Motorrad sucht den Alpenkönig 2007, Teil 1 (Archivversion) Höhencoller

Zum dritten Mal kürt MOTORRAD zusammen mit internationalen Fachmagazinen den König der Berge, dieses Jahr am Col du Galibier inmitten gewaltiger Gletscher und grandioser Bergmassive der französischen Hautes Alpes.

Es ist wie ein Stück Natur, dieses sich in herrlichen Kehren das Tal hinaufwindende Asphaltband. Sicher, von Menschenhand geschaffen, aber perfekt mit der kargen Landschaft verschmelzend, sich den Konturen der Berge anschmiegend. Keine Gerade, keine Brücken, keine Tunnel – einfach nur Kurve an Kurve. Ein sanfter, nicht enden wollender Fluss, mal enger, mal weiter geschwungen. Und ohne Gemeinheiten oder Überraschungen, übersichtliches Geläuf mit griffigem Asphalt, auf dem man den Rhythmus wechselnder Schräglagen wie in einen Rausch erlebt.
Und diese traumhafte Auffahrt von Le Bourg-d’Oisans zum Col de la Croix de Fer ist nur ein kleiner Teil der höchst abwechslungsreichen, rund 170 Kilometer langen Testrunde beim diesjährigen Alpen-Masters, deren renommiertester Höhepunkt der berühmte, 2645 Meter hoch reichende Col du Galibier ist. Wobei weniger die Tatsache, dass er im Ranking der höchsten Alpenpässe Rang fünf belegt, den Galibier bekannt machte, sondern vor allem seine Rolle bei der Tour de France. Seit 1911 bildet er regelmäßig eine der legendären Königsetappen, das Dach der Tour. Hier wurde Eddy Merckx Anfang der Siebziger zum Mythos, hier verlor Jan Ullrich 1998 auf den späteren Tour-Sieger Marco Pantani entscheidende neun Minuten.
So macht es denn auch Sinn, dass an der Südseite unterhalb der Passhöhe ein Denkmal an den Tour-Gründer Henri Desgrange erinnert. Der Legende nach be­obachtete Desgrange genau von diesem Platz aus »seine« Fahrer und den Ausgang der schwersten Etappe der Tour. Aber auch mit Motor- statt Muskelkraft stellt der Alpenpass hohe Anforderungen an Mensch und Maschine. Ideal, um dort wie auf ­dem Rest der abwechslungsreichen Testrunde Stärken und Schwächen der 20 Motorräder in diesem ganz speziellen, hoch­alpinen Umfeld aufzuspüren.
Wie im Vorjahr gehen 20 Maschinen in fünf Kategorien an den Start. Ausgewählt wurden in erster Linie neue Modelle des Jahrgangs 2007. Hinzu kommen einige wichtige Motorräder, die entweder ihr jeweiliges Segment dominieren oder sich in den aktuellen Vergleichstests behauptet haben. Die fünf Klassensieger treten im großen Finale in der nächsten Ausgabe an, um den Alpenkönig 2007 zu küren. Bereits gesetzt ist die Siegerin der beiden bisherigen Alpen-Masters, die Suzuki V-Strom 650. Kann sie den Titel verteidigen? Und welche Modelle qualifizieren sich für das große Finale?

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote