Moto Guzzi V 11 Sport / Le Mans: Gebrauchtberatung (Archivversion)

Der teuren Daytona mit Vierventiltechnik, die bereits ab Ende 1990 verkauft wurde, stellte Moto Guzzi 1994 einen supersportlichen Zweiventiler zur Seite. Im neuen Zentralrohrrahmen erhielt der 1100er-Motor aus der California eine mittragende Funktion. Kleine Piloten tun sich schwer auf der 1100 Sport – zu lang ist der 19-Liter-Tank für entspanntes Fahren. Einmal in Fahrt, besticht die 1100er durch Zielgenauigkeit. Wegen des breiten 160er-Hinterreifens verzichteten die Guzzi-Konstrukteure auf die sonst übliche Kapselung der Kardanwelle. So läuft diese ungeschützt im Spritzbereich des Hinterreifens. Der Kardan muss daher regelmäßig geschmiert werden. Unterlassungssünden werden mit einem frühen Exitus der Gelenke bestraft. Zum 75. Jubiläum im Jahr 1996 erschien die modellgepflegte 1100i. Die Techniker beließen es nicht bei der Übernahme der Einspritzanlage aus der Daytona, sondern spendierten der zweiten Auflage einen Ölkühler und ein überarbeite-
tes Fünfganggetriebe. Die etwas stör-
rische Marzocchi-Telegabel muss-
te einer Upside-down-Variante von White Power weichen. Interessenten sollten Modelle ab Baujahr 1997 bevorzugen. Diese besitzen ein robusteres Getriebe mit Schrägverzahnung. Die Leistungsentfaltung im mittleren Drehzahlbereich lässt sich durch ein geändertes Eprom (bei
Dynotec, siehe Seite 71; etwa 160 Euro) verbessern.

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