MZ ETZ 250-Feuerwehrmotorrad (V) (Archivversion) Total normal

Florian 76 gehört der Feuerwehr von Flörsheim-Wicker und ist unter dem Notruf 112 zu erreichen. Aber nicht, wie ursprünglich geplant, über das Sprechfunkgerät, denn dessen metallene Halterung hinter dem Sitz ist leer ist. »Für den nötigen Strom ist die Batterie mit 5,5 Amperestunden zu klein und die Lichtmaschine mit 180 Watt Leistung zu schwach,« erklärt Stadtbrand-Inspektor Heinz Caprano. Florian 76, nach dem Schutzpatron aller Feuerwehren benannt, ist eine MZ ETZ 250 aus NVA-Beständen der ehemaligen DDR und nur über Handy erreichbar. In das hessische Wicker auf den Hof der dortigen Brandbekämpfer verschlug es sie 1993, als Heinz Caprano und seine Mitstreiter die Idee kam. Ein Offenbacher Händler bot die in schlichtem Warschauer-Pakt-Grün gehaltene MZ günstig an. Und in den nächsten Wochen gab es neben dem ehrenamtlichen Dienst arbeitsintensive Sonderschichten. Heinz Caprano erinnert sich: »Den Motor gaben wir gleich zur Überholung, er funktioniert seitdem anstandslos. Dem Fahrwerk rückten meine Jungs mit Metern von Schleifpapier, Litern von roter Farbe (Ral 3000) und Kilometern von Kabel für die elektrische Anlage zu Leibe«. Im Herbst 1993 war es soweit: Florian 76 war und ist bis heute einsatzbereit. Caprano: »Bei angesetzten Manövern in unwegsames Gelände und beim schnellen Durchkommen zum Unfallort in der verstopften Stadt hat unser rotes Bike immer die Nase vorn«. In der Zwischenzeit haben bei der Feuerwehr von Flörsheim-Wicker 40 Mann den Einser-Führerschein. Caprano: »Mit steigender Tendenz, Nachwuchsprobleme haben wir nicht.« So gesehen ist Florian 76 eine rundum vernünftige Einrichtung.

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