MOTORRAD-Kommentar Punktewertung (Archivversion)

Motor
Besser Abgestimmt als die SHiver. Ride-by-wire heißt Aprilias elektronische Drosselklappenverstellung. Deren Abstimmung wurde für die Dorsoduro geändert. So hat sich die Gasannahme im Touring- wie im Sportmodus spürbar verbessert. Auch die Lastwechselreaktionen fallen nicht mehr so ruppig aus. Der V-Motor mit seinem breiten nutzbaren Drehzahlband versprüht richtig Fahrfreude. Das Sechsganggetriebe lässt sich butterweich und exakt schalten. Nur die Kupplung braucht viel Handkraft.

Fahrwerk
Handlich fährt sich die SMV, aber längst nicht so spielerisch, wie man es von einer Supermoto erwartet. Das gut und straff abgestimmte Fahrwerk mit fein ansprechenden Federelementen überzeugt durch neutrales Kurvenverhalten und hohe Lenkpräzision. Selbst auf schlechten Belägen spurt die Aprilia souverän. Der enormen Schräglagenfreiheit setzen die Dunlop Qualifier zumindest auf der Landstraße kaum Grenzen. Kleiner Wermutstropfen: Bei Topspeed lässt die Fahrstabilität etwas nach.

Alltag
Fast schon tourentauglich glaubt man auf der Dorsoduro zu sitzen. Die bequeme Lenker- und Fußrastenposition und der gute Knieschluss führen zu einer entspannten Haltung. Auch der Sozius sitzt erstaunlich kommod. Doch die kaum gepolsterte Sitzbank malträtiert schon nach 150 gefahrenen Kilometern den Allerwertesten. Auch die Reichweite ist mäßig – Supermoto eben. Dazu passt, dass die Italienerin auf jegliche Verzurrmöglichkeiten für Gepäck verzichtet.

Sicherheit
ABS Fehlanzeige. Aber gute Bremsen hat die SMV trotzdem, sehr gute sogar. Die lassen sich perfekt dosieren und verzögern die 211 Kilogramm schwere Dorsoduro, als würde sie Anker werfen. Dabei reagieren sie keineswegs so bissig, dass man mit ihnen vorsichtig sein müsste. Bremsen in Schräglage erzeugt ein leichtes Aufstellmoment.

Kosten
Inspektionsintervalle von großzügigen 10000 Kilometern – da fallen die Kosten für den Check schon mal nicht so häufig an. Der Kraftstoffverbrauch hält sich ebenfalls in vertretbaren Grenzen.

Gesamtwertung
Die Dorsoduro fährt klasse, sieht aufregend aus und kostet nicht die Welt. Mehr kann man von einem knapp 90 PS starken Motorrad kaum erwarten.

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