MZ 125 SM/SX (Archivversion)

Es geht um den Style. Nicht nur bei jungen Extremsportarten wie Snowboarden oder Skaten, sondern eben auch auf dem Motorrad. Supermotos bieten beste Grundlage, am Style zu feilen. Und die SM ist – obwohl „nur“ eine 15 PS starke 125er – eine Vollwert-Supermoto, die mit klasse Fahrwerk, breitem Lenker und aufrechter Sitzposition zu unglaublichen Schräglagen und Drifts verführt, durch moderne Viertakt-Kultur jedoch niemanden überfordert. So was kommt gut an, und mit diesem Modell hatte der nicht unbedingt mit Erfolg verwöhnte sächsische Hersteller 2001 einen Coup gelandet. Die ebenfalls recht beliebte Enduro-Schwester 125 SX unterscheidet sich lediglich durch eine andere Besohlung (21 Zoll vorn, 18 Zoll hinten statt 17 Zoll bei der SM). Beide Modelle wirken irgendwie erwachsener als die meisten Klassenkameraden, sind zuverlässige Kumpels. Frisch, sportlich, gleichermaßen standfest und sparsam – das ist die Formel, wie man junge Einsteiger und auch ältere 125er-Freunde für sich gewinnt. Die beiden Hochbeiner sind jedenfalls sehr gefragt und aufgrund reichlich verkaufter Neumaschinen auf dem 125er-Gebrauchtmarkt problemlos zu ergattern. Bei einem guten Angebot heißt es also zugreifen, denn trotz der MZ-Firmenpleite ist die Ersatzteilversorgung auf viele Jahre hin gesichert. Aber bitte vor dem Kauf, insbesondere von privat, ein paar Dinge beachten! Die Steuerkette, die alle 6000 Kilometer kontrolliert werden sollte, schlägt bei zu starker Längung gegen das Motorgehäuse und kann teure Schäden verursachen. Dito die Sekundärkette. Die Erstausrüstung ist so mies, dass sie kaum 3000 Kilometer durchhält. Besser frühzeitig durch ein Qualitätsteil vom Nachrüstmarkt ersetzen, bevor die verschlissene Kette an der Alu-Schwinge nagt und böse Kerben hinterlässt. Vor Korrosion blühende Alu-Felgen deuten auf weniger gut gepflegte Draußensteher und Winterbetrieb hin. Nur eine Äußerlichkeit, aber die Maschine muss halt gut aussehen – nicht nur wegen des Styles.


Plus
Motor für ein Leichtkraftrad brillant
Fahrwerk erste Sahne, passt für Einsteiger und Fortgeschrittene
Ergonomie auch für Fahrer über 1,85 Meter bequem

Minus
Steuerkette ist anfällig
Sitzbank zu schmal und weich gepolstert
Kunststoffteile bei Exemplaren bis 2002 teilweise Qualitätsmängel


Marktsituation
Privatanbieter sind zwar in der Mehrheit, und deren Preisforderungen beginnen bei 1200 Euro. Derart billige Angebote sind jedoch kaum zu empfehlen – zu viele Gebrauchsspuren und Mängel schreien geradezu nach Folgekosten. Beim zur Gewährleistung verpflichteten Händler geht zwar selten was unter 2000 Euro, die Obergrenze liegt jedoch bei 2500 Euro, und dafür darf der Käufer ein lückenloses Scheckheft erwarten. Die Laufleistungen liegen meist deutlich unter 20000 Kilometern, empfehlenswerte Gebrauchte sind selten älter als fünf Jahre.


Daten (Baujahr 2003)
Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, 124 cm3, 11 kW (15 PS) bei 9000/min, Gewicht 130 kg, Zuladung 190 kg, Tankinhalt/Reserve 12,5/3,6 Liter, Sitzhöhe 830 mm, Höchstgeschwindigkeit 108 km/h, Verbrauch (Landstraße) 3,4 l/100 km Normal


Internet
Fansites: www.mz-forum.de, www.youngbiker.de
Gebrauchtangebote: http://markt.motorradonline.de/bike1063.htm (125 SM), http://markt.motorradonline.de/bike1064.htm (125 SX)

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