Moto Cross Beaucaire/F (Archivversion)

Fluchbeladen / Revoluzzer

Wer in Beaucaire gewinnt, wird nicht Weltmeister. Diesen Fluch pflegt die traditionelle Auftaktveranstaltung der internationalen Moto Cross-Freiluft-Saison in Südfrankreich schon seit 18 Jahren. Und in diesem Jahr traf es auch noch einen einheimischen Helden. Yamaha-Werksfahrer Yves Demaria, einer der Top-Favoriten auf den 250er Titel, holte in Beuacaire mit zwei Laufsiegen und einem zweiten Platz hinter dem belgischen Suzuki-Piloten Werner Dewit überlegen den Gesamtsieg - und hat jetzt ein Problem.Dewit, eigentlich die Nummer zwei im Suzuki-Werksteam hinter seinem Landsmann Marnicq Bervoets, war die Überraschung von Beaucaire. Nach seinem Eröffnungssieg blieb er auch in den beiden folgenden Rennen als Vierter und Zweiter deutlich vor Bervoets und war damit in der Gesamtwertung Zweiter vor Kawasaki-Mann Tallon Vohland aus den USA, der im einzelnen die Plätze drei, zwei und drei belegte.Deutschlands Crosser Nummer eins, Pit Beirer, mußte mit seiner Honda zwar noch den beiden Weltmeistern Joel Smets (Husaberg) und Stefan Everts (Honda) den Vortritt lassen, wurde aber mit den Rängen sieben, zehn und acht in der Gesamtwertung Sechster. Und vor allem: Er unterliegt damit nicht dem Fluch von Beaucaire und kann unbeschwert in die 250er WM-Saison gehen, die am 24. März im spanischen Talavera beginnt.
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Neue wassergekühlte Jawa (Archivversion) - Prager Frühling

Die im Bahnsport sehr traditionsreiche tschechische Firma Jawa betreibt die Revolution. Nach 60 Jahren und keinem bißchen Nässe gibt es jetzt die erste wassergekühlte Bahn-Rennmaschine. Da die luftgekühlte 500er Einzylinder-Viertakt-Vierventil-Aggregate mit einem Kolbenhub um 86 Millimeter in ihrer jüngsten Generation bei Drehzahlen um 10000/min Kolbengeschwindigkeiten im Bereich von 30 m/s erreichen, besteht trotz der eher kurzen Belastungsphasen - die Rennen dauerend durchschnittlich nur rund eine Minute - die Gefahr von Motorschäden durch Überhitzung. Vor allem die Kolben selbst sind äußerst hitzegefährdet. Und dieses Problem ist mittels einer Wasserkühlung leicht in den Griff zu kriegen. Die Jawa-Techniker gehen sogar davon aus, daß die Wasserkühlung für Gehäuse und Zylinder ausreicht und setzen den Zylinderkopf weiterhin lediglich dem Luftstrom aus. Der Wasserkühler selbst, bei einem Bahnmotorrad aufgrund des permanenten Steinschlags während des Rennens ein äußerst sensibles Teil und vielleicht auch deshalb über lange Jahre nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, sitzt bei der neuen Jawa schräg unter dem Sitz innerhalb der Motorverkleidung, wo er bestmöglich gegen Steinschlag abgeschottet sein soll. Premiere feiern wird die neue Jawa beim Auftakt zur Langbahn-Weltmeisterschaft am 19. Mai 1996 im bayerischen Mühldorf. Die Jawa-Speedway-Maschinen sollen erst später mit der »revolutionären« Technik ausgerüstet werden.

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