Sitzhöhe 780 mm, Gewicht vollgetankt 169 kg, Tankinhalt 14 Liter, Bereifung 110/70 HR 17; 140/70 HR 17, Preis: k.A.

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