Motorschaden der Dauertest-MV Agusta F4 1000 S (Archivversion) UntersuchungsBefund

Kurz war das Vergnügen mit der Dauertest-MV: 50000 Kilometer sollte die F4 1000 S absolvieren, nach gut 12000 Kilometern platzte plötzlich
während einer Autobahnfahrt bei Tempo
250 der Motor (MOTORRAD 24/2005). Eine oberflächliche Schadensanalyse war recht simpel: Ein Pleuel hatte sich spek-
takulär den Weg durch das Gehäuse ins Freie gebahnt. Aber warum?
Um das zu klären, wurde der Vierzylinder im Werk untersucht. Nun liegt eine offizielle Stellungnahme aus Italien vor. Demnach sollen Bearbeitungsrückstände in den Ölkreislauf gelangt sein, weil der Motor vor dem Zusammenbau nicht gründlich genug gereinigt worden sei. Laut MV müsste sich der Schaden allmählich durch zunehmende Geräuschentwicklung angekündigt haben.
Das kann MOTORAD nicht bestätigen. Im Gegenteil, der Reihenvierer klang bei Fahrtantritt noch kerngesund. Ob er auf seinen letzten Kilometern durch Klappergeräusche auf den drohenden Kollaps aufmerksam machte, bleibt ungewiss. Denn bei 250 km/h gehen solche Feinheiten im tosenden Orkan des Fahrtwinds unter. Ein Einzelfall ist der Exitus der MOTORRAD-MV jedenfalls nicht, in der Redaktion meldeten sich nach dem Dauertest-Bericht zwei Fahrer, deren F4 auf sehr ähnliche Weise das Zeitliche segneten. gt

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