MZ 1000 S Dauerbrenner

Eine echte Messeneuheit ist die MZ 1000 S nicht. Doch nun soll das bereits seit langem angekündigte künftige Flaggschiff der sächsischen Motorradbauer mit neu konstruierten Zweizylinder endlich serienreif sein.

Schon vor zwei Jahren präsentierte MZ auf der Intermot die MZ 1000 S. Wer anschließend aber beim Händler nachfragte, wurde immer wieder vertröstet. Nun soll es tatsächlich so weit sein. Eine erste Vorserie rollt derzeit vom Band, im Januar wollen die Sachsen die ersten 1000 S an die Kunden ausliefern. Die bekommen einen Zweizylinder der etwas anderen Art. Im Gegensatz zu den 1000er-V-Twins der japanischen und italienischen Konkurrenz vertrauen die Zschopauer auf zwei nebeneinander angeordnete, 40 Grad nach vorn geneigte Zylinder (siehe MOTORRAD 18/2002). Der Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen, vier Ventilen pro Zylinder und Einspritzung entspricht dem aktuellen Stand der Zweiradtechnik und soll mit 115 PS für angemessene Fahrleistungen sorgen.
Aufgrund der gegenüber der Supersportler-Konkurrenz mit 96 Millimeter Bohrung und 69 Millimeter Hub weniger extremen, mehr auf Drehmoment denn auf hohe Spitzenleistung orientierten Motorauslegung taugt die MZ laut Marketing-Leiter Carl Schmitt für ein breites Einsatzspektrum: »Vom eintägigen Renntraining bis zur mehrwöchigen Urlaubstour mit Sozius lässt sich die 1000 S problemlos nutzen.« Und auch die Umwelt soll nicht zu kurz kommen. Mit geregeltem Katalysator ist der Twin für zukünftige Schadstoffnormen gerüstet.
Beim Fahrwerk beschritt MZ ebenfalls einen anderen Weg als die Konkurrenz. Jeweils zwei Stahlrohre aus hochwertigem Chrom-Molybdänstahl verbinden den Steuerkopf mit der Schwingenlagerung. Die Techniker versprechen ein vergleichbares Gewicht bei konkurrenzfähiger Steifigkeit. Mit propagierten 210 Kilogramm inklusive 20 Liter Sprit spielt die Tausender tatsächlich im Spitzenfeld der Zweizylinder-Oberliga. Eine Upside-down-Gabel mit 43 Millimeter Gleitrohrdurchmesser und eine massive Aluschwinge mit Oberzügen sollen für Fahrstabilität sorgen.
Bewährte Vierkolbensättel von Nissin im Vorderrad dürften die 1000 S jederzeit angemessen verzögern. Unkonventionell sind dagegen die Dreispeichenräder aus zwei verschweißten dünnwandigen Hälften, die, so versichern die MZ-Mannen, gegenüber herkömmlichen Gussfelgen eine zehnprozentige Gewichtsersparnis bringe. Mit dem 180er-Hinterreifen auf der 5,50-Zoll-Felge genießt die Funktion Priorität vor üppiger Optik.
Bleibt zu hoffen, dass Motor und Fahrwerk der 1000 S mit der internationalen Konkurrenz standhalten können. Preislich bewegt sich die MZ mit geplanten 12500 Euro jedenfalls auf deren Niveau.

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