MV Agusta Brutale S, MV Agusta 750 F4 S (VT) (Archivversion) Die neue, alte Welle

Naked Bike – der neue Trend! Darüber können die Älteren unter uns nur lachen. Naked Bikes gab es schon immer.
Früher hießen die einfach Motorräder.
Wie Hondas epochemachende CB 750 von 1969. Die CB mit dem ersten Großserien-
Vierzylinder japanischer Herkunft war nicht nur irgendein Motorrad, sondern »das« Motorrad. Und sie war, bevor Kawasaki mit der
Z 900 konterte, auch »die« Sportlerin.
Die ersten, seinerzeit noch sehr zurückhaltenden Verkleidungsversuche kamen aus München. BMW R 90 S hieß das Motorrad, welches als Erstes serienmäßig eine Halbschale trug. Besserer Windschutz und mehr Höchstgeschwindigkeit waren die Ziele.
Doch bis der Trend nach Japan überschwappte, brauchte es seine Zeit. Erst Anfang der Acht-
ziger begann in Nippon das Verkleidungszeitalter, bevor dann 1984 die Zeit der Renn-
Replikas anbrach. Suzuki GSX-R 750, Yamaha FZ 750: Leicht, stark, schnell, extrem und
verkleidet – so hießen fortan die Attribute der Modelle, die im Rampenlicht standen, auch wenn Klassiker wie die 1994 erschienene Ya-
maha XJR niemals ausstarben. Und bei dieser Rollenverteilung ist es bis heute geblieben.
Nun aber kehrt sich der Trend um – und wieder spielt Europa den Vorreiter. Das begann mit der Ducati Monster und erreichte mit der Triumph Speed Triple einen ersten Höhepunkt. Bei ihr wurde vom plastikbewehrten Sportler zurückgerüstet. Ohne auf die mit den Jahren entstandene Gewohnheit zu achten, dass nackte Motorräder müdere Bremsen, unterdämpfte Federelemente und ein hohes Gewicht haben müssten. Mit der zweiten Speed-Triple-Generation ging es weiter, Aprilia folgte, und jetzt sind auch KTM und BMW bereit für extrem sportliche Nackte.
Außerdem deutet sich an, dass die Japaner diese Anregungen weiterentwickeln und mit der gewohnten Konsequenz ans Werk gehen werden. Die Yamaha MT-01 ist ein Vorbote. Suzukis brachiale B-King steht schon in den Startlöchern.

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