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Neues Motorrad aus Amerika (Foto-Show und Video) Motus MST: Sporttourer mit V4-Motor und 160 PS

Ein neuer Sporttourer aus den USA, von einer hierzulande unbekannten Marke? Der Hersteller Motus präsentierte die MST gestern erstmals der Öffentlichkeit. Wir zeigen die ersten Bilder des V4-Tourers und geben einen Überblick über die Technik.

Braucht die Motorradwelt noch einen weiteren Sporttourer? Definitiv, findet Lee Conn, der Chef von Motus Motorcycles. Die Idee, ein Motorrad von Grund auf neu zu konstruieren, kam den Machern von Motus nach einer langen Herbstausfahrt im Jahr 2007. Einige Fahrer klagten über mangelnden Komfort ihrer Bikes, ein anderer wünschte sich endlich eine größere Reichweite, der Fahrer eines Cruisers wollte noch mehr Leistung. Auch besserer Windschutz, weniger Gewicht und eine angenehme Sitzhöhe waren Punkte, die zu Papier gebracht wurden. Die skizzierten Merkmale entsprachen einem Sporttourer – doch alles, was bislang auf dem Markt war, konnte die Jungs von Motus nicht begeistern. Ein echter Sporttourer – made in USA – sollte her.

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Foto: Motus
Sportlich und dynamisch sieht die MST aus, dabei aber auch elegant - das Design darf als gelungen bezeichnet werden.
Sportlich und dynamisch sieht die MST aus, dabei aber auch elegant - das Design darf als gelungen bezeichnet werden.

Nach langer Entwicklungszeit präsentierte Motus nun endlich die MST – einen komfortablen Sporttourer mit gewaltigem V4-Motor. Die ersten Daten beeindrucken: 90-Grad-V4, 1645 Kubikzentimeter Hubraum, Benzindirekteinspritzung, rund 160 PS bei 7800/min, 165 Nm Drehmoment bei  4500/min. Hubraum geht in den Vereinigten Staaten über alles, und beim ersten Blick auf den Motor könnte man meinen, Motus hat einen V8-Big-Block in der Mitte geteilt und in ihr Motorrad gepflanzt. Doch der KMV4-Motor wurde vollständig selbst entwickelt. Warum sich die Macher aber für eine Ventilsteuerung über Stößelstangen entschieden haben, bleibt unklar. Zwar verwendet auch Harley-Davidson diese Technik in ihren Motorrädern, und auch in der Yamaha MT-01 werkeln Stößelstangen, dennoch gilt diese Technik heutzutage als nicht mehr zeitgemäß, da die Höchstdrehzahl begrenzt ist.

 

Auch gelten zwei Ventile pro Zylinder, soviele arbeiten in der MST, als überholt. An der Entwicklung des Motors waren jedoch Ingenieure beteiligt, die bereits Rennmotoren für die amerikanische Indy-Car-Serie entworfen haben – der Motor sollte also einiges aushalten. Eine weitere Ausbaustufe mit noch mehr Leistung ist bereits geplant, jedoch wollen die Macher von Motus erst einmal abwarten, wie die Standard-MST ankommt.

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Foto: Motus
Kein Formel-1-Triebwerk, auch wenn es so aussieht. Der V4 soll 161 PS leisten - souveräne Fahrleistungen dürften damit garantiert sein.
Kein Formel-1-Triebwerk, auch wenn es so aussieht. Der V4 soll 161 PS leisten - souveräne Fahrleistungen dürften damit garantiert sein.

An den weiteren verbauten Komponenten hat Motus ebenfalls nicht gespart: voll einstellbare Öhlins-Gabel, Wave-Bremsscheiben mit Vierkolben-Sätteln, Gitterrohrrahmen, Kettenspannung über Exzenter einstellbar – wenn dieses Bike derart ausgestattet zu einem attraktiven Preis in Serie geht, sollten sich einige Hersteller Sorgen machen. Doch genau hier liegt das Problem. Das Motorrad wird derzeit noch nicht in Serie gefertigt, Motus tourt demnächst durch die USA, um Händler zu finden, die die Marke vertreiben wollen. Unterwegs sollen Motorradfahrer nach ihrer Meinung zum Design befragt werden – die Vorschläge könnten dann in das 2012er-Modell einfließen.

 

Potential dürfte die Maschine haben. Das hatten jedoch auch viele andere Bikes, die nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden sind. Letztlich wird sich die Motus MST wohl hauptsächlich über den Preis verkaufen lassen – der steht aber leider noch nicht fest.

 

Technische Daten

Trockengewicht: 227 Kg

Hubraum: 1654 Kubikzentimeter, V4, Zwei Ventile pro Zylinder

Leistung: 161 PS bei 7800/min

Drehmoment: 165 Nm bei 4500/min

Tankinhalt: 22,7 Liter

Bremse vorn: 320mm Wave-Doppelscheiben mit Vierkolben-Sätteln

Bremse hinten: Wave-Scheibe mit Doppelkolben-Sattel

Fahrwerk vorn: voll einstellbare Öhlins-Gabel mit 43mm Durchmesser, 120mm Federweg

Fahrwerk hinten: Monoshock-Federbein mit einstellbarer Vorspannung, 120mm Federweg

Sitzhöhe: 78 Zentimeter



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