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Der Rahmen wurde in mehrere Teile aufgeteilt und mittels WIG-Schweißverfahren verbunden.

Motorrad aus dem 3D-Drucker Airbus-E-Bike "Light Rider"

Im Rennsport sind ausgedruckte Fahrzeugteile bereits im Einsatz. Für die Massenfertigung ist das Prinzip noch viel zu teuer. Mit dem weltweit ersten ausgedruckten Motorradrahmen zeigte Airbus-Tochter APWorks in Ottobrunn bei München jedoch, was künftig möglich sein wird.

Werden Motorräder künftig nicht mehr gebaut, sondern ausgedruckt? Das wohl nicht. Aber einzelne Leichtmetall-Teile können durchaus aus einem 3D-Drucker kommen. Vorteil gegenüber herkömmlichen Fräsverfahren: Mittels 3D-Druck können auch "komplex verzweigte Hohlstrukturen" entstehen, die "mit konventionellen Herstellungsprozessen nicht realisierbar sind", erläuterte Joachim Zettler bei der Pressevorstellung am 20. Mai 2016 in Ottobrunn bei München. Zettler ist Chef der AP Works GmbH, einem Tochterunternehmen der Airbus-Group.

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Gewicht, Drehmoment, Druckdauer

Welchen Stellenwert der Flugzeughersteller dem neuen Verfahren beimisst, wird daraus deutlich, dass mit Tom Enders der Geschäftsführer des Luftfahrtunternehmens zur Präsentation angereist war. Enders stellte ein E-Bike vor, dessen Alu-Rahmen von AP Works ausgedruckt worden war – eine Weltneuheit. Auf dem nur 35 Kilo schweren, bis zu 80 km/h schnellen "Light Rider" mit sechs kW-Motor drehte der Airbus-Boss dann eine Runde vor den Journalisten.

Wie beeindruckend die Zahlen sind, wird klar, wenn man sich parallel ein herkömmliches Pedelec anschaut: Maximal 250 Watt, also 0,25 kW, darf der Motor stark sein. Wer schon mal auf einem Pedelec gestrampelt hat, kann sich so ungefähr ein Bild davon machen, was es bedeutet mit dem über 8 PS starken Leichtgewicht von Airbus bzw. AP Works um die Kurven zu biegen.

Der Hersteller gibt den Topspeed mit 80 km/h an, das Drehmoment wird mit 130 Nm beziffert. In drei Sekunden solls von null auf 45 km/h gehen und der Akku durchschnittlich 60 Kilometer halten.

Der Rahmen allein wiegt gerade mal 6 Kilo, wobei die bionische Rahmenstruktur eine extrem hohe Steifigkeit aufweisen soll. Die Aluminiumlegierung kommt mit Scalmalloy aus eigenem Hause. Der Druck von Hauptrahmen und Schwinge dauerte rund zwei Tage.

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Airbus-"Light Rider" kostet 50.000 Euro

Fahrzeugteile aus "additiver Fertigung", so der Fachbegriff für 3D-Druck, haben den Vorteil, dass sie Hohlräume, etwa für Hydraulikleitungen, von Anfang an beinhalten können. Eingesetzt werden solche Komponenten heute bereits in der Luft- und Raumfahrt, aber auch im internationalen Motorsport. Entsprechende Aufträge bekommt AP Works in Ottobrunn bei München "von Firmen, für die Geld keine Rolle spielt", wie ein Mitarbeiter am Rande der Vorstellung meinte.

Das ausgedruckte Airbus-E-Bike "Light Rider" soll demnächst in einer auf 50 Exemplare limitierten Serie von AP Works gefertigt werden. Stückpreis: 50.000 Euro. Vorbestellungen unter lightrider.apworks.de


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