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MOTORRAD-Leserwahl 2014 Volksbegehren

Leserwahl – das traut man sich kaum noch in diesen Zeiten. MOTORRAD hat es trotzdem getan. Über 45000 Teilnehmer wählten in acht Kategorien die Motorräder, die sie am liebsten hätten.

Manchmal sind einem sogar Erfolge unheimlich. MOTORRAD hat nachgezählt und nachgewogen und noch einmal nachgezählt und gegengecheckt. Wir wollten unbedingt auf Nummer sicher gehen. An den Zahlen änderte das zum Glück nichts. Exakt 45707 MOTORRAD-Leser gaben ihre Stimme ab, und damit über 15000 mehr als noch im vergangenen Jahr. Weltweit – also mit den Motorrad-Titeln in Frankreich, Spanien, Ungarn, Polen, Brasilien, den Niederlanden und der Schweiz – waren es sogar 82274 Teilnehmer. Das ist nicht nur für MOTORRAD eine schöne Bestätigung, sondern auch für alle, deren Produkte von den Lesern gewählt wurden. Und so trafen sich am 17. März weit über 200 erwartungsfrohe Gäste im Stuttgarter Renitenztheater, um nicht nur die Sieger zu ehren, sondern auch voller Freude und Zuversicht in die kommende Motorradsaison zu blicken.

Gewinnern fällt das naturgemäß leicht. Noch leichter fällt es, wenn man Seriensieger ist. Ducati und vor allem BMW reisten voller Zuversicht an – und wurden vom treuen deutschen Publikum nicht enttäuscht. Die K 1600 GT bei den Tourern, die R 1200 GS bei den Enduros und die famose HP4 bei den Sportlern: Das kennen wir vom letzten Jahr. Ebenso wie die siegreichen Ducati Multistrada bei den Allroundern und die Diavel im Cruiser-Segment. Und auch von den zwei KTMs ganz oben auf dem Podest kennt eine diese Perspektive schon aus der Vergangenheit: Die Beliebtheit der 125er-Duke ist weiter ungebrochen. Sie hat praktisch ein Abo auf Platz eins, während sich die große 1290er-Schwester diese Popularität dank eines riesigen Medienechos praktisch aus dem Stegreif erwarb. Die Super Duke R löste die Honda CB 1100 ab und ist somit der einzige Neuling im Reigen der Sieger.

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Foto: MRD

Des einen Freud, des anderen Leid

Doch es gab nicht nur Preise abzuräumen, sondern – für die Hersteller mindestens ebenso wichtig – auch exklusive Infos über die Befindlichkeit ihrer Kundschaft. Zusammen mit der Wahl der jeweiligen Favoriten in acht Klassen fragte MOTORRAD nämlich auch nach so entscheidenden Dingen wie den Markenprofilen der Hersteller oder danach, welche Marken derzeit besonders im Trend liegen. Das Ergebnis wird die ohnehin mit reichlich ersten Plätzen verwöhnten Marken BMW, KTM und Ducati noch freudiger erregt haben, während andere wie Aprilia, Moto Guzzi oder Husqvarna nachdenklich nach Hause gegangen sein dürften.

Doch auch die nahmen etwas mit: die Gewissheit nämlich, dass man etwas ändern kann, wenn man nur will. Vorgeführt wurde diese Übung im vergangenen Jahr von niemandem so eindrücklich wie von Yamaha. Zu Saisonbeginn 2013 befanden gerade einmal 30 Prozent der MOTORRAD-Leser, dass Yamaha im Trend liege. Ein Jahr später hat sich diese Zahl mit 58 Prozent beinahe verdoppelt. Die Marke mit den Stimmgabeln liegt jetzt sogar noch vor der ebenfalls sehr rührigen japanischen Konkurrenz von Honda und nur knapp hinter Harley-Davidson.

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Foto: MRD

Wie geht das? Wer auf diese Frage „MT-09 und MT-07“ antwortet, liegt garantiert richtig. Selten haben zwei Mittelklasse-Motorräder die Szene sowohl mit technologischer Eigenständigkeit als auch mit einem erschwinglichen Preis derart verzaubert, dass man der Marke nun auch auf anderen Gebieten wieder alles zutraut. Dass es für die MT-09 trotzdem nicht bis ganz oben aufs Podest langte, hat mit einer Eigenart von Leserbefragungen zu tun, die wir schon seit Jahren kennen. Vor die Wahl gestellt, entscheiden sich auch preisbewusste Käufer eher für ihren Motorradtraum als für tatsächlich infrage kommende Bikes. Kein Wunder also, dass mit der KTM 1290 Super Duke R und der BMW R nineT zwei hochpreisige Motorräder vor der MT-09 liegen. Ebenso ist es aber kein Wunder, dass die Diskrepanz zwischen der Aussage „Dieses Modell gefällt mir gut“ und „Dieses Modell käme für mich infrage“ bei der MT-09 mit 22 Prozent am geringsten ausfällt. Anders ausgedrückt: Die MT-09 gefällt vielen gut – und wäre für fast ebenso viele im Gegensatz zu den reinen Traum-Motorrädern auch erschwinglich.

So gesehen ist es beinahe zwangsläufig, dass Yamaha beim Kriterium „Preis/Leistung“ gleich um 15 Punkte (von 30 auf 45 Prozent) deutlich zulegte, während KTM im Kapitel „Fortschrittliche Technik“ um 19 Prozent draufpackte. Doch es gibt auch eindeutige Verlierer: Suzuki, mittlerweile ohnehin auf vielen Rängen unter „ferner liefen“, verlor in der einstigen Domäne „Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“ sieben Prozent und wurde von Yamaha eingeholt. In der Modellwertung kam Suzuki über drei achte Plätze nicht hinaus. Zu wenig für eine Marke, die in Deutschland einmal ganz weit oben stand.

Doch zurück zu den Gewinnern. Und zu einem Blick über die Grenzen Deutschlands hinaus, wobei man feststellt, dass innerhalb Europas weitgehend Einigkeit herrscht. Die KTM 125 Duke gewinnt flächendeckend, ebenso wie die Ducati Multistrada, die Ducati Diavel und die BMW R 1200 GS. Geht es um das Traum-Sportmotorrad, liegt im Süden (Schweiz, Frankreich, Spanien) die Ducati Panigale vor der BMW HP4, während der internationale Rollermarkt eindeutig Großroller vom Schlage Yamaha TMax, Suzuki Burgman oder BMW C-Evolution bevorzugt. Und die Tourerfraktion mehrheitlich Hubraum (BMW K 1600 GT), die Naked Biker Leistung (KTM 1290 Super Duke R). Doch das könnte sich ändern. Die BMW R nineT landet außer in den Niederlanden überall auf dem Podest. Ist das der Anfang eines neuen Volksbegehrens?

 

Foto: MRD

Die Marken und Teilnehmer

Die Marken

Wer im Trend liegt, hat auch bei Verkäufen die Nase vorn – das ist bei Motorrädern nicht anders als bei Handys. Doch was macht eine Marke trendy? Beispiel BMW: 90 Prozent der Teil­­nehmer der MOTORRAD-Leserwahl emp­­finden die Bayern als trendig. Sicher spielt dabei eine Rolle, dass es sich um einen deutschen Hersteller handelt, aber eben nicht nur. BMW unterfüttert diese Vorliebe mit guten Leistungen an vielen Fronten, wie die Markenprofile auf Seite 129 zeigen. Dabei nennen die Teilnehmer jene ­Marken, die sie in unterschiedlichen ­Bereichen bevorzugen: von guter Ver­arbeitung bis zum guten Aussehen. In acht von 14 Bereichen liegt BMW ganz vorn, was auf das Ergebnis als trendigste Marke durchschlägt. An zweiter Stelle folgt KTM, und auch das hat Gründe: Innerhalb nur eines Jahres verbesserten sich die Österreicher bei der Frage nach der fortschrittlichen Technik um 19 Prozent – das Kurven-ABS der Adventure lässt grüßen. Ähnliches gilt für Yamaha, wo die Neuentwicklungen MT-09 und MT-07 ganz offenbar für einen großen Image-Gewinn sorgen. Die Quintessenz: Die Hersteller haben es selbst in der Hand, ob ihre Marke als trendig gilt.

Die Teilnehmer

Wer hat gewählt? Wer sie sind, was sie fah­ren und worauf sie Wert legen, darüber gaben die Teilnehmer der MOTORRAD-Leserwahl im Fragebogen selber Auskunft.Es ist keine wirkliche Überraschung: 87 Prozent der Teilnehmer an unserer ­Leserwahl sind männlich. Ebenso viele besitzen selbst mindestens ein Motorrad – woraus man nun aber nicht den unzulässigen Schluss ziehen sollte, dass keine einzige der teilnehmenden Frauen Motorrad fährt. Das Alter liegt im Schnitt bei knapp 47 Jahren, woran sich – nun zu­lässigerweise – ablesen lässt, dass es sich bei den Wählern um routinierte ­Motorradfahrer handelt. Ebenso wie an der jährlichen Kilometerleistung, die durchschnittlich mit rund 7000 Kilo­me­tern angegeben wird und damit weit über die Norm hinausgeht. Im Vergleich zu den Neuzulassungen 2013 sind bei unserer Leserwahl Yamaha-, Suzuki- und BMW-Fahrer überrepräsentiert, Harley-Fahrer hingegen zu wenig vertreten (siehe Grafik unten). Dennoch schafft Harley bei der Frage nach den Trend-Marken satte 62 Prozent Zustimmung, was für die Objektivität der Teilnehmer spricht. Ebenfalls interessant: Besonders zufrieden mit ihrer Marke zeigen sich bei unserer Leserwahl Triumph-Fahrer – gefolgt von Ducati-, Honda- und KTM-Pilo­ten. BMW kommt hier nur auf den sechsten Platz.

Foto: fact
„Und der Gewinner ist . . . BMW!“ Das durfte Laudator Manuel Fuchs, im richtigen Leben MOTORRAD online-Chef, in der Tourer-Kategorie gleich drei Mal verkünden.
„Und der Gewinner ist . . . BMW!“ Das durfte Laudator Manuel Fuchs, im richtigen Leben MOTORRAD online-Chef, in der Tourer-Kategorie gleich drei Mal verkünden.

Die Wahlergebnisse

Foto: Hersteller
Den ersten Platz belegt die BMW K 1600 GT/Sport/GTL.
Den ersten Platz belegt die BMW K 1600 GT/Sport/GTL.

Kategorie: Tourer

Platz  MarkeTyp%
1.BMWK 1600 GT/Sport/GTL 18,2
2.BMWR 1200 RT17,6
3.BMWF 800 GT15,0
4.YamahaFJR 1300 AE11,4
5.Moto Guzzi California 1400 Touring 6,6
6.Kawasaki1400 GTR3,8
7.TriumphTrophy/SE3,7
8.SuzukiGSX 1250 FA3,6
9.TriumphRocket III Touring ABS3,5
10.IndianChieftain2,9
Foto: Hersteller
Doch nun zu den Gewinnern. In der Kategorie Chopper/Cruiser belegt die Ducati Diavel/Dark den ersten Platz.
Doch nun zu den Gewinnern. In der Kategorie Chopper/Cruiser belegt die Ducati Diavel/Dark den ersten Platz.

Kategorie: Chopper/Cruiser

Platz 
Marke
Typ
%
1.
DucatiDiavel/Dark30,5
2.
Moto GuzziCalifornia Custom

11,5

3.
Harley-Davidson Softail Breakout10,4
4.
IndianChief Classic/Vintage 8,3
5.
TriumphThunderbird/Storm6,4
6.
yamahaXV 950/R ABS5,7
7.
Harley-DavidsonNight Rod Special4,9
8.
Harley-DavidsonDyna Street Bob3,5
9.
VictoryJudge3,3
10.
Moto GuzziBellagio Deluxe3,1
Foto: Hersteller
In der Kategorie Sportler ergattert sich die BMW HP4 den ersten Platz.
In der Kategorie Sportler ergattert sich die BMW HP4 den ersten Platz.

Kategorie: Sportler

Platz 
Marke
Typ
%
1.
BMWHP427,1
2.
Ducati1199 Panigale/R/Superleggera 19,9
3.
Ducati899 Panigale9,7
4.
ApriliaRSV 4 R/Factory APRC ABS6,2
5.
KTM1190 RC8 R5,3
6.
HondaFireblade/SP

4,7

7.
MV Agusta F4 R/RR4,3
8.
MV AgustaF3 675/8004,0
9.
KawasakiZX-10R3,3
10.
TriumphDaytona 675/R3,1
Foto: Hersteller
Siegen konnte die BMW R 1200 GS/Adventure mit 24,7 %.
Siegen konnte die BMW R 1200 GS/Adventure mit 24,7 %.

Kategorie: Enduro/Supermoto

Platz 
Marke
Typ
%
1.
BMW
R 1200 GS/Adventure 24,7
2.
KTM1190 Adventure/R16,8
3.
DucatiHypermotard/SP8,9
4.
KTM690 SMC R6,6
5.
MV Agusta Rivale 8006,5
6.
TriumphTiger Explorer/XC5,1
7.
BMWF 800 GS/Adventure4,3
8.
SuzukiV-Strom 10003,4
9.
TriumphTiger 800/XC3,2
10.
BimotaDB 10 Bimotard2,4
10.YamahaXT 1200 Z World Crosser2,4
Foto: Hersteller
In der Kategorie Naked Bikes konnte sich die KTM 1290 Super Duke R den ersten Platz ergattern.
In der Kategorie Naked Bikes konnte sich die KTM 1290 Super Duke R den ersten Platz ergattern.

Kategorie: Naked Bikes

Platz 
Marke
Typ
%
1.
KTM1290 Super Duke R21,7
2.
BMWR nineT16,5
3.
Yamaha MT-098,3
4.
BMWS 1000 R6,5
5.
TriumphSpeed Triple/R3,7
6.
BMWR 1200 R3,3
7.
DucatiMonster 1200/S2,7
8.
HondaCB 11002,6
9.
ApriliaTuono V4R APRC2,5
10.
HorexVR6 Classic2,0
Foto: Hersteller
In der Kategorie 125er konnte KTM sich zwei Top-Plätze sichern.
In der Kategorie 125er konnte KTM sich zwei Top-Plätze sichern.

Kategorie: 125er

Platz 
Marke
Typ
%
1.
KTM
125 Duke 28,2
2.
KTMRC 12521,2
3.
ApriliaRS4 125 SBK Replica 12,5
4.
Yamaha YZF-R 1256,7
5.
HondaCBR 125 R4,9
6.
HondaMSX 1253,6
7.
YamahaWR 125 X/R3,4
8.
SuzukiVan Van 1252,4
9.
WMIBobtail 1251,9
10.
SachsMadAss 1251,7
Foto: Hersteller
In der Kategorie Allrounder belegt die Ducati Multistrada 1200/S/Pikes Peak den ersten Platz.
In der Kategorie Allrounder belegt die Ducati Multistrada 1200/S/Pikes Peak den ersten Platz.

Kategorie: Allrounder

Platz 
Marke
Typ
%
1.
Ducati
Multistrada 1200/S/Pikes Peak 29,5
2.
Kawasaki
Z 1000 SX11,4
3.
BMWK 1300 S11,0
4.
HondaVFR 800 F4,2
5.
BMWF 700 GS4,0
6.
HondaNC 750 X3,8
7.
Moto Guzzi 1200 Sport 4V3,8
8.
HondaCBF 1000 F3,7
9.
HondaVFR 1200 F3,4
10.
ApriliaShiver 750 ABS3,3
10.SuzukiBandit 1250 S ABS3,3
Foto: Hersteller
Die Vespa GT Super 300 i.e. sichert sich in der Kategorie Roller den ersten Platz.
Die Vespa GT Super 300 i.e. sichert sich in der Kategorie Roller den ersten Platz.

Kategorie: Roller

Platz 
Marke
Typ
%
1.
VespaGTS Super 300 i. e.19,6
2.
BMWC 600 Sport/650 GT13,5
3.
BMWC-Evolution13,4
4.
VespaLX 125 3V8,4
5.
Yamaha TMax 530 ABS6,1
6.
HondaIntegra5,4
7.
ApriliaSRV 850 i. e. ABS/ATC5,2
8.
Lambretta LN 1255,0
9.
HondaSH 125/150 i3,2
10.
SuzukiBurgman 650 Executive 3,1

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