MOTORRAD-Checkpoint (Archivversion)

Marktsituation
Weltweit verkaufte Suzuki von der GSX-R 750 bislang rund 650000 Stück, wobei exakt 32343 Exemplare auf deutsche Käufer entfallen (Stand Mai 2005). Die tatsächlichen
Zulassungen dürften aufgrund zahlreicher Parallelimporte allerdings höher liegen.
Es herrscht also ein großes Angebot. Die Preisspanne reicht von etwa 500 bis 800 Euro für geschundene Maschinen der frühen Baujahre mit Laufleistungen über 70000 Kilometer bis hin zu jungfräulichen 2004er-Modellen (um 5000 Kilometer) für etwa 7500 Euro. Während das Urmodell von 1985 im Originalzustand mittlerweile zum seltenen Liebhaberstück mit entsprechenden Preisen avancierte, gibt es
die frühen Baureihen bis 1989 mit dem Kurzhub-Motor zu Dumpingpreisen, die selbst bei gepflegten Originalexemplaren die 1500-Euro-Schwelle kaum übersteigen. Etwas teurer sind die einst beliebten Varianten der Baujahre 1990/91 mit luft-/ölgekühltem Triebwerk und stark verbessertem Fahrwerk, die im Best-
zustand bis zu 2500 Euro kosten können
(um 35000 Kilometer). Kaum teurer werden die wassergekühlten, schwergewichtigen Modelle von 1992 bis 1995 gehandelt. Selbst
Topexemplare aus erster Hand und mit weniger als 30000 Kilometern liegen zumeist unter
3000 Euro.
Von den insgesamt sieben Modellgenerationen dürften für Gebrauchtkäufer mit ernsthaft sportlichen Ambitionen ohnehin nur die ab 1996 gebauten Typen von Interesse sein, die preislich höher angesiedelt sind. Für die Vergaservariante (1996/97) muss man mit Preisforderungen um 3500 Euro (25000 bis 30000 Kilometer) rechnen, die 1998/99er-Einspritzermodelle mit geringeren Laufleistungen kosten etwa 500 bis 1000 Euro mehr.
Die beiden jüngsten, besonders empfehlenswerten Baureihen ab 2000 werden nach der drastischen Preissenkung der letztjährigen GSX-R 1000 unter Wert gehandelt, weil sich der forcierte Preisverfall bei den gebrauchten Big Bikes natürlich auch auf die 750er auswirkt. Gepflegte, sturzfreie Exemplare der
bei Gebrauchtkäufern am höchsten im Kurs stehenden sechsten Modellgeneration (2000 bis 2003) mit Laufleistungen zwischen 5000 und 25000 Kilometer werden schon zu Preisen zwischen 5500 und knapp 7000 Euro gehandelt. Zum Vergleich: Schwacke taxiert den Händlerverkaufspreis einer GSX-R von 1998 mit 61000 Kilometer Laufleistung auf 3600 Euro, eine 2000er-GSX-R (44000 Kilometer) soll noch 5600 Euro kosten, ein 2003er-Modell (19000 Kilometer) immerhin 7100 Euro.

Besichtigung
Generell gilt: Hände weg von GSX-R 750, die häufig auf der Rennstrecke bewegt wurden.
Je nach Modellvariante gibt es zudem einige Punkte, auf die man achten sollte. Bei den frühen Exemplaren mit Luft-/Ölkühlung empfiehlt es sich, die Auswahl auf die ausgereiften Jahrgänge 1990 und 1991 zu beschränken. Wurde die Maschine vom Vorbesitzer – Exemplare aus erster oder zweiter Hand sind gerade bei Sportmotorrädern wegen der nachvollziehbaren Vorgeschichte sehr zu empfehlen – ausschließlich im Straßenverkehr eingesetzt, sind keine negativen Überraschungen zu erwarten. Nicht empfehlenswert sind die Kurzhub-
Modelle der Jahre 1988/89, die durch Motorschäden, hohen Ölverbrauch und eine schlechte Gasannahme in der Szene berüchtigt sind.
Probleme bereiteten auch die ersten wasser-gekühlten GSX-R 750 von 1992 mit hohem Ölverbrauch (zu hohes Kolbenspiel) und häufigen Pleuellagerschäden. Vorsicht ist ebenfalls bei den 1996er-Modellen (Typ GR 7 DB) angeraten, die mit Motorschäden auffielen (fressende Kolbenbolzen, zu dünne Kopfdichtung). Für Rennstreckenbolzerei ist der Vierzylinder dieser Baureihe nach Ansicht
einiger Händler ohnehin zu wenig standfest. Wer öfter Renntrainings besuchen möchte, sollte deshalb auf die rundum überzeugenden und zuverlässigen Modelle ab 2000 setzen, die höchstens mal mit hakenden Zünd- und Tankschlössern Ärger bereiten.

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