MotoGP-Suzuki und neue GSX-R 1000 Reihenvierzylinder klingt wie V-Motor

Die neue MotoGP-Suzuki besitzt einen Reihenvierzylinder, doch er klingt wie ein V-Motor. Ohrenzeugen zweifeln nicht daran, dass es ein Crossplane-Triebwerk nach Art der Yamaha M1 oder YZF-R1 ist. Und deshalb höchstwahrscheinlich der Vorbote einer künftigen Serien-GSX-R.

Foto: Guerin

Braucht Suzuki ein neues MotoGP-Motorrad? Zum Ende der Saison 2011 hatten die Japaner den Ausstieg aus der Königsklasse verkündet, die dadurch frei gewordenen Geldmittel und Entwicklungskapazitäten aber nur in bescheidenem Umfang in neue Serienmotorräder umgesetzt. Und bevor die Suzuki-Entwickler eine Nachfolgerin der langsam auslaufenden Bandit 1250, eine V-Strom 1200, eine überarbeitete V-Strom 650 oder eine GSX-R 1000 präsentieren konnten, welche die mittlerweile klassenüblichen elektronischen Fahrhilfen besitzt, wurde wieder eine MotoGP-Suzuki auf die Räder gestellt.

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Klingt wie eine Yamaha

Anfang Mai wurde sogar schon deren zweite Version bei Tests gesichtet - und sie klingt nach Zeugenaussagen wie eine Yamaha. Im Gegensatz zur GSV-R, der MotoGP-Maschine, die Ende 2011 pensioniert wurde, trägt die neue MotoGP-Suzuki jedoch einen Reihenmotor, den MOTORRAD-Chefredakteur Michael Pfeiffer sogar schon selbst gesehen hat. Damit ist das neue Renngerät viel besser als Basis für die Entwicklung eines Serienmotorrads geeignet als das alte.

Der Grund liegt auf der Hand: V-Motoren sind wegen der unvermeidlichen Verdoppelung mancher Bearbeitungsschritte und Baugruppen wie zum Beispiel dem Nockenwellenantrieb wesentlich teurer in der Fertigung. Der Blick auf den Bereich unterhalb des linken Ellbogens des Fahrers zeigt zierlichere Rahmenprofile, als sie die aktuellen GSX-R-Modelle besitzen. Dies sollte einen aber nicht zu dem Schluss verleiten, der Rahmen sei besonders flexibel. Eher schon ist zu vermuten, dass der neue Motor der MotoGP-Suzuki mit größeren Anteilen als zuvor zur Rahmensteifigkeit beiträgt.

Gegenüber dem ersten Prototyp wurden die Verkleidungsausschnitte größer, die Schwinge ist weniger massiv ausgeführt, mit einem größeren Fenster für die Kette. Die Kollegen vom Internetmagazin „Cycle World“ haben bemerkt, dass die neue MotoGP-Suzuki rechts keinen Deckel für die Welle eines externen E-Starters mehr trägt und daraus auf den Einbau einer Kupplung nach MotoGP-Standard geschlossen. Sie erlaubt es, den Motor über das Hinterrad zu starten.

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MotoGP-Suzuki kommt 2014

Wichtiger für die Umsetzung der Rennmaschine in ein Serienmotorrad ist die Frage, wie die nötige voluminöse Abgasanlage untergebracht oder die Frontpartie mit Scheinwerfer und Ansaugluftkanälen gestaltet wird. Dabei wird der rechte Schwingenarm kaum ohne Wölbung oder Kehlung auskommen und die Front wegen des nötigen Scheinwerfers kaum ohne seitliche Luftkanäle. Deshalb hat Computerretuscheur Jean-Marie Guerin beim Motiv der MotoGP-Suzuki an der Bananenschwinge der aktuellen GSX-R-Modelle und an ihrem zentralen Scheinwerfer festgehalten.

Aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation, denn die MotoGP-Suzuki wird erst im nächsten Jahr zum Einsatz kommen und der Serienableger kaum vor 2015. Und wer weiß, vielleicht präsentiert Suzuki bis dahin einen ganz flachen, kleinen Scheinwerfer.

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