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Dem MOTORRAD-Erlkönig-Jäger fuhr in den USA die fast straßenfertige Suzuki GSX-S 1000 vors Objektiv.

Spyshots Erlkönig Suzuki GSX-S 1000 Das Power-Naked von Suzuki kommt

In den USA fährt das neue sportliche Naked Bike von Suzuki bereits auf offener Straße herum. Auf ihrer Verkleidung prangt die Modellbezeichnung Suzuki GSX-S 1000; in Europa hatte man eher mit einer GSR 1000 gerechnet. Wie auch immer das Ding heißen wird: Es wird eine ganz heiße Rakete!

Suzuki GSX-S 1000. Ob sie so heißen wird? Wer weiß? Ob sie genau so aussehen wird? Zumindest ähnlich, denn der Spielraum in dieser Klasse ist technisch beschränkt. Alu-Brückenrah­men, kerniger 1000er-Reihenvierzylinder, sportlich straffes Fahrwerk, Supersportler-Bremsen­ – das ist der Stoff, aus dem die ­japanischen Naked Bike-Träume sind. Und ­Suzuki-Fans dürfen ab sofort wieder mitträumen, wenn sie sich nicht zwischenzeitlich beim breit gefächerten Angebot der Konkurrenz bedient haben.

Aber wovon? Diese Frage muss man stellen, seitdem eine BMW S 1000 R und eine KTM 1290 Super Duke die Maßstäbe nochmals verschoben haben. Die Antwort lautet: von einer großen Nackten japani­schen Zuschnitts. Die Gegner seien nicht BMW und KTM, sondern Honda, Kawasaki und Yamaha, so die Suzuki-Strategen. Ob diese Analyse nun den überschaubaren Entwicklungsressourcen oder der tiefen Skepsis gegenüber dem europäischen und nordamerikanischen Markt geschuldet ist, sei dahingestellt. Festzustehen scheint jedenfalls: Die neue Suzuki GSX-S 1000 wird weder ­leistungsmäßiger Überflieger noch technoides High-End-Eisen, sondern im Idealfall das, was man in dieser Klasse erwarten darf. Eine fulminante Fahrmaschine nämlich.

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Suzuki GSX-S 1000 mit Motor aus GSX-R von 2005?

Die Voraussetzungen dafür sind güns­tig, zumal die Paraderolle einem zu­kommen könnte, der sie schon einmal innehatte. Man dürfe nicht un­­bedingt von der jüngsten GSX-R 1000-Moto­rengeneration ausgehen, wird ­gemunkelt, sondern von der besten. Und die steckte nach Meinung vieler Experten in jener GSX-R, die 2005 die Supersportwelt auf den Kopf stellte. Überragende Leistung (schon damals nominell 178 PS), perfekte Leistungsentfaltung, feine Dosierbarkeit und ein Sound zum Gotterbarmen – so war das mit der K5, allerdings in Vor-Euro-3-Zeiten. Wenn es gelänge, diese Eigenschaften und, sagen wir, 150 PS in die neue Suzuki GSX-S 1000 zu implantieren, würde sich leistungsmäßig niemand beklagen.

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Ebenso wenig wie über fehlende Elektronik. ABS – na klar, Ehrensache. Genauso wie eine Traktionskontrolle, denn das Suzuki-System, das im vergangenen Jahr in der neuen V-Strom präsentiert wurde, arbeitet tadellos und sollte problemlos zu applizieren sein. Fahrwerksseitig hingegen wird die Neue ganz konventionell daherkommen, aber auch das ist kein Fehler. Wer genügend Sorgfalt in die Abstimmung herkömmlicher Federelemente investiert, ist auf Elektronik beim Fahrwerk nicht zwingend angewiesen. Ganz anders sieht es mit dem Leichtbau aus. 207 Kilogramm wiegt der Klassenprimus BMW S 1000 R. Diese Marke wird die Suzuki GSX-S 1000 ziemlich sicher nicht erreichen. Doch unter 220 Kilogramm sollte machbar sein. Damit läge die GSX-S 1000 in unmittelbarer Nachbarschaft zur japanischen Konkurrenz, sodass es auch bei der neuen Suzuki wieder auf alte Primärtugenden hinausliefe. Design und Preis – das sind die Dinge, an denen man sie messen wird. Wenn die neue Nack­te so hübsch wird wie die MOTORRAD-Computerretusche, sollte sie am ersten Kriterium nicht scheitern. Auf der INTERMOT 2014 in Köln werden wir es sehen.

Alle Motorrad-Neuheiten für 2015 auf einen Blick

Private Initiative

Wo bleibt Suzuki? Diese Frage stellten nicht nur MOTORRAD und die Fans der Marke, sondern auch zahlreiche Händler. ­Einige von ihnen griffen zur Flex und zum Schraubenschlüssel und realisierten in Eigeninitiative, was das Mutterhaus schuldig blieb. Der Schweizer Suzuki-Importeur Frankonia zum Beispiel, der die Virus auf Basis der jüngsten GSX-R-Generation entwickelte und zum Preis von 21.000 Schweizer Franken immerhin zirka 450 Mal unters Volk brachte. Oder Speed-Tec aus Mannheim: 5000 Euro kostete 2012 der Umbausatz, um aus einer GSX-R 1000 eine Suzuki GSX-S 1000 zu machen.

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