MotoGP-WM: Vorschau Aprilia RS 3: Das Erbe der Formel 1

Noriyuki Haga auf dem Aprilia-Superbike RSV mille war in Valencia sogar klar schneller als Regis Laconi auf dem Grand-Prix-Prototyp. Immerhin jedoch stürmte der frisch aus der Taufe gehobene Dreizylinder schneller die Geraden entlang als die Yamaha M1.Das in der Aprilia schlummernde Potenzial erklärt sich wie bei Honda aus einem radikalen Neubeginn. So entschied sich Rennsportchef Jan Witteveen für einen Reihendreizylinder, der zehn Kilogramm weniger wiegen darf als die vier- und fünfzylindrige Konkurrenz. Um angesichts der größeren Einzelhubräume trotzdem auf die notwendigen Drehzahlen zu kommen, setzt Witteveen radikal auf Formel 1-Technologie. Die Einspritzanlage wurde mit einem Drive-by-wire-System gekoppelt, bei der die Befehle an die Drosselklappen statt per Seilzug von einer Elektronik erteilt werden. »Nachteile zum herkömmlichen System spüre ich nicht. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten für jeden einzelnen Gang faszinierend«, rieb sich Laconi die Hände. Revolutionär ist auch die pneumatisch unterstützte Ventilsteuerung (siehe Kasten Seite xxy). Ein Jahr an Entwicklung benötigt das Projekt mit Sicherheit, und erst dann wird bei Aprilia darüber nachgedacht, einen der großen Stars an Land zu ziehen.Weil die Viertakter von Aprilia, Suzuki und Yamaha erst allmählich das Laufen lernen, wittern manche der Zweitaktpiloten Morgenluft. »Wir können sonntags beruhigt ausschlafen, denn wir haben sowieso keine Chance«, ätzte Loris Capirossi noch im Januar. Dass nicht nur seine Honda NSR 500, sondern auch die anderen Viertakt-Prototypen hinterher fahren, versöhnte den kleinen Italiener wieder mit der Welt – das Podest rückt trotz Rossi wieder in Reichweite.

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