MV Agusta 750/1000 F4 S: Preischeck (Archivversion)


Kaufen ist eine Sache, fahren und pflegen
eine andere. Wie unterscheiden sich Folgekosten und Wartungsaufwand italienischer Sportmaschinen gegenüber japanischen Massenmodellen?
Aufwendige und teilweise sehr komplexe Technik aus dem Rennsport erfordert Know-how und Feingefühl beim Schrauben. Wer daher bei der Wartung und Pflege spart, wird auf Dauer
mit seiner Maschine nicht glücklich. Deshalb sollte man schon beim Kauf auf guten Zustand, Unfallfreiheit und lückenlose Wartungsnachweise achten. Gegebenenfalls das Fahrzeug vor dem Kauf lieber beim Vertragshändler überprüfen lassen, selbst wenn dafür ein kleines Entgelt anfallen sollte. Die hohen Folgekosten durch mangelhafte Wartung werden oftmals unterschätzt, auch die Inspektionskosten sind höher.

Zum Beispiel?
Beim 20000-Kilometer-Service der Ducati-Supersportler kommen schnell zehn Arbeitsstunden zusammen, wenn ordnungsgemäß nach Inspektionsplan gearbeitet wird. Da können die Kosten mit Material unter Umständen gut und gerne 800 Euro betragen. Wenn aber etwa aufgrund nicht fachgerechter Einstellungsarbeiten der komplette Ventiltrieb überarbeitet werden muss, sind die Gesichter der Kunden meist länger. Auf den ersten Blick erscheinen die Folgekosten teuer, doch diese Investition zahlt sich aus, da die italienischen Maschinen bei guter Wartung genauso zuverlässig sind wie japanische Fabrikate.
Motorrad als Wertanlage: Ist bei italienischen Sportmaschinen das Geld auf Dauer besser angelegt?
Am wertstabilsten ist unserer Erfahrung nach die Ducati 916, insbesondere Exemplare aus erster Hand mit geringer Laufleistung sind auf dem Gebrauchtmarkt sehr gefragt und haben einen vergleichsweise geringen Wertverlust. Andere Modelle wie die Aprilia RSV mille erleiden zurzeit aufgrund eines Überangebots einen regelrechten Preisverfall, auch eine exotische Benelli Tornado lässt sich nur schwer wiederverkaufen. Als die MV Agusta F4 auf den Markt kam, dachten einige Käufer, sie würde ähnlich wie ein exklusiver Ferrari sogar an Wert ge-
winnen. Eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellte. Generell würde ich ein Motorrad nicht
im finanziellen Sinn als Wertanlage betrachten – bei italienischen Maschinen erkenne ich aber
zumindest einen deutlichen Zugewinn an Fahrfreude. Und das
ist schließlich auch etwas wert.

Wann ist man reif für einen Neo-Klassiker oder Sportler aus
Italien? Und wer sollte tunlichst die Finger davon lassen?
Spätestens, wenn man Gänsehaut und Herzklopfen beim Anblick einer rassigen Italienerin bekommt, ist man reif. Wer
dagegen Motorradfahren lediglich als eine von vielen Fortbewegungsmöglichkeiten ansieht, dem wird sich die Faszination einer italienischen Maschine nie erschließen. Reine Vernunftmenschen sind für eine Beziehung mit einer Italienerin denkbar untauglich.

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