Eicma 2012: Entwicklung der Motorrad-Elektronik Motorrad-Stabilitätskontrolle von Bosch

+++ UPDATE: Mit Video +++ Motorcycle-Stability-Control (MSC) nennt Bosch ein neues Fahrassistenz-System, das Ende nächsten Jahres in den ersten Motorradmodellen erhältlich sein soll.

Das neue Bosch-System unterstützt den Fahrer in allen Situationen, ob beim Bremsen, Beschleunigen oder in Kurvenfahrt. Es soll in erster Linie der Sicherheit dienen und Unfälle oder Stürze vermeiden. Bosch-Manager Matthias Mörbe sagte dazu auf der Eicma in Mailand: "Die technische Basis bildet das Bosch-ABS, das wir um eine umfangreiche Sensorik und neue Software erweitert haben." Das System vernetzt das ABS mit der Traktionskontrolle und dem Motormanagement. Den Kern bildet ein neuer, erstmals speziell für Einspurfahrzeuge entwickelter Schräglagensensor, der mehr als 100 Mal pro Sekunden die Schräglage und den Nickwinkel -  also zum Beispiel durch Eintauchen der Fahrzeugfront beim Bremsen - misst.

Damit ist es möglich, in Kurven das Aufstellmoment beim Bremsen zu verringern. Bei großer Schräglage wird die maximale Bremskraft reduziert, so dass die Gefahr des  Wegrutschens des Vorderrads verringert wird. Gleichzeitig steuert das MSC selbsttätig die Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad. Ungewollte Stoppies und Wheelies können durch die neue Sensorik ebenfalls besser kontrolliert werden.Selbstverständlich ist auch eine Traktionskontrolle integriert, damit das Antriebsrad bei wechselnden Untergründen nicht die Haftung verliert.

Motorrad-ABS-Spezialist Fevzi Yildirim von Bosch im MOTORRAD-Interview.
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Foto: Krause

Das neue System unterstützt den Fahrer im Grenzbereich, kann jedoch natürlich nicht die Grenzen der Physik außer Kraft setzen. Laut Bosch soll es aber unauffällig im Hintergrund arbeiten und keinesfalls die Dynamik und den Fahrspaß einschränken.

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