Modellreport: Tourer mit Geschichte

Reise-Legenden

An Bord von Reise-Mobilen gehen die Uhren anders. Gemächlicher, genussvoller, ruhiger. Das gilt auch für sie selber: Aktuelle, bewährte Tourer blicken auf eine lange Modellgeschichte zurück.

Foto: Archiv
BMW R 1200 RT: Die aktuelle RT vereint „die besten Touring-Qualitäten der Welt“ (MOTORRAD 21/2008). Nicht mehr und nicht weniger.
BMW R 1200 RT: Die aktuelle RT vereint „die besten Touring-Qualitäten der Welt“ (MOTORRAD 21/2008). Nicht mehr und nicht weniger.
Brandneue Supersportler erscheinen wie eine Supernova über dem Motorrad-Himmel, um nach zwei Jahren zu verglühen. Ein Tourer hingegen bleibt einfach stets ein Tourer. Er stillt nach vielen Jahren noch genauso gut das Fernweh, trägt einen raus aus engem Alltag, rein ins Erlebnis. Power? Nebensache. Hauptsache unterwegs, aufrecht, erhaben und behütet. Gepäck an Bord, Sehnsucht im Herzen. Bestes Beispiel: BMWs RT-Reihe. Geboren zur Kölner Messe IFMA 1978 als R 100 RT. Seither rollten fast eine viertel Million RT, sprich Reise-Tourer vom Band.

Eine viertel Million dieser großen, teuren, voll ausgestatteten Touren-Motorräder, immer mit Zweizylinder-Boxermotor, als Zwei- oder Vierventiler, als Baureihen mit 1000 und 800, 850 und 900, 1100 sowie 1150 und 1200 cm3. Das Erfolgsgeheimnis? Sich treu bleiben. 30 Jahre, ein Konzept: Verkleidung, Kardan, Koffer. Rasch emporgestiegen zu einem der beliebtesten Behörden-, insbesondere Polizeimotorräder noch dazu: höchst repräsentativ, aber einfach im Umgang sowie im Handling. RTs tun Dienst von Miami bis Moskau, von Kopenhagen bis Kapstadt. 1978 stellten 70 PS die Speerspitze des BMW-Motorradbaus dar, nicht 170. Vollverkleidungen in Großserie gab es erst seit 1976, bei der im Windkanal geschliffenen BMW R 100 RS. Zwei Jahre später baute die R 100 RT auf der sportlicheren Schwester auf. Im Wortsinn: Das die beiden Zylinder umfließende Unterteil der Verkleidung war bei beiden Top-Modellen gleich. Doch die RT erhielt eine größere, steiler stehende und mechanisch höhenverstellbare Scheibe. Heute geht so etwas elektrisch. Auch sonst hielt haufenwiese Elektronik Einzug. Für ABS und Einspritzung, Lambdasonde und Heizgriffe, Tempomat und Bordradio. Sogar das Fahrwerk ist gegen Aufpreis elektronisch einstellbar.

Schon 1978 ein Thema: „verschließbare Ablagekästen“ links und rechts in den Innenverkleidungen für Kleinkram, Karten, Geldbörsen. Genau darum geht es: Reisen zu einem Erlebnis und die Erlebnisse möglichst einfach und komfortabel zu machen. Auch für die Begleitung, mit der der RT-Fahrer am liebsten unterwegs ist. Bereits 1974 hatte Honda einen Touring-Traum auf Rädern erschaffen. Die Gold Wing erschien zwar zunächst als „Sportler“, orientierte sich aber schnell in Richtung Touring. Danach war reisetechnisch nichts mehr wie zuvor. Hondas vierzylindriger Wasserboxer erschloss neue Dimensionen: diese seidige Laufkultur, das geschmeidige Hochdrehen, die Kraft ganz ohne Hektik. Hondas erstes Modell mit dem vollen Liter Hubraum erinnerte viele an ein Auto auf zwei Rädern, schon ohne Verkleidung satte 295 Kilogramm schwer. Eine solche hielt erst bei der 1100er-Nachfolgerin im Jahr 1980 Einzug. Gleiches galt für Koffer ab Werk.
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Foto: Künstle
Goldrausch 1975: Honda brachte mit der Gold Wing GL 1000 nicht nur die erste 1000er, sondern auch das erste Kardan-Motorrad aus Japan auf den Markt.
Goldrausch 1975: Honda brachte mit der Gold Wing GL 1000 nicht nur die erste 1000er, sondern auch das erste Kardan-Motorrad aus Japan auf den Markt.

Honda Gold Wing und Moto Guzzi California

Es hätte noch dicker kommen können. 1974 nahm der Gold-Schwinge-Prototyp namens AOK bereits das vorweg, worauf die Gold Winger noch bis Ende 1988 warten mussten: einen Sechszylinder-Boxer mit rund 1,5 Liter Hubraum. Doch in den frühen 70ern fanden die Ingenieure keinen Weg, den Fahrer bei einem derart langen Motor nah genug an den Lenker zu bringen. Immerhin, auch die ab 1975 käufliche 1000er hatte diverse Schmankerl: etwa den Tank schwerpunktgünstig unterm Sitz platziert. Die Tankattrappe beherbergte den Einfüllstutzen und diente ansonsten Limousinen-like als Handschuhfach. In der Tankattrappe des aktuellen 1,8-Liter-Brummers sitzt gegen Aufpreis ein schützender Airbag, der erste überhaupt in einem Motorrad. Selbst ohne ihn setzt der säuselsanfte Sechszylinder Superlative: Das Acht-Zentner-Bike mit LCD-Anzeige für nicht geschlossene Gepäckabteile (!) kostet ganz ohne Extras so viel wie ein Mittelklasse-Pkw in Deutschland: gut 26000 Euro. Bei solcher Exklusivität fällt es kaum auf, dass der sanfte Riese in der jetzigen Form auch schon wieder seit 2001 existiert.
Foto: Moto Guzzi
Moto Guzzi California 850, Modell 1972 und 2009: Man muss schon zweimal hinsehen, um modernere Technik zu erkennen.
Moto Guzzi California 850, Modell 1972 und 2009: Man muss schon zweimal hinsehen, um modernere Technik zu erkennen.
Viel früher, nämlich 1971, wurde bei Moto Guzzi in Mandello eine Legende geschaffen: die California als Archetyp des Italo-Tourers. Ihr Name erzählt Geschichte: Das Los Angeles Police Department setzte Guzzi V7 Special als Dienstfahrzeuge ein, mit großer Scheibe, opulenter Sitzbank und hohem, geschwungenem Lenker. Solche Tugenden taugten nicht nur zur Jagd von Verkehrssündern oder Verbrechern, sondern exzellent, um die Landschaft entspannt zu genießen. Draufsitzen und sich wohl fühlen. Für die USA baute Moto Guzzi einige wenige zivile Exemplare der California, mit 757 cm3 messendem 90-Grad-V2, Trittbrettern, Einzelsitz und GFK-Koffern. In einer größeren Serie kam die "Cali" erst 1972 mit dem 850er-Motor aus der GT. Und schuf ihren ureigenen Mythos. Den die aktuelle, 2006 vorgestellte California Vintage bis ins Detail zitiert. So halten sich grundlegende technische Neuerungen in Grenzen. ABS etwa ist nach wie vor Fehlanzeige, die Leistungsausbeute blieb bescheiden (Literleistung: 69 PS statt 65 PS 1972) und das Drehmomentloch bei niedrigen Drehzahlen ein großer Krater – wie bei allen 1100er-Guzzi-Zweiventilern.
Foto: Harley-Davidson
Harley-Davidson Electra Glide Standard, Modell 2009: Die lenkerfeste Verkleidung wurde größer, und nun ist ABS an Bord. Ansonsten wie eh und je.
Harley-Davidson Electra Glide Standard, Modell 2009: Die lenkerfeste Verkleidung wurde größer, und nun ist ABS an Bord. Ansonsten wie eh und je.

Harley-Davidson Electra Glide

Der Tankinhalt ist kleiner als einst, der Topspeed nur marginal gestiegen, von 175 auf 185 binnen 37 Jahren. Die Ergonomie wurde sogar schlechter. Kein weiterer Gang kam hinzu, nur Scheiben- statt Trommelbremsen. Doch die hatte bereits die "850 T3" von 1975. Damals schon mit dem Guzzi-typischen Integralbremssystem: Das Fußpedal betätigte nicht nur den Heckstopper, sondern auch die linke Scheibe vorn. So lässt sich Guzzi das an die Vergangenheit angelehnte Design der „Vintage“ mit 15850 Euro ziemlich teuer bezahlen. 1972? Das ist für Harley praktisch schon die Neuzeit! Die erste Electra Glide erschien bereits 1965. Ihr Name ist mindestens so amerikanisch wie Corvette, Hamburger oder Coca-Cola. Aber der erste Tourer von Harley-Davidson war der gutmütige Saurier E-Glide beileibe nicht: Reisetaugliche „Dresser“ ab Werk, mit Zubehör ausstaffierte Big Twins, kamen bereits in den 1930er Jahren in Mode. Entweder noch mit seitengesteuertem "Flathead"-Motor (seit 1929) bestückt oder vom "Knucklehead"-Motor (1936 präsentiert) befeuert, dem ersten Harley-Davidson-V-Twin mit oben im Zylinderkopf hängenden Ventilen.
Foto: Archiv
Elektrisiert oder elektrifiziert? Der E-Starter machte aus der seit 1959 erhältlichen Duo-Glide die Electra Glide.
Elektrisiert oder elektrifiziert? Der E-Starter machte aus der seit 1959 erhältlichen Duo-Glide die Electra Glide.
Ihn löste 1948 der verbesserte Panhead-Motor ab, zunächst in Fahrwerken mit Springer-Gabeln. 1949 debütierte die Telegabel, machte aus der Pan die Hydra Glide. Sie galt als einer der komfortabelsten Tourer der Welt. 1959 erhielt sie statt des bisherigen Starrrahmens eine Schwinge und zwei Federbeine: Die Duo Glide war geboren. Zu deren Modellpflege fürs Jahr 1965 gehört der Elektrostarter, der aus der Duo Glide die erste Electra Glide machte. Und 2009? Da ist die Electra Glide Standard für Harley-Verhältnisse richtig günstig, kostet bei unbedingter Tourentauglichkeit in der einfachsten Version „bloß“ 18750 Euro. Unbezahlbar: Der Atem der Geschichte fährt auf jedem Meter mit. Breiter Lenker, bequeme, aufrechte Sitzposition, fetter, ausladender Sitz, die Knie entspannt und die Füße lässig auf Trittbrettern platziert. So lässt es sich trefflich touren, zeitlos, ja zeitvergessen. Harley gibt sich alle Mühe, sich selber zu zitieren und moderne Technik zu verstecken. ABS-Impulsgeber wie Sensoren etwa. Sicherheit? Gern. Wenn die klassische Linie nicht darunter leidet. Gemäß der bewährten Tourer-Maxime: "Am besten nichts Neues".

Technische Daten BMW R 100 RT/1200 RT

1978: BMW R 100 RT
Langstrecken-Komfort ab Werk: Nivomat-Federbeine, riesige, verstellbare Scheibe, Luftdüsen unter den Blinkern und optionale Koffer.

Motor
luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, zwei Ventile je Zylinder, Bohrung x Hub 94,0 x 70,6 Millimeter, 972 cm³, 51 kW (70 PS) bei 7250/min, 76 Nm bei 5500/min, fünf Gänge, Kardan

Fahrwerk
Doppelschleifen-Rahmen aus Stahlrohr, nicht einstellbare Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahl, Federbeine mit verstellbarer Federbasis, Gussräder, Reifen 3.25 H 19 und 4.00 H 18

Maße und Gewicht
Radstand 1465 Millimeter, Sitzhöhe 735 Millimeter, Tankinhalt 24,0 Liter, Gewicht vollgetankt 234 Kilogramm

Preis
1992 11480 Mark (5870 Euro)



2009: BMW R 1200 RT
Die aktuelle RT vereint „die besten Touring-Qualitäten der Welt“ (MOTORRAD 21/2008). Nicht mehr und nicht weniger.

Motor
luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, vier Ventile je Zylinder, Bohrung x Hub 101,0 x 73 Millimeter, 1170 cm³, 81 kW (110 PS) bei 7500/min, 115 Nm bei 6000/min, sechs Gänge, Kardan

Fahrwerk
tragender Motor-Getriebe-Verbund, längslenker­geführte Telegabel, Einarmschwinge mit Momentabstützung, Zentralfederbein, Gussräder, Reifen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17

Maße und Gewicht
Radstand 1485 Millimeter, Sitzhöhe 830–850 Millimeter, Tankinhalt 27,0 Liter, Gewicht vollgetankt 282 Kilogramm (inklusive Extras)

Preis
ab 15850 Euro

Technische Daten - Harley-Davidson Electra Glide Standard

1965
Elektrisiert oder elektrifiziert? Der E-Starter machte aus der seit 1959 erhältlichen Duo Glide die Electra Glide. Der Langstrecken-Gleiter bot von Anfang an Windschild, Koffer und einen superbequemen Sattel.

Motor
luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub 87,3 x 100,8 Millimeter, 1206 cm³, 44 kW
(60 PS) bei 5600/min, 93 Nm bei 3500/min, Vierganggetriebe, Kette

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen aus Stahlrohr, nicht einstellbare Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahl, Federbeine mit verstellbarer Federbasis, Drahtspeichenräder, Reifen: keine Angabe

Maße und Gewicht
Radstand 1524 Millimeter, Sitzhöhe: keine Angabe, Tankinhalt 19,0 Liter, Gewicht vollgetankt 355 Kilogramm

Preis
1965 1595 US-Dollar (in Amerika)



2009
Okay, die lenkerfeste Verkleidung wurde größer, und nun ist ABS an Bord. Ansonsten wie eh und je.

Motor
luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub 95,3 x 111,1 Millimeter, 1584 cm³, 60 kW (82 PS) bei 5200/min, 129 Nm bei 3500/min, Sechsganggetriebe, Zahnriemen

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen aus Stahlrohr, nicht einstellbare Telegabel, Federbeine mit Luftunterstützung, Gussräder, Reifen 130/80 B 17 und 180/65 B 16

Maße und Gewicht
Radstand 1625 Millimeter, Sitzhöhe 715 Millimeter, Tankinhalt 22,7 Liter, Gewicht vollgetankt 368 Kilogramm

Preis
ab 18750 Euro

Technische Daten - Honda Gold Wing

1975: Honda Gold Wing GL 1000
Goldrausch: Hondas erste 1000er war gleichzeitig das erste Kardan-Motorrad aus Japan.

Motor
wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Boxermotor, zwei Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub 72,0 x 61,4 Millimeter, 999 cm³, 60 kW (82 PS) bei 7500/min, 80 Nm bei 6500/min, fünf Gänge, Kardan

Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, nicht einstellbare Telegabel, Federbeine mit fünffach verstellbarer Federbasis, Drahtspeichenräder, Reifen 3.50 H 19 und 4.50 H 17

Maße und Gewicht
Radstand 1560 Millimeter, Sitzhöhe 810 Millimeter, Tankinhalt 19,3 Liter, Gewicht vollgetankt 295 Kilogramm

Preis
1975 9268 Mark (4738,65 Euro)



2009: Honda Gold Wing GL 1800
Bereits seit 2001 ist die 1800er der Maßstab unter den Super-Tourern.

Motor
wassergekühlter Sechszylinder-Viertakt-Boxermotor, zwei Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub 74,0 x 71,0 Millimeter, 1832 cm³, 87 kW (118 PS) bei 5550/min, 167 Nm bei 4000/min, fünf Gänge plus Rückwärtsgang, Kardan

Fahrwerk
Brückenrahmen aus Aluminium, einstellbare Telegabel, Einarmschwinge aus Aluminium, einstellbares Zentralfederbein, Gussräder, Reifen 130/70 H 18 und 180/60 H 18

Maße und Gewicht
Radstand 1690 Millimeter, Sitzhöhe 740 Millimeter, Tankinhalt 25,0 Liter, Gewicht vollgetankt 405 Kilogramm

Preis
ab 26590 Euro

Technische Daten - Moto Guzzi California

1972: Moto Guzzi California 850
Vitaler Brocken: Die California I bot vor 37 Jahren Top-Tourentauglichkeit.

Motor
luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub 83 x 78 Millimeter, 844 cm³, 40 kW (55 PS) bei 6500/min, 64 Nm bei 5500/min, Fünfganggetriebe, Kardan

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen aus Stahlrohr, Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahlrohr, Federbeine mit verstellbarer Federbasis, Draht­speichenräder, Reifen 4.00 x 18 und 4.00 x 18

Maße und Gewicht
Radstand 1470 Millimeter, Sitzhöhe: keine Angabe,
Tankinhalt 22,5 Liter, Gewicht vollgetankt 276 Kilogramm

Preis
1972 7700 Mark (3937 Euro)



2009: Moto Guzzi California Vintage
Man muss schon zweimal hinsehen, um moderne(re) Technik zu erkennen.

Motor
luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub 92 x 80 Millimeter, 1064 cm³, 54 kW (73 PS), 94 Nm bei 5000/min, Fünfganggetriebe, Kardan

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen aus Stahlrohr, Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahlrohr, Federbeine mit verstellbarer Federbasis, Drahtspeichenräder, Reifen 110/90 VB 18 und 140/70 VB 17

Maße und Gewicht
Radstand 1560 Millimeter, Sitzhöhe 780 Millimeter, Tankinhalt 19,0 Liter, Gewicht vollgetankt 290 Kilogramm

Preis
15850 Euro

Kawasaki GTR 1000 - Die ewig Alte

Foto: Archiv
Kawasaki GTR 1000, Modell 1986.
Kawasaki GTR 1000, Modell 1986.
Sie war von Anfang an, 1986 nämlich, nicht ganz auf der Höhe ihrer Zeit. Kawasakis Sechs-Zentner-Kracher wog satte 40 Kilo mehr als der anvisierte Gegner BMW K 100 RT. Gleichwohl hat die 1000er eine treue Fangemeinde um sich geschart. Welches japanische Motorrad wurde schon 17 Jahre (!) ohne nennenswerte Modell­pflege gebaut? Pluspunkt der GTR: ihr problemloser Motor. Er stammte aus der GPX 1000 RX und war auf fülligeren Drehmomentverlauf getrimmt. Komfort und Ausstattung gingen in Ordnung, bis hin zu Kardan und ausklappbaren Gepäckhaken. Nicht jedoch das Fahrverhalten: „Wer auch nur einen Hauch Sportlichkeit verlangt, der ist bei der barocken Kawasaki an der völlig falschen Adresse“, hieß es zum Abschied 2003 im MOTORRAD-Katalog. Für 16250 Euro lebt das Kürzel GTR in einer 1400er weiter, die ansonsten aber nichts mit der "ewig Alten" gemein hat.

Motor
wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, vier Ventile pro Zylinder, dohc, Bohrung x Hub 74 x 58 Millimeter, 997 cm3, 74 kW (100 PS) bei 9000/min, 90 Nm bei 6500/min, Sechsganggetriebe, Kardan

Fahrwerk
Brückenrahmen aus Stahl mit Aluminium-Heckrahmen, luftunterstütze Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahl, Zentralfederbein mit verstellbarer Federbasis und Dämpfung, Gussräder, Reifen 110/80 V 18 und 150/80 V 16

Maße und gewicht
Radstand 1555 Millimeter, Sitzhöhe 800 Millimeter, Tankinhalt 28,5 Liter, Gewicht vollgetankt 296 Kilogramm

Preis
15900 Mark (1986; entspricht 8129,54 Euro), 10565 Euro (2003)

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